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Mit 26 um die halbe Welt

Der FH-Student Adem Gülali reiste mit der FH nach Australien, Südafrika und in die Türkei. Immer im Gepäck: seine Leidenschaft fürs Bauen.

Als Adem Gülali in Dubai vor dem Burj Khalifa stand und hochschaute, dachte er sich: „Wow!“ Bisher hatte er das höchste Gebäude der Welt nur im Fernsehen gesehen, aber das änderte sich 2023, als er auf dem Weg nach Australien einen Zwischenstopp in Dubai einlegte. Seitdem hat der FH-Student über 20 Länder besucht – darunter zwei Auslandssemester in Australien und in der Türkei und eine Exkursion nach Südafrika mit der FH Aachen.

Von Beginn an war für den 26-Jährigen klar: „Wenn studieren, dann mit Auslandserfahrung.“ Schon zwei seiner Verwandten waren durch das Studium im Ausland unterwegs gewesen. Deshalb informierte sich Adem Gülali, der im Master Bauingenieurwesen studiert, nach der Corona-Pandemie über Möglichkeiten, während des Studiums ins Ausland zu gehen – am liebsten möglichst weit weg. „Ich komme aus einer Kleinstadt in NRW (Bergheim). Mein Ziel war schon immer, die große, weite Welt zu sehen.“

Ein halbes Jahr in Australien

Für sein erstes Auslandssemester ging er deshalb 2023 nach Melbourne an die RMIT University, eine Partner-Universität der FH Aachen. Zeitverschiebung, rund 15.000 Kilometer von Zuhause entfernt, australischer Akzent – am Anfang war es nicht leicht. Ihm half, dass ein weiterer FH-Student, den er im ersten Treffen zum Auslandssemester kennengelernt hatte, zur gleichen Zeit in Melbourne war. Sie freundeten sich schnell an. Heute ist der frühere Kommilitone wie ein Bruder für Adem und bei dessen Hochzeit war Adem sogar Trauzeuge.

An der RMIT University zu studieren, war für den damals 22-Jährigen kein Problem: „Durch mein Studium an der FH hatte ich gute Vorkenntnisse und war sogar fachlich weiter als manche Kommiliton:innen.“ Das Highlight seines Auslandsaufenthaltes: 18 Tage mit dem Camper die Ostküste entlangfahren. Surfen, frische Mangos, asiatische Küche – „ich hab’s geliebt“. 

Zweites Auslandssemester

Gefördert durch das Erasmus-Programm war Adem im Anschluss für ein halbes Jahr in Istanbul. Dort studierte er an der Bahçeşehir Üniversitesi, eine weitere Partner-Universität der FH. Allerdings waren ihm dieses Mal die Sprache und Kultur vertrauter, denn seine Familie stammt aus der Türkei. Er reiste viel durch das Land und besuchte das Dorf seiner Mutter, was für ihn eine besondere Erfahrung war.

Exkursion nach Südafrika

Mit etwa 17 Jahren sah Adem das Burj Khalifa zum ersten Mal in einer Dokumentation und wusste, er will Bauingenieur werden. Sein Traum: Teil eines Wolkenkratzer-Bauprojekts sein. Deshalb auch seine Leidenschaft für Metropolen. So war er zusammen mit Prof. Dr. Martin Ferger vom Fachbereich Bauingenieurswesen und rund 20 anderen FH-Studierenden Ende 2025 auf Exkursion in Kapstadt und Umgebung. Dort besichtigten sie Baustellen, unter anderem einen doppelstöckigen Kreisverkehr und eine Neubausiedlung mit Häusern für bedürftige Familien, aber auch Labore der Stellenbosch University. 

„Ich habe nur gewonnen.“

Wie es nach seinem Master weitergeht, weiß er noch nicht. Klar ist nur: Er möchte auf jeden Fall im Ausland arbeiten. Durch seine Auslandsaufenthalte während des Studiums sei er viel extrovertierter und selbstständiger geworden, meint Adem. Er hat viele Freunde gefunden, unterschiedliche Kulturen kennengelernt und ist dankbarer geworden. „Man kann nichts verlieren, ich habe nur gewonnen.“