Details

Neue Perspektiven für den Thermalbadebrunnen

Forschungsprojekt für nachhaltig sicheren Betrieb – gefördert aus dem FH-Nachhaltigkeitsfonds

Das Projekt “Wärm Komp” sorgt seit Jahren für Aufmerksamkeit – zu einleuchtend ist die Idee, das Erbe des Kurbadens in Aachen-Burtscheid mit neuem Leben zu füllen und vor allem das Thermalwasser selbst wieder allgemein zugänglich zu machen. Nach einer ersten Pilotphase geht es nun darum, langfristige Perspektiven für einen Thermalbadebrunnen zu entwickeln.

Eine notwendige Voraussetzung für eine dauerhafte Etablierung ist, dass das Wasser auch strenge Richtlinien bezüglich der Verträglichkeit erfüllt. An der FH Aachen wird in einem gemeinsamen Vorhaben mehrerer Fachbereiche eine Lösung entwickelt, die einen nachhaltig sicheren Badebetrieb gewährleistet. Beteiligt sind Fachleute aus den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen sowie Chemie und Biotechnologie, gefördert wurde das Projekt mit insgesamt 20.000 Euro aus dem FH-eigenen Nachhaltigkeitsfonds.

Faktoren für die Sauberkeit

In der Pilotphase 2024 musste der Betrieb des Beckens eingeschränkt werden, weil die bakterielle Belastung im Wasser die Grenzwerte überstieg. Dies war dem großen Andrang geschuldet, aber auch der Tatsache, dass die Anlage frei zugänglich war. In ihrem interdisziplinären Vorhaben haben die FH-Forscher:innen jetzt verschiedene Faktoren identifiziert, die die Sauberkeit des Wassers beeinflussen – das reicht von der Form der Becken über die Materialauswahl bis hin zu Methoden der Desinfizierung. 

Form, Oberfläche, Reinigungsmethoden

Der Grundgedanke des geplanten Badebrunnens ist, dass das Thermalwasser verschiedene Becken durchströmt. Wenn diese Becken eine abgerundete Form haben, ist das Durchflussverhalten besser – gerade in den Ecken setzen sich gerne Keime fest. Die Oberflächenbeschaffenheit spielt ebenso eine wichtige Rolle; je nach Wahl des Materials können Mikroorganismen besser oder schlechter anhaften (oder wieder entfernt werden). Weiterhin wird das Wasser gereinigt, zum Einsatz kommen dabei ultraviolettes Licht und Wasserstoffperoxid sowie die thermische Desinfektion der Oberflächen.

Reallabor ab 2027

Das Projekt “Wärm Komp” vereint zahlreiche gesellschaftliche Akteure aus Burtscheid und weit darüber hinaus. Ihr Ziel ist es, in einem nächsten Schritt ein “Reallabor” aufzubauen; es soll Ende 2027 für zwei Jahre in Betrieb gehen. Ein weiteres begleitendes Forschungsprojekt soll sich der Untersuchung der Wasserhygiene und Materialversuchen sowie einer Klärung der technischen Anforderungen (Wärmetauscher, Anlagensteuerung) widmen. Als Standort würde sich eine Fläche in der Nähe des Couvenpavillons im nordöstlichen Teil des Kurgartens eignen. Von dort aus ließe sich auch die traditionelle Sichtachse in die Mitte des Kurgartens wiederherstellen. Sie ist Teil der Gesamtstrategie der Initiative “Wärm Komp”, die in einem Bereich zwischen Kapellenstraße und Bachstraße die Sicht- und Erlebbarmachung des standortprägenden Thermalwassers beinhaltet.

Details zur Planung enthält das Strategiepapier der Initiative Wärm Komp