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Zukunft in Bürgewald
FH Aachen | Melissa Dennebaum
„Dieser Ort ist einmalig. Die Frage, wie Bürgewald ein Vorbild für den Strukturwandel sein kann, ist sehr spannend“, sagte Prof. Martin Zerwas von der FH Aachen auf der Temporären Universität (tu!) Hambach, die dieses Jahr wieder in Bürgewald am Tagebau Hambach stattfand. Das Dorf, ehemals Morschenich-Alt, liegt im Rheinischen Revier. Seine Gebäude sollten zugunsten des Braunkohleabbaus im Tagebau Hambach abgerissen werden. Das hat sich geändert. 2030 steht der vorzeitige Ausstieg aus dem Braunkohleabbau an. In den nächsten Jahrzehnten soll an der Stelle des heutigen Tagebaus ein See entstehen. Bürgewald soll als „Ort der Zukunft“ wiederbelebt werden – als erstes von sechs geretteten Braunkohledörfern im Rheinischen Revier.
FH Aachen | Melissa Dennebaum
Bauwende in Bürgewald
Wie das möglichst nachhaltig geht? Um diese Frage drehte sich der Workshop „Elemente der Bauwende“ auf der tu! Hambach, den die Fachbereiche Architektur der FH Aachen und der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft gemeinsam veranstalteten. Prof. Isabel Maria Finkenberger und Prof. Zerwas leiteten den Workshop seitens der FH. Zusammen mit Studierenden, Engagierten aus Politik, Planung, Architektur, Kreislaufwirtschaft und Betroffenen und Interessierten aus der Region tauschten sie sich über Möglichkeiten aus, den Um- und Wiederaufbau von Bürgewald so klimafreundlich und kreislaufgerecht wie möglich zu gestalten.
FH Aachen | Melissa Dennebaum
Denn darum geht es unter anderem bei der Bauwende: Ressourcen schonen, Gebäudebestand effizient nutzen sowie nachwachsende und gut recyclebare Baustoffe verwenden. Zum Beispiel könnten Baustoffe von Häusern, die wegen Einsturzgefahr abgerissen werden müssen, für den Neubau anderer Gebäude in Bürgewald genutzt werden. Auch biobasierte Materialien wie Hanf wurden diskutiert. Grundlage des Workshops sind Arbeiten von Architektur-Studierenden zum Strukturwandel, die auf der tu! Hambach ausgestellt waren. Kooperationspartner:innen des Workshops waren die Gemeinde Merzenich mit der Treuhänderin NRW.URBAN und das BioökonomieREVIER c/o Forschungszentrum Jülich.
FH Aachen | Melissa Dennebaum
Im Dialog
Die tu! Hambach sei in vielerlei Hinsicht besonders, so Prof. Finkenberger, die mit ihrem Lehrgebiet Stadtplanung, Transformation und Prozessgestaltung am Fachbereich Architektur der FH Aachen zu „Zukunftsfähiger Transformation“ lehrt und forscht. „Als wissenschaftliche Partnerin der Region steht die FH Aachen hier im inter- und transdisziplinären Dialog mit Akteur:innen und Menschen aus unterschiedlichsten Arbeits- und Lebenswelten.“ Auch stammen viele Studierende der FH Aachen aus der Region. „Durch die tu! sind sie in konkrete Transformationsprozesse eingebunden, die ihre Heimat betreffen.“
FH Aachen | Melissa Dennebaum
Gemeinschaftlicher Prozess
Das Projekt „tu! Hambach – Begegnungs- und Impulsort im Zukunftsrevier“ ist eine kooperative Initiative von Neuland Hambach (Projektkoordination), RWTH Aachen, FH Aachen, BioökonomieREVIER c/o Forschungszentrum Jülich, Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Gemeinde Merzenich, unterstützt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) c/o Kompetenzzentrum Regionalentwicklung (KRE), das Projekt „MutZuRNatuRR“ des NABU NRW, das Nell-Breuning-Haus, das DGB-Projekt REVIERWENDE und die Zukunftsagentur Rheinisches Revier. 2026 wurde die tu! von rund 70 Institutionen, Initiativen, Vereinen und Einzelpersonen gestaltet. Das Ziel ist, gemeinschaftlich Ideen und Konzepte für eine Zukunft nach dem Braunkohleabbau im Rheinischen Revier zu entwickeln und zu diskutieren. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
FH Aachen | Melissa Dennebaum