ZELLULÄR

Zirkuläre zellstoffbasierte Produkte aus Abfällen der Papierindustrie

ProjektleitungProf. Dr.-Ing. M. Grömping, Institut NOWUM-Energy
FörderlinieEFRE/JTF NRW 2021-27
Projektvolumenca. 1.500.000 €
ForschungsschwerpunktLife Sciences (Nährstoffrückgewinnung und Kreislaufschließung)
ProjektpartnerStadt Düren
ProjektlaufzeitApril 2026 - März 2029

Worum geht es hier?
In der Papierindustrie fallen beim Recyclingprozess große Mengen an Reststoffen an. Einer dieser Reststoffe ist die Kurzfaserfraktion, welche, nachdem das Papier 10–15-mal den Recyclingprozess durchlaufen hat, nach energieintensiver Entwässerung thermisch verwertet wird. Unsere Alternative: Diese Kurzfasern können zu Biogas umgewandelt und das Gärprodukt aufgereinigt werden. Das beinhaltet die Fest/Flüssig-Separation, eine Nährstoffrückgewinnung, die Wasseraufbereitung sowie eine Einsatzmöglichkeit der Festphase z.B. in der Bauindustrie. Die bisher im Labor untersuchten Methoden werden in diesem Projekt in einen Pilotmaßstab übertragen, indem in einem Container der Prozess aufgebaut wird.

Was war Ihre Motivation, sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen? Woher stammt die Idee?
Die Papierindustrie hat das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Die energetische Verwertung und die Erschließung neuer Verwertungswege für die bisher ungenutzte Kurzfaserfraktion sind vielversprechende Ansätze, um diesem Ziel einen deutlichen Schritt näher zu kommen.
Eine technische Umsetzung der Biogaserzeugung sowie der Rückgewinnungstechnologien im flexiblen Containerbaustil an Industriestandorten ermöglicht einen ersten Transfer aus dem Labor in die Industrie. Die Ergebnisse aus dem Projekt ZELLULÄR sollen also dazu beitragen, den Prozess weiter zu optimieren und den Kreislauf der gewonnenen Produkte Biogas, Nährstoffe, Baustoff und Wasser in der Region zu schließen.

Welchen Nutzen bringt dieses Projekt für die Gesellschaft und/oder im Sinne der Nachhaltigkeit?
Durch die Ergebnisse des Projekts wird es möglich sein, bisher ungenutztes Potenzial in Restströmen der Papierindustrie nutzbar zu machen und umliegende Kommunen in die Wärmeplanung der Industrie sowie der Städte einzubinden. Es soll ein Kreislaufsystem eingebunden werden, in dem Zweige der Wärmeplanung, der Papierindustrie und der Bauindustrie zusammenarbeiten, um die Reststoffe durch Wiederverwendung der darin enthaltenen Nährstoffe sowie des Wassers bestmöglich nutzen zu können und diese Industriezweige auf nachhaltige Weise in der Region zu sichern.

Wer macht noch mit?
In dem Projekt arbeitet das Institut NOWUM-Energy der FH Aachen zusammen mit der Stadt Düren. Des Weiteren besteht ein enger Kontakt zu Vertretern der regionalen Papierindustrie.

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Markus Grömping

Dr. Simone Krafft

Institut NOWUM-Energy