Entrepreneurship

Ob Start-up oder Innovation im Großunternehmen – Entrepreneurship bedeutet, Zukunft aktiv zu gestalten. Prof. Dr. Constanze Chwallek zeigt auf, wie man mit Kreativität, Teamgeist und Durchhaltevermögen aus einer Idee ein marktfähiges Geschäftsmodell entwickelt. Erfahren Sie, wie Sie durch praxisnahe Module und die enge Zusammenarbeit mit dem Gründungszentrum schon im Studium erste Gründungsschritte gehen können. Hören Sie außerdem in eine echte Erfolgsgeschichte von Absolventin und Gründerin Shirin Abbassi rein.

"Das Konzeptionelle, Generalistische, Übergreifende, Interdisziplinäre, das finde ich sehr spannend am Fachgebiet Entrepreneurship."

Prof. Dr. Constanze Chwallek über das Berufsfeld Entrepreneurship

Zum Reinhören

Podcastfolgen mit Prof. Dr. Constanze Chwallek und Absolventin Shirin Abbassi

Von der Idee zum eigenen Unternehmen

Von der Idee zum eigenen Unternehmen

Gründen, wachsen, dranbleiben

Gründen, wachsen, dranbleiben

"Aachen hat eine sehr ausgeprägte Startup-Szene"

Interview mit Prof. Dr. Constanze Chwallek

Worum geht es bei Entrepreneurship?

Es geht generell darum, ein innovatives unternehmerisches Vorhaben zu realisieren. Dies kann in Form eines Startups erfolgen. Bei diesen jungen Unternehmen, die sich zunächst am Markt behaupten müssen, bedeutet dies in frühen Phasen, dass erst einmal geklärt werden muss, welches Problem überhaupt gelöst werden soll und für wen es gelöst werden soll. In einer späteren Phase geht es dann um die Fragen, mit welchem Geschäftsmodell man in den Markt eintreten möchte, wie die dazugehörigen Maßnahmen aussehen, welche Kommunikationsmaßnahmen es geben soll, wo man die Zielgruppe findet, bis hin zu wie man das notwendige Kapital erhält.

Entrepreneurship kann aber auch in bestehenden Unternehmen stattfinden als sogenanntes Intrapreneurship. Entrepreneurship treibt Innovationen und gesellschaftlichen Wandel voran und man gestaltet die Zukunft.

Gibt es Module, die speziell auf Entrepreneurship vorbereiten?

Ich biete das Modul „Entrepreneurship – Methoden und Instrumente“ an. Hier werden die wichtigsten Tools vermittelt, die dazu nötig sind, um ein unternehmerisches Vorhaben erfolgreich voranzutreiben. Darüber hinaus gibt es „Entrepreneurship in der Praxis“. In dieser Ringvorlesung kommen nur Praktiker und Praktikerinnen zu Wort, Startup-Unternehmer und -Unternehmerinnen, aber auch Vertreter und Vertreterinnen aus dem Mittelstand und Innovationsverantwortliche aus Großunternehmen.

Was lernt man dort?

Neben dem methodischen Rüstzeug bereichert vor allem das Erleben der vielfältigen Persönlichkeiten mit deren Werdegängen den eigenen Erfahrungshorizont. Davon profitieren die Studierenden auch im Hinblick auf die eigenen Erwartungen und Ziele besonders.

Wie kann man sich schon während des Studiums auf das Gründen vorbereiten?

Ich arbeite eng mit dem Gründungszentrum der FH Aachen zusammen, hier wird jedem, der sich für das Thema interessiert und ggfs. eine eigene Geschäftsidee hat, Unterstützung gegeben. Zudem matchen wir dort BWL-Studierende zu bestehenden Gründungsvorhaben, damit sich möglichst interdisziplinäre Teams bilden.

Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sind notwendig, um als Entrepreneur:in erfolgreich zu sein? Gibt es spezielle Soft Skills, die besonders wichtig sind?

Vor allem die Fähigkeit, anzupacken, einfach mal machen, sich nicht unterkriegen zu lassen trotz möglicher Tiefschläge, unkonventionelle Lösungswege zu beschreiten, natürlich auch Teamfähigkeit, das sind elementare Eigenschaften, die eben nicht „mehr“ nur im Startup-Umfeld gut ankommen.

Wie sieht der Weg nach dem Studienabschluss aus? Startet man direkt als Entrepreneur:in durch?

Man kann sich einem Startup anschließen und das Team mit BWL-Kompetenz bereichern. Aachen hat eine sehr ausgeprägte Startup-Szene. Zudem begleite ich auch Absolventinnen und Absolventen, die ihr eigenes Vorhaben verfolgen, was idealerweise schon mit der Bachelorarbeit vorbereitet werden kann. Darüber hinaus suchen auch etablierte Unternehmen Mitarbeitende, die neue Geschäftsfelder identifizieren oder die Zusammenarbeit mit Startups stärken. Also hier gibt es vielfältigste Möglichkeiten. Die Vertiefung Entrepreneurship lässt sich auch hervorragend mit nahezu allen anderen Vertiefungen kombinieren.

Wie stehen die Chancen aktuell für Gründer:innen, erfolgreich zu sein?

Die stehen recht gut, denn es gibt vielfältige Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangebote.

Wie lange dauert es i.d.R. von der Idee bis zur Umsetzung?

Das hängt absolut von der Idee ab. Es gibt Ideen, die benötigen Jahre, wie beispielsweise in der Medizintechnik. Es gibt aber auch Ideen, mit denen es ziemlich schnell an den Start gehen kann.

Wie sieht es mit dem Einkommen aus?

Das hängt auch davon ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Häufig ist das als laufendes Gehalt weniger als bei einer Anstellung, dafür kann man aber im Fall eines erfolgreichen Exits ein erhebliches Vermögen erzielen.

Wie hat sich die Gründerszene in den letzten Jahren verändert und welche Entwicklungen gibt es aktuell?

Das Thema Gründen und Startups wird immer positiver gesehen. Erfahrungen in der Startup-Szene sind sehr gefragt von nahezu allen Arbeitgebern. Ich hoffe, dass die Startup-Szene weiter prosperiert und mit Technologien und innovativen Ansätze zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen beiträgt.

Was begeistert Sie Entrepreneurship so sehr?

Mich begeistert die Vielseitigkeit der Themen und der Umgang mit jungen inspirierenden Menschen. Mir macht es immer wieder aufs Neue Spaß, mich mit innovativen Geschäftsmodellen zu befassen und zu sehen, warum diese funktionieren. Was mich darüber hinaus noch an Entrepreneurship so fasziniert, ist, dass nicht nur das Lösungsangebot passgenau auf den Markt zugeschnitten werden muss, es muss auch das dahinterliegende Unternehmen konzipiert werden. Und dabei kommen alle Funktionen der Betriebswirtschaftslehre zum Tragen. Dieses Konzeptionelle, Generalistische, Interdisziplinäre, das finde ich extrem spannend am Fachgebiet Entrepreneurship.