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Mutmacherinnen feiern Premieren

Veranstaltungsreihe IngenieurINNENwelten startet ins Sommersemester. Neuer Ort, neue Themen, neues Format. Die Grundidee bleibt gleich: Berufswege für Frauen im MINT-Bereich aufzeigen.

Für Prof. Dr. Nina Kopmann war es eine Premiere. Zum ersten Mal moderierte sie eine Veranstaltung der Reihe IngenieurINNENwelten, die vor drei Jahren von Prof. Dr. Andrea Upmann und Katrin Brittner ins Leben gerufen wurde. Im Mittelpunkt stand diesmal die Baubranche – einer der Wirtschaftszweige, wo Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind, vor allem in Führungspositionen.

Strukturen wahrnehmen und gestalten

“Wir möchten mit der Veranstaltungsreihe Mut machen. Wir möchten Studentinnen Perspektiven aufzeigen und Erfahrungen vermitteln, damit sie sich in der männerdominierten Ingenieurswelt durchsetzen können”, sagte Nina Kopmann. Als Gastrednerin erzählte Michaela Schriever, Niederlassungsleiterin bei der WOLFF & MÜLLER Hoch- und Industriebau GmbH & Co. KG, was sie erlebt hat – etwa auf Baustellen, aber auch bei Besprechungen und Sitzungen. Bis 1994 galt in (West-)Deutschland ein Beschäftigungsverbot für Frauen im Bauhauptgewerbe; bis heute liegt der Anteil der Frauen bei den Beschäftigten in der Branche nur bei 15 Prozent, in Führungspositionen sind es sogar nur 10 Prozent. Entsprechend schwierig ist es für Frauen, Netzwerke aufzubauen. Dabei sei es entscheidend, dass Frauen Strukturen bewusst wahrnehmen, bevor sie sie selbst mitgestalten.

Neue Perspektiven, mehr Neugier

Michaela Schriever warb für einen Perspektivwechsel. Es gelte, neue Maßstäbe zu setzen und das Verständnis von Normalität zu verändern. “Wir brauchen neue Perspektiven, die Neugier auf etwas Anderes”, betonte sie. Die Baubranche stehe vor großen Veränderungen, sei es aufgrund technologischer Entwicklungen oder wegen neuer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Wenn sich das Mindset nicht ändere, drohe das Problem zu einer Dauerbaustelle zu werden: “Perspektivwechsel ist der Schlüssel für Innovation.” Die Teilnehmenden hatten bei einer Fish-Bowl-Runde Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen zu schildern – Austausch und Vernetzung sind Ziele der Veranstaltungsreihe.

Spektrum der MINT-Fächer abdecken

Der Start ins Sommersemester war die 14. Veranstaltung der IngenieurINNENwelten. “Wir wollen Einblicke ins Berufsleben geben und Orientierung bieten”, sagt Nina Kopmann, die aus dem Fachbereich Bauingenieurwesen kommt. Sie möchte eine neue inhaltliche Komponente in die Reihe einbringen, um das Spektrum der MINT-Fächer abzudecken – bislang lag der Schwerpunkt in den Bereichen Maschinenbau und Mechatronik sowie Luft- und Raumfahrttechnik. Und auch der Ort war neu: Bislang fanden die Veranstaltungen im Gebäude Goethestraße statt, jetzt erstmals im FH-Gründungszentrum an der Eupener Straße. Unterstützt wird das Veranstaltungsformat durch das Professorinnenprogramm sowie das Programm “Ladies in MINT” des Gleichstellungsbüros.