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Design als Innovationsmotor
FH Aachen | Pia Schieren
Monatelange harte Arbeit, innovative Konzepte, kreative Köpfe – wenn sich all das am Boxgraben 100 konzentriert, dann ist es wieder Zeit für die DIPLOMA. Zwei Tage lang wurde bei der Ausstellung der Abschlussarbeiten am Fachbereich Gestaltung erlebbar, wie angehende Produkt- und Kommunikationsdesigner:innen sowie Absolvent:innen des Design-Masters nach Lösungen für relevante Fragestellungen streben.
Problemlösung trifft Funktionalität
Die Arbeiten des Studiengangs Produktdesign finden Lösungen für echte, gesellschaftlich relevante Probleme. Im Fokus steht der Mensch als Anwender:in.
So entwickelte etwa Tobias Scherer mit “VAKA” ein modulares Segelkonzept: Eine kompakte Grundplattform bildet das zentrale Cockpit, auf dem Kinder das Segeln spielerisch erlernen können. Mittels aufblasbarer Module lässt sich das Boot bedarfsgerecht vergrößern. So wächst es mit Besatzung und Fähigkeiten, reduziert Anschaffungskosten und schont Ressourcen.
FH Aachen | Pia Schieren
Wasser spielt auch in der Arbeit von Max Jannusch eine zentrale Rolle. Sein System “IMPACT” liefert eine Antwort auf die Frage, wie Feuerwehr-Einsatzkräfte durch innovative technische Ansätze entlastet und unterstützt werden können. Einen deutlich technologisch geprägten Ansatz hat Nils Peiffer erarbeitet. Mit “NOMAD” bietet er einen smarten Vorschlag für unkompliziertes mobiles Arbeiten – ein modulares Workstation-System zum Mitnehmen.
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Dokumentation, Forschung und mehr
Im Studiengang Kommunikationsdesign wurde ein ebenso breites Spektrum an Themen bearbeitet. Mal zurückhaltend und subtil, mal laut und plakativ – in jedem Fall wirkungsstark.
Alba Paggen gestaltete ein Ausstellungskonzept, für das sie sich mit der Zwangsarbeit von Niederländern im damaligen Deutschen Reich auseinandersetzte. Sie tauchte dabei tief in die eigene Familiengeschichte um ihren holländischen Großonkel ein und möchte mit ihrer Arbeit über Zwangsarbeit aufklären. Eine stark explorative Abschlussarbeit ist “The Shape of Speech” von Jonas Pitzen. Er beschäftigte sich mit der experimentellen Visualisierung gesprochener Sprachen und skizzierte ein Ausstellungskonzept, das Sprachforschung für Laien zugänglich machen soll.
FH Aachen | Pia Schieren
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Auch Luca Scharrenbach beschäftigte sich mit der Visualisierung von Datenmengen. Mit “Interactive Data Visuals in Motion – A Brand Experience of the Eurovision Song Contest” machte er den Charakter unterschiedlicher ESC-Songs visuell erlebbar. Moderne und Tradition verband Canan Altinisik in ihrem Corporate Design für das Deutsche Textilmuseum Krefeld. Zwischen Geschichte und gesellschaftlicher Relevanz werden Textilien als Identitätsträger im musealen Kontext erlebbar.
FH Aachen | Pia Schieren
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Vergangenheit und Zukunft
Die Masterarbeiten spannten einen Bogen zwischen großen Visionen und historisch bedeutsamen Projekten.
Jan Lambertus entwarf mit “Solarpunk: Seeds of Tomorrow” eine Zukunftsvision für das menschliche Leben – utopisch und hoffnungsfroh. Den Blick zurück wagten hingegen Anna-Lena Stupp und Niklas Krueger. Sie konzipierten ein “Archiv der Provenienz”, in dem sie die Geschichte der Kölner Familie Pagener während der NS-Zeit aufarbeiteten. Aus dem interdisziplinären Projekt ging eine Publikation hervor, die die Provenienzforschung sichtbar und zugänglich macht.
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Wie geht es weiter?
Was die Studierenden heute bewegt, wie sie Haltung zeigen und gestalterische Antworten auf komplexe Fragen entwickeln – das wurde auf der DIPLOMA erlebbar. Design gewinnt zunehmend an systemischer Bedeutung und fungiert als Schnittstelle zwischen Technologie, Gesellschaft und Nachhaltigkeit. Die angehenden Designer:innen tragen schon jetzt ihren Teil dazu bei und können auch in Zukunft durch wachsende interdisziplinäre Zusammenarbeit Innovationen anstoßen.
Ein vorerst letztes Mal fanden diese Denk- und Innovationsprozesse im Gebäude am Boxgraben statt. Der Fachbereich wird aufgrund der anstehenden Sanierung in ein Interimsgebäude ziehen. Auch dieser Standort wird sich sicherlich schnell mit Kreativität, Visionen und Tatendrang füllen.
FH Aachen | Pia Schieren
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