Operations Management

Ob Werkhalle oder Lieferkette – im Operations Management dreht sich alles um effiziente Abläufe in Beschaffung, Produktion und Logistik. Wer gerne komplexe Zusammenhänge durchdringt, praxisnah optimiert und Veränderungen mitgestalten möchte, ist hier genau richtig. An der FH Aachen bereiten Prof. Dr. Markus Focke, Prof. Dr. Tim Höhne und Prof. Dr. Matthias Meinecke mit realen Fallstudien, Exkursionen und spezialisierten Modulen gezielt auf Führungs- und Fachkarrieren in einem zukunftsorientierten Berufsfeld vor. Absolvent Dominik Speen berichtet von seinem Job als Director Operations Excellence.

"Unternehmen können heute nur erfolgreich sein, wenn sie das Zusammenspiel aus Beschaffung, Produktion und Logistik verstehen."

Prof. Dr. Matthias Meinecke über das Berufsfeld Operations Management

"Rückblickend schätze ich besonders den Praxisbezug und die Expertise der Dozenten am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften."

Absolvent Dominik Speen über sein Studium an der FH Aachen

Zum Reinhören

Podcastfolgen mit Prof. Dr. Markus Focke und Absolvent Dominik Speen

Der Weg von Waren zum Kunden

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Prozesse optimieren, Verantwortung übernehmen

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"Veränderung und Weiterentwicklung ist Alltag im Operations Management."

Interview mit Prof. Dr. Tim Höhne

Worum geht es ganz allgemein im Berufsfeld Operations Management?

Das Operations Management ist ein zentrales Berufsfeld im Unternehmensbetrieb, das sich mit der effizienten Planung, Steuerung und Optimierung von Geschäftsprozessen befasst. Dabei werden Arbeitsabläufe in Unternehmen verbessert, um durch Effizienz der Ressourcennutzung und Effektivität der Kundenwunscherfüllung die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Typische Tätigkeitsbereiche in der Industrie sind Einkauf, Produktion und Logistik. Aber auch im Dienstleistungsbereich und im Handwerk gibt es diese Themen.

Welche unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche gibt es im Berufsfeld und welche konkreten Aufgaben sind damit verbunden?

Analytisches Denken, eine strategische Ausrichtung, ein Interesse an permanenter Prozessverbesserung und eine pragmatische operative Umsetzung kommen in verschiedenen Tätigkeitsbereichen zum Einsatz; Produktionsmanagement, Supply Chain Management, Logistik- und Transportmanagement, Projektmanagement, Qualitätsmanagement und Digitalisierung. In letzter Zeit gewinnt die Nachhaltigkeit auch im Operations Management an Bedeutung.

Wie sieht üblicherweise der Berufseinstieg im Bereich Operations Management aus?

Als Einstiegsstrategie ist dringend zu empfehlen, schon während des Studiums (z.B. auch in einem zusätzlichen Praxissemester) praktische Erfahrungen in Unternehmen zu sammeln, da man im Alltag ja nicht hinter die Kulissen eines Industrieunternehmens schauen kann. Typische Einstiegspositionen sind das Projektmanagement oder die Assistenz eines Geschäftsführers, ein Trainee-Programm mit Rotation durch unterschiedliche Unternehmensbereiche oder die Tätigkeit in einer Unternehmensberatung.

Wie kann man sich im Berufsfeld weiterentwickeln?

Veränderung und Weiterentwicklung ist Alltag im Operations Management. Zunächst entwickelt man sich typischerweise horizontal, d.h. man wechselt zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen oder ggf. auch in eine andere Branche. Durch die vielen Schnittstellen zu anderen Funktionen im Unternehmen behält man immer den generalistischen Überblick. Zusatzqualifikationen im Projektmanagement, als Six Sigma Green/Black Belt oder APICS-Zertifikate sind Möglichkeiten, das Gelernte auch dokumentieren. Die Karriere entwickelt sich mit der Zeit oft aber auch vertikal, d.h. aus der Projektverantwortung wird eine Linienverantwortung und die Mitarbeiterzahl, das finanzielle Budget und der unternehmerische Gestaltungsraum wächst, bis man evtl. irgendwann als COO, also der Chief Operating Officer, für ein ganzes Unternehmen zuständig ist. Da die Karriere oft davon abhängt, dass die eigenen Leistungen auch gesehen werden, empfiehlt sich das Networking, die Übernahme von Sonderprojekten und die Teilnahme an Mentoring-Programmen.

Wie sieht der Arbeitsmarkt im Bereich Operations Management momentan aus?

