Panorama

1. Semester MA Projekt

Punta Bianca

Eskapismus und Tourismus

Agrigent beherbergt ein monumentales Erbe von unschätzbarem Wert, dessen Schutz und Aufwertung nicht nur eine Verpflichtung gegenüber der universellen Kultur, sondern auch eine wichtige Chance für die wirtschaftliche Entwicklung der heutigen Gemeinschaft und zukünftiger Generationen darstellen. Inspiriert von der Feier zur Feier von Agrigent als italienische Kulturhauptstadt und seiner engen Verbindung zur Natur lädt das Projekt „Punta Bianca“ die Teilnehmenden ein, zeitgenössische und innovative Lösungen zu entwickeln. Die Herausforderung besteht darin, die Sanierung des derzeit verlassenen Zollhauses zu konzipieren und es in ein lebendiges und attraktives Gebäude zu verwandeln, das Besucher willkommen heißt, die dieses Gebiet mit seinem unvergleichlichen Naturreichtum erkunden möchten. Die einzigartige und außergewöhnliche Lage des Hauses in der Landschaft macht den Hauptanreiz des Projekts aus. Die Aufgabe der Planenden wird es jedoch sein, das alte Zollhaus als inszenierten, architekturskulpturalen Auftakt für das Naturschutzgebiet Punta Bianca neu zu interpretieren und Verbindungen und Zugangswege zu integrieren, um diese Ruine zu einem strategischen Punkt für das umfassende Erleben der umgebenden Landschaft zu machen. Es sollen hier Vorschlägen entstehen, die die einzigartigen natürlichen Gegebenheiten des Gebiets respektieren und hervorheben und die Reinheit und Unberührtheit des Territoriums wertschätzen. Die Projekte müssen einen harmonischen Dialog mit der Landschaft herstellen und die Erhabenheit des Ortes durch durchdachte Landschaftsgestaltung und die sorgfältige Auswahl nachhaltiger Materialien, die die Umgebung ergänzen, unterstreichen. Die vollständige Programmgestaltung bleibt der Kreativität der Entwerfenden überlassen. Es werden nur minimale Anforderungen an die Funktionsräume gestellt, sodass die Teilnehmenden ihre persönlichen und unabhängigen Interpretationen des Projekts präsentieren können. Sie sind daher eingeladen, frei zu experimentieren, ohne Eingriffe in das bestehende Gebäude zu befürchten, und eine unendliche Anzahl innovativer Designlösungen vorzuschlagen.

Punta Bianca

Das Projekt

Der Umfang der vorgeschlagenen Eingriffe zur Neuinterpretation des Zollhauses liegt in Ihrem Ermessen. Sowohl konservativere Vorschläge, die sich durch einen diskreteren und respektvolleren Umgang mit dem ursprünglichen Haus auszeichnen, als auch ambitioniertere, visionäre Vorschläge mit radikaleren Eingriffen werden gleichermaßen akzeptiert. Nach einem atemberaubenden Spaziergang durch das Reservat finden Besucher hier im alten Zollhaus einen Ort zum Verweilen, eingebettet in die Ruine, wo sie im weichen Schatten die sanfte Meeresbrise, den Gesang der Vögel und das Rauschen der an den Felsen brechenden Wellen genießen können. Es ist der perfekte Ort, um zu entspannen, Informationen aufzunehmen und die weite Landschaft weiter zu erkunden. 

Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf die Renovierung der Innenräume des Zollhauses, sondern kann auch Änderungen an der Gebäudehülle und volumetrische Erweiterungen umfassen, sei es in höhere Stockwerke aufgrund des fehlenden Dachs oder an eine der Seiten. Innenräume können unterschiedliche Höhen aufweisen und mit beweglichen oder festen Trennwänden oder einer Kombination aus beidem ausgestattet werden. Erwünscht ist ein architektonische inszenierter Erlebnisort. Analog und in direkter Nachbarschaft zum Zollhaus ist ein Besucherzentrum neu zu planen, das in seinen Dimensionen auf das Bestandsgebäude des Zollhauses reagiert. Dieses Besucherzentrum muss mindestens Folgendes umfassen: einen Empfangs- und Informationsbereich, einen Erfrischungsbereich mit Außenanschluss, einen Souvenirladen, einen kleinen Lagerbereich, kompakte Toiletten und einen Ausstellungsbereich

Natürlich muss jede Entscheidung im Rahmen des integrierten Gesamtkonzepts für den Eingriff begründet werden. Das empfohlene Programm skizziert die Mindestanforderungen, überlässt die Definition ihrer Dimensionen jedoch dem Ermessen der Planenden.