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Frische Ideen für den Domgarten

Architekturstudierende der FH Aachen entwickeln gemeinsam mit Studierenden aus den USA Gestaltungsideen für den kleinen Garten zwischen Münsterplatz und Aachener Dom

Einen historisch bedeutsamen Ort zeitgemäß gestalten und gleichzeitig fit für die Zukunft machen: Mit dieser Herausforderung haben sich Studierende der FH Aachen und der Pennsylvania State University in einem gemeinsamen Workshop beschäftigt. Sie brachten Perspektiven der Architektur und der Landschaftsarchitektur zusammen, um Ideen für den Freiraum zwischen Aachener Dom und Münsterplatz zu entwickeln.

Kleiner Garten, große Aufgabe

Der kleine Garten südlich des Doms ist heute nur eingeschränkt nutzbar und bietet zugleich Potenzial für mehr Aufenthaltsqualität, Biodiversität und Klimaresilienz. “Aktuell wird diese Fläche nur als Abstandsgrün ohne besondere Funktion genutzt”, sagt Dozent David Welter, der sich über die erneute Zusammenarbeit zwischen der Akademie für internationale Bildung Bonn (AIB), der Pennsylvania State University (PSU) und der FH Aachen freut. Die Studierenden sollten deshalb Konzepte entwickeln, die einen Bezug zum Dom herstellen, ohne historische Formen dabei einfach zu kopieren. Gleichzeitig mussten sie berücksichtigen, dass die Fläche auch bei größeren Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt oder der Heiligtumsfahrt funktionieren muss.

Den Ort verstehen

Bevor es an die Entwürfe ging, analysierten die Studierenden den Ort in international gemischten Arbeitsgruppen. Sie beschäftigten sich unter anderem mit der Entwicklung des Domkomplexes, den Nutzungen und Bewegungsströmen rund um den Münsterplatz sowie mit historischen Freiraumstrukturen. Auf dieser Grundlage entwickelten sie eigene Gestaltungsideen. Der Stadtarchäologe Andreas Schaub vermittelte den Studierenden die besondere Bedeutung des Ortes und zeigte ihnen archäologische Befunde der römischen Münstertherme und des historischen Friedhofs unter dem Münsterplatz.

Interdisziplinäre Perspektive

Für die Studierenden bot der internationale Workshop die Möglichkeit, an einer realen und anspruchsvollen Planungsaufgabe zu arbeiten. “Das Spannende ist, dass aufgrund der verschiedenen Disziplinen plötzlich ganz unterschiedliche Blicke auf denselben Ort zusammentreffen. Die Studierenden lernen, ihre eigenen Ideen zu hinterfragen, andere Perspektiven aufzunehmen und daraus gemeinsam etwas Neues zu entwickeln”, so Prof. Fissabre. Auch die Präsentation der Entwürfe war Teil des Lernprozesses. Die Studierenden mussten ihre Konzepte unter anderem dem Dombaumeister Jan Richarz, der den Workshop begleitete, vorstellen und sich anschließend der Diskussion stellen.

Zukunftsorientierte Vielfalt

Innerhalb einer Woche sind unterschiedliche Ansätze entstanden, wie der Freiraum am Dom künftig genutzt und gestaltet werden könnte. Von neuen Grünflächen und Aufenthaltsbereichen bis hin zu flexiblen Elementen für Veranstaltungen. Entscheidend war hierbei die Vielfalt der Perspektiven und Ideen, die aus der gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem Ort entstanden sind. Der gemeinsame Workshop mit den Studierenden der Pennsylvania State University hat bereits zum dritten Mal stattgefunden. Auch in den vorigen Jahren entwickelten die internationalen Studierendenteams maßgeschneiderte Lösungen für eine Herausforderung rund um den Aachener Dom.