Die zunehmende Bedeutung von Effizienz und Prozessoptimierung und insbesondere die hohe Dynamik in der Digitalisierung sorgen für eine hohe Nachfrage im Operations Management. Erfahrungen in der Datenanalyse, in Projekt- und Teamarbeit und Interesse an digitalen Lösungen sind von großer Bedeutung. Insbesondere in Zeiten einer schwachen Konjunktur ist der Bedarf nach Effizienzsteigerungen hoch. Aber auch wenn die Industrie schwächelt, finden sich Jobs im Operations Management auch in anderen Boom-Branchen wie dem Gesundheitswesen, dem E-Commerce und der Energiewirtschaft.

Mit welchem Gehalt steigt man üblicherweise ein und welche Entwicklungen sind möglich?

Die Gehaltsspanne für Berufseinsteiger liegt je nach Unternehmen und Branche zwischen 45.000 und 60.000 Euro brutto pro Jahr. Da sich oft die Möglichkeit bietet, früh Personalverantwortung zu übernehmen, steigt mit der Verantwortung weiter an und erfahrene Fachkräfte verdienen 70.000 bis 90.000 Euro brutto. Führungskräfte im Operations Management mit unternehmerischer Verantwortung für einen Profit-Center verdienen regelmäßig über 100.000 Euro brutto.

Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sind notwendig, um in diesem Berufsfeld erfolgreich zu sein?

Neben den fachlichen Qualifikationen sind methodische Kompetenzen wie Lean Management, Prozessoptimierung, Datenanalyse, Risikomanagement und agiles Projektmanagement sehr hilfreich – gerne auch durch das Beherrschen konkreter Tools wie Excel, SAP und Business Intelligence-Tools. Aber auch persönliche Schlüsselkompetenzen wie analytisches Denken, Lernbereitschaft, Teamfähigkeit, Stressresistenz und interkulturelle Kompetenz sind sehr wichtig. Angesichts der Tatsache, dass Englisch in der Kooperation mit Lieferanten und Kunden eine große Rolle spielen kann, empfiehlt es sich, schon im Studium entsprechende Auslandserfahrungen zu sammeln.

Welche verpflichtenden Grundlagenmodule gibt es bei uns am Fachbereich im Bereich Operations Management?

Neben dem Pflichtmodul „Operations Management“ tragen auch Module wie „Sprache/Sozialkompetenz“, „Personal und Organisation“, „Kostenrechnung“ bzw. „Einführung in das Controlling“ und „Informationstechnik“ bzw. „Informationssysteme“ zu einem guten Grundverständnis bei.

Welche Vertiefungen kann man wählen?

Die Vertiefungsmodule des Fachgebietes Operations Management an unserem Fachbereich sind „Logistik Consulting und Operational Excellence“, „Supply Chain Management“, „Beschaffungsmanagement und Verhandlungsführung“ sowie „Organisationsmanagement“.

Gibt es Module aus anderen Bereichen, die Sie darüber hinaus empfehlen würden, um erfolgreich im Berufsfeld agieren zu können?

Angesichts der Breite von Operations Management gibt es viele nützliche Vertiefungsmodule, die die Kompetenzen zur Kostenreduzierung stärken („Kostenmanagement“, „Branchen- und Funktionalcontrolling“, „Recht des Ein- und Verkaufs“, „Arbeitsrecht“), das ganzheitliche Verständnis des globalen Wirtschaftens schärfen („EU Business“, „EU Economics“, „Internationales Business“) oder die Fokussierung auf den Kundennutzen in den Mittelpunkt stellen („E-Commerce“, „Industriegütermarketing“, „Vertriebsmanagement“, „Anforderungs- und Testmanagement“). Auch stark kompetenzorientierte Module („Führung und Persönlichkeit“, „Angewandtes Projektmanagement“, „IT-Projektsteuerung“, „Management Science“) machen einen stark für Aufgaben im Operations Management.

Gibt es aktuell im Berufsfeld Entwicklungen, die Einfluss auf die Arbeitsbereiche des Berufsfelds haben?

Alle großen Trends unserer Zeit beeinflussen das Berufsfeld: Die Digitalisierung verbreitert den Zugang zu Daten und Tools in der Cloud. Die Automatisierung erweitert sich von den physischen Arbeitsprozessen auf planende und verwaltende Tätigkeiten. Künstliche Intelligenz verbessert automatisiertes Lernen, Prognosen und Optimierungen. Aber auch die Gestaltung nachhaltiger Herstellungsprozesse, mit CO2-Einsparung, Überwachung von Lieferketten oder Orchestrierung zirkulärer Materialströme stellen uns vor große Aufgaben. Gleichzeitig verändert sich die Arbeitswelt durch den Fachkräftemangel, New Work-Konzepte und eine zunehmende Bedürfnisorientierung.