ZELLULÄR – Zirkuläre zellstoffbasierte Produkte aus Abfällen der Papierindustrie

Laufzeit: 01.04.2026-31.03.2029
Förderkennzeichen: EFRE-20801954

Ausgangssituation:

Die Papierindustrie hat das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Ein Ansatz zur Reduktion des Einsatzes fossiler Energieträger ist die Erzeugung von Biogas aus Reststoffen der Papierindustrie. In den Projekten RE-Papier und Plus RE-Papier (gefördert durch Leitmarkt Agentur. NRW) der FH Aachen wurde ein anaerober Prozess zur Biogaserzeugung aus den anfallenden Reststoffen erfolgreich etabliert. Bei der Biogasproduktion entsteht neben dem Biogas ein Gärprodukt. Dessen landwirtschaftliche Verwertung als Dünger ist aufgrund der Düngemittelverordnung untersagt. Somit entsteht ein Reststoff, der kostenintensiv entsorgt werden müsste. Um die Biogasproduktion im großtechnischen Maßstab wirtschaftlich in den Unternehmen umzusetzen, müssen für das Gärprodukt Verwertungs- und Behandlungstechniken entwickelt werden.

Das Projekt:

Im Vorhaben sollen Kurzfaserfraktionen, die als Residuen bei der Herstellung von Recyclingpapier anfallen, wiederverwendet werden. Dieser Abfall wird innerhalb einer Containeranlage zuerst im Biogasprozess eingesetzt. So wird Biogas, eine klimaneutrale Energiequelle, als Erdgasäquivalent oder zur Verstromung und Wärmeproduktion bereitgestellt. Gemeinsam mit der Stadt Düren sollen Potenziale zur Nutzung der erzeugten Wärme sowie zur Einbindung der Technologie in kommunale Infrastruktur untersucht werden. Das entstehende Gärprodukt wird in eine feste und flüssige Phase separiert, wobei die feste Phase als nachhaltiger (Bau-)Stoff beispielsweise in der Zementindustrie eingesetzt werden kann. Aus der flüssigen Phase wird Stickstoff zurückgewonnen und als Dünger zur Verfügung gestellt. Das Wasser wird im Anschluss aufbereitet, so dass dieses z. B. als Prozesswasser wiederverwendet werden kann. Somit werden in diesem Projekt aus einem Abfall Energie, Baustoff, Dünger und sauberes Wasser. Durch Informationsveranstaltungen, Workshops und Dialogformate mit Bürgerinnen und Bürgern soll die Akzeptanz für zirkuläre Technologien und industrielle Kreislaufwirtschaft gestärkt werden. 

Ziele: 

Dieser Prozess soll im halbtechnischen Maßstab in einem Container realisiert werden. Somit wird eine Prozesskette realisiert, die flexibel bei verschiedenen Papierunternehmen eingesetzt werden kann. Durch die Vielzahl der entstehenden Produkte stärkt dieser Prozess die Region bzw. Kommune, da regionale Recyclingprodukte (Dünger, Baustoffe, erneuerbare Energie und Wasser) zur direkten Vor-Ort-Nutzung entstehen. Gleichzeitig unterstützt das Vorhaben die Transformation hin zu einer zirkulären Kommune, indem industrielle Reststoffe in regionale Stoff- und Energiekreisläufe integriert werden. Im Projekt arbeiten die Stadt Düren als Vertreterin der Papierregion und die FH Aachen als forschungsstarke Hochschule im Bereich Nachhaltigkeit und Energie eng an anwendungsorientierten Lösungen zusammen, um die regionale Wertschöpfung zu erhöhen.

Projektpartner:

Stadt Düren