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Fünf Freunde, ein Doppelsieg
Die Effekte von CO₂ sind schädlich für die Umwelt – so weit, so bekannt. Dass aber Methan mehr als 20-mal stärker auf die Umwelt wirkt, obwohl es in Summe weniger ausgestoßen wird, ist vielen nicht bewusst. Fünf Studierende des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften haben sich dieser Problematik angenommen und eine Marketinglösung für ein Landwirtschaftsunternehmen entwickelt. Mit dem dabei entstandenen Poster konnten sie die internationale Jury der “Sustainable International Business – Global Poster Competition 2025” überzeugen und gleich zwei Preise nach Aachen holen.
FH Aachen | Sascha Halabut
Nachhaltigkeit auf globaler Ebene
Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Academy of International Business, der weltweit größten Gemeinschaft von Forschenden, die sich mit der Internationalisierung von Unternehmen und Ökonomien beschäftigt. Das Thema des Wettbewerbs ist den Studierenden vorgegeben. Sie sollen sich mindestens eines der Sustainable Development Goals heraussuchen und anhand eines frei gewählten Szenarios eine Marketinglösung in Hinblick auf das Nachhaltigkeitsziel entwickeln. “Nachhaltigkeit ist einfach ein relevantes Thema. Es interessiert die Studierenden und auch die Hochschule legt großen Wert darauf”, sagt Prof. Dr. Andreas Moosdorf, Leiter des Projektes. Die Poster Competition sei der wohl größte Studierendenwettbewerb, an dem man im Bereich der Wirtschaftswissenschaften teilnehmen könne. “Und bei rund 200 Einreichungen gleich zwei von acht Wettbewerbskategorien zu gewinnen – da kann das Team zurecht stolz auf sich sein.”
FH Aachen | Sascha Halabut
"Wir haben uns angeschrien"
Der Weg bis zum Doppelsieg sei jedoch teilweise holprig verlaufen, erzählen Jana Lederer und Edmund Ye lachend: “Wir haben uns angeschrien.” Ein Semester lang haben sie im Team mit ihren Kommiliton:innen Annika Haas, Antonia Mantey und Luka Wieczorek an dem Poster gearbeitet; sie alle studieren Global Business and Economics und sind seit Studienbeginn befreundet. Gemeinsam haben sie einen der größten europäischen Landwirtschaftsbetriebe analysiert, Maßnahmen zur Minderung des Methanausstoßes vorgeschlagen und diese in einem konkreten Marketing- und Kostenmodell ausformuliert. “So banal es klingt: Die Idee entstand beim Blick aus dem Fenster auf eine Kuhweide”, sagt die Studentin. Im Gegensatz zu CO₂ sei Methan als stark negativer Umweltfaktor nicht in den Köpfen der Menschen präsent. “Das wollten wir ändern. Wir haben viel diskutiert, gestritten und fast hätten wir unser Ergebnis gar nicht für den Wettbewerb eingereicht.”
FH Aachen | Sascha Halabut
Kompetenzen für eine ungewisse Zukunft
Streit und Diskussion sind für Prof. Moosdorf jedoch willkommene Begleiter eines erfolgreichen Arbeitsprozesses. Es gehe darum, die Studierenden auf das reale Arbeitsleben mit all seinen Dynamiken vorzubereiten: “Wir wissen nicht, wie die Berufswelt in zehn Jahren aussehen wird. Viele Jobs existieren heute vielleicht noch gar nicht.” Umso wichtiger sei es, dass Studierende lernen, mit Unