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“FH-Absolventen können genau das, was wir brauchen“

Das Unternehmen Quality Automation arbeitet für weltweit führende Industrieunternehmen – und baut auf Absolvent:innen der FH Aachen. Vorstellung beim Unternehmensfrühstück „tech & breakfast“.

"Wir sind nur ein Dienstleister", sagt Christian Fritz bescheiden. Hinter diesem Satz steckt aber eine ganze Menge mehr: Führende Industrieunternehmen aus den Branchen Automobil, Lebensmittel und Medizintechnik gehören zu den Kunden der Quality Automation GmbH, mit rund 70 Mitarbeiter:innen erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund zwölf Millionen Euro. Das Unternehmen ist in Europa, Nordamerika und Asien aktiv. Christian Fritz ist – genau wie sein Bruder Andreas – Mitglied der Geschäftsführung, beide sind FH-Absolventen.

Maschinen werden auf den aktuellen Stand gebracht

Das Geschäftsmodell lässt sich einfach auf den Punkt bringen: Quality Automation hilft, wo andere nicht (mehr) weiterwissen. Wenn es in einer Produktionsanlage stockt, wenn eine Maschine nicht mehr sicher ist oder die Ausschussquote steigt, kommen die Mitarbeiter:innen des Unternehmens aus Stolberg-Büsbach ins Spiel. "Oft reicht es aus, eine Maschine zu ertüchtigen statt gleich eine neue Anlage zu kaufen", betont Christian Fritz. Beim Retrofit-Verfahren wird etwa die Steuerung der Maschine ausgetauscht, eine neue Software installiert oder die Sicherheitstechnik auf den aktuellen Stand gebracht.

Viele Beschäftigte kommen von der FH

Grundlage dieses Geschäftsmodells sind gut ausgebildete Mitarbeiter:innen, die ihr Fachgebiet in Theorie und Praxis gleichermaßen beherrschen – und die bezieht das Unternehmen mit Vorliebe an der FH Aachen. "Zwischen 60 und 70 Prozent unserer Kollegen haben an der FH studiert", erläutert Christian Fritz. Er selbst studierte Informatik im Bachelor und Master am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, seinen Abschluss machte er 2016. "Das Studium hat mich extrem gut vorbereitet", sagt er, es habe ihn in die Lage versetzt, auch komplexe technische Probleme zu lösen. "Wir schätzen die Ausbildung an der FH enorm. Die Absolventen können genau das, was wir brauchen", ergänzt er.

Um die Ecke denken

Beim Rundgang durch die Unternehmensräume wird klar, wie anspruchsvoll die Tätigkeit ist. Christian Fritz hält eine Nadel in die Höhe, die bei Augenoperationen eingesetzt wird. Sie ist so klein und filigran, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist. "Wir haben ein System entwickelt, mit dem die Nadeln für den Einsatz vorbereitet werden können", erklärt der Geschäftsführer. Höchste Präzision und penible Qualitätskontrolle sind in der Medizintechnik unerlässlich. Ähnliches gilt für die Lebensmittelbranche – auch hier ist Quality Automation aktiv. "Wir backen keine Kekse", sagt Christian Fritz, aber die Mitarbeiter:innen seien immer in der Lage, sich in Produktionsprozesse und Unternehmensabläufe hineinzuversetzen. Als externer Dienstleister sei es wichtig, um die Ecke zu denken.

Partner des FH-Stipendienprogramms

Die Geschäftsführung von Quality Automation besteht derzeit aus fünf Personen: Michael Fritz ist der Seniorchef; er hatte das Unternehmen im Jahr 2000 gemeinsam mit Heinz Monnartz gegründet. Ihm zur Seite stehen heute seine Söhne Andreas und Christian sowie die Prokuristen Friedhelm Steffens und Christian Franssen. Aber nicht nur Christian Fritz ist ein FH-Absolvent, auch sein Bruder Andreas, der nach dem Bachelor in Elektrotechnik am Campus Jülich noch das MBA-Programm Management und Entrepreneurship erfolgreich durchlaufen hat, das zusätzliche Kenntnisse in Wirtschaft, Unternehmensführung, Steuern und Recht vermittelt. Das Unternehmen pflegt seit Jahren eine enge Beziehung zur FH Aachen: Es unterstützt das Stipendienprogramm und vergibt Themen für Praxisprojekte sowie Bachelor- und Masterarbeiten.

Überhaupt ist das Unternehmen wie eine große Familie: Zum 25-jährigen Bestehen der Firma fährt die ganze Belegschaft nach Österreich – in die Heimat von Firmenmitgründer Michael Fritz. "Wir haben ein ganzes Hotel gemietet", erzählt Christian Fritz, die Reise sei auch ein Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung den Mitarbeiter:innen gegenüber. Die hohe Zufriedenheit äußert sich auch in der Treue zum Unternehmen: "Die drei Kollegen, mit denen wir im Jahr 2000 angefangen haben, sind heute alle noch dabei", sagt er.

Präsentation beim Unternehmensfrühstück

Die Wirtschaftsförderung der Kupferstadt Stolberg und der Innovationstransfer (IVT) der FH Aachen bieten gemeinsam das Unternehmensfrühstück „tech & breakfast“ an. Bei der jüngsten Auflage war Quality Automation Gastgeber. Rund 30 Interessierte waren in die Geschäftsräume an der Konrad-Adenauer-Straße gekommen, um sich zu informieren und Netzwerke aufzubauen. Begrüßt wurden sie von Patrick Haas, Bürgermeister der Stadt Stolberg, Peter Wackers von der Wirtschaftsförderung und Dr. Johannes Mandelartz, Leiter des IVT. Sie betonten, die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand sei ein bedeutsamer Standortvorteil der Aachener Region.

Vortrag von Prof. Czarnecki

Fester Bestandteil der Veranstaltungsreihe sind Impulsvorträge von FH-Forschenden. Prof. Dr. Christian Czarnecki ist im Bereich Wirtschaftsinformatik aktiv. Er betonte, Vertrauen sei ein entscheidender Baustein beim Einsatz von automatisierten Systemen. Dies gelte für das Vertrauen der Mitarbeitenden, der Kunden und der Führungskräfte in die Systeme, Prozesse und vor allem in die Menschen dahinter. Nur wenn dies vorhanden sei, könnten digitale Prozesse erfolgreich verankert werden.