Optimierte Technologie für schwimmende Photovoltaik
Derzeit ist auf dem Campus Jülich ein Prototyp der Anlage aufgebaut, der intensiv getestet wird. Auf dem See der Nivelsteiner Sandwerke werden später spezielle Containerlösungen eingesetzt: Jeder Container enthält zwei vormontierte Anlagenteile. Ein Anlagenteil besteht aus drei Dachformationen mit jeweils zehn Modulen – insgesamt also 30 Modulen pro Teil. Diese vormontierte Bauweise ermöglicht es, die Module vor Ort schnell und sicher zu installieren.
Ziel ist die Entwicklung eines automatisierbaren Konstruktionskonzepts, das die Montage von Floating-PV-Anlagen deutlich vereinfacht und beschleunigt. Ergänzend dazu werden verbesserte Ertragsprognosen für schwimmende Solaranlagen erarbeitet.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Die besonderen Herausforderungen bei Floating-PV-Anlagen liegen in der bislang noch ungenauen Leistungsvorhersage, der fehlenden Abbildung in gängigen Auslegungstools sowie in der unzureichenden Berücksichtigung von Kostenvorteilen durch Vorfertigung und automatisierte Montage.
Um diese Lücken zu schließen, verfolgt das SIJ zwei zentrale Ansätze:
- Präziseres Anlagenmonitoring:
Ein Monitoring-System erfasst und analysiert sowohl die Modul- als auch die Umgebungsdaten. Dies ermöglicht genauere Ertragsprognosen und eine effektivere Fernüberwachung. - Automatisierbare Montage:
Vormontierte Teilsysteme – wie die im Container untergebrachten Anlagenteile – werden sowohl theoretisch als auch praktisch getestet. Dadurch kann die Montage und Demontage erheblich vereinfacht werden:- keine aufwendige Einzelmontage auf dem Wasser
- deutliche Zeitersparnis durch vorgefertigte „Traversenvierecke“
- Module werden per elektrischer Winde ausgezogen
- reduzierter Installationsaufwand und mehr Arbeitssicherheit
- geringerer Personalbedarf bei der Endmontage
Beitrag zur Energiewende
Mit dem Teilprojekt „Floating-PV-Anlagen“ leistet das SIJ einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung dieser jungen Technologie. Die Kombination aus technischer Innovation, praktischer Erprobung und automatisierter Montage soll entscheidend dazu beitragen, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen – und Herzogenrath einen großen Schritt näher an das Ziel der CO₂-Neutralität bis 2030 bringen.
Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.
Projektpartner
- Siemens Energy Global GmbH & Co. KG (Projektkoordinator)
- RWTH Aachen
- Hochschule Niederrhein