Details

Virtueller Rundgang erschließt neue Dimensionen

Förderverein Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg präsentiert neue Website für Schloss Lichtenburg – Fachbereich Architektur der FH Aachen ist beteiligt

Kloster, Kurfürstensitz, Konzentrationslager – das sind nur einige Kapitel der bewegten Vergangenheit von Schloss Lichtenburg. Seit 2022 entwickelt der Fachbereich Architektur der FH Aachen Perspektiven und Konzepte für das Renaissanceschloss in Prettin im Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt). Im Rahmen einer umfassenden Digitalisierungsstrategie für das Ensemble ist nun eine zeitgemäße Webpräsenz erstellt worden, die künftig Besucherinnen und Besuchern ebenso wie allen Interessierten Informationen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Schlosses bietet.

Dem Ort begegnen

Die Website entstand in enger Zusammenarbeit des Fördervereins Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin, der Stadt Annaburg sowie der FH Aachen. Ziel war es, die vielfältigen historischen, kulturellen und baulichen Dimensionen der Lichtenburg digital sichtbar werden zu lassen und neue Möglichkeiten zu eröffnen, dem Ort zu begegnen.

Digitaler Rundgang

Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts lag auf der Entwicklung eines digitalen Rundgangs, der auch Bereiche des Schlosses einschließt, die derzeit nicht öffentlich zugänglich sind. Aufgrund laufender Baumaßnahmen bleibt der physische Zugang auch in Zukunft voraussichtlich weiterhin eingeschränkt. Der virtuelle Rundgang ermöglicht daher einen barrierearmen Einblick in die historische Schlossanlage und ihre Innenräume.

Die neue Website greift auch auf die Ergebnisse des Projekts “Visionen für die Lichtenburg” zurück, das mit einem studentischen Workshop im April 2022 begann. Betreut von Prof. Heike Matcha und Prof. Dr. Anke Fissabre untersuchten die Architekturstudierenden intensiv den Baubestand, den sie in Raumbüchern, Fotos und Skizzen dokumentierten. Das Schloss beeindruckte die Studierenden nachhaltig. Herausfordernd waren die enorme Größe von mehr als 20.000 Quadratmeter Nutzungsfläche sowie die Komplexität der Anlage. Am Ende des Workshops wurden erste Ideen für Nutzungsszenarien präsentiert: Für die leerstehenden Teile des Anwesens entwickeln die Studierenden Konzepte für mobiles Arbeiten sowie Ateliers und Werkstätten. Ein Café, ein Restaurant, ein Hofladen mit Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft und eine E-Bike-Station sollen in Zukunft Gäste nach Prettin locken. Tagungsräume und Konzertflächen könnten das Schloss noch attraktiver machen.