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Wo Ideen Raum bekommen

Handwerkskammer Aachen und FH Aachen feiern gemeinsam Richtfest für einRAUM+

Mit vereinten Kräften haben Handwerks-Azubis und Studierende der FH Aachen in den vergangenen Monaten auf dem Gelände des Bildungszentrums Simmerath (BGZ) einen Pavillon errichtet. Nun wurde mit dem Richtfest ein wichtiger Meilenstein gefeiert und zugleich ein sichtbares Zeichen für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Hochschule gesetzt.

Bauen als Gemeinschaftsprojekt

Das Projekt einRAUM+ steht beispielhaft für interdisziplinäres und praxisnahes Arbeiten. Unter fachkundiger Anleitung von Handwerksmeistern und Hochschullehrenden haben die Beteiligten Schritt für Schritt ein Bauwerk entstehen lassen: vom Setzen der Fundamente über das Verlegen von Bewehrungsmatten bis hin zum präzisen Holzrahmenbau. "Unsere Studierenden sehen hier, wie ihre Entwürfe tatsächlich gebaut werden und die Auszubildenden erleben, wie neue Ideen in die Praxis getragen werden können", erklärte Prof. Jörg Wollenweber, Dekan des Fachbereichs Architektur der FH Aachen. Genau dieser Austausch sei es, der das Projekt so wertvoll mache: gegenseitiges Verständnis und gemeinsames Lernen.

Starke Partner für die Region

Auch FH-Rektor Prof. Dr. Thomas Ritz hob die Bedeutung hervor: "Kooperationen wie einRAUM+ sind für uns Ausdruck dessen, was wir unter angewandter Wissenschaft verstehen. Hier wird nicht nur geplant, sondern gemeinsam gebaut, geforscht und gelernt." Dass der Pavillon nun sichtbar Gestalt angenommen habe, sei ein eindrucksvolles Zeichen für die starke Verbindung zwischen Hochschule und Handwerk. Mit Blick auf das entstehende Aachener Zentrum für Holzbauforschung (AZH) betonte Ritz zudem, dass der Pavillon in Zukunft auch als Ort der Begegnung zwischen den Mitarbeitenden von FH und HWK dienen könne – eine Art "einRAUM++", in dem Austausch und Zusammenarbeit noch weiter wachsen.

Ähnlich sah es Marco Herwartz, Präsident der Handwerkskammer Aachen. Für ihn steht der Pavillon für Netzwerken, Verbindlichkeit und Kooperation. “Solche gemeinsamen Projekte helfen dabei, verschiedene Kompetenzen aus einer Gesellschaft zusammenzubringen. Auf diese Weise gehen verschiedene Bildungswege Hand in Hand”, so Herwartz.

Vom Entwurf zur Realität

Seinen Ursprung hat das Projekt in einem Architekturwettbewerb, den die FH Aachen 2022 gemeinsam mit der Handwerkskammer ausgerichtet hatte. Studierende waren damals aufgefordert, Ideen für einen Pausen- und Aufenthaltsraum am BGZ Simmerath zu entwickeln. Der prämierte Entwurf bildet nun die Grundlage für das Bauwerk, das am Ende nicht nur architektonisch überzeugt, sondern den Mitarbeitenden und Auszubildenden des Bildungszentrums als gemeinschaftlicher Treffpunkt dienen soll – ein Ort für Frühstück, Gespräche und Austausch.

Mit dem Richtfest ist ein weiterer großer Schritt getan, doch die Zusammenarbeit geht weiter. Möglich geworden war der Wettbewerb damals durch die Unterstützung des Bauunternehmers Josef Engelen, der anlässlich des 150-jährigen Bestehens seines Unternehmens auf eine große Feier verzichtete und stattdessen die Mittel in die Förderung von Nachwuchsprojekten investierte. Der Pavillon soll nun in Zukunft nicht nur als Bauwerk stehen, sondern auch als Symbol für den Mehrwert gemeinsamer Projekte von Hochschule und Handwerk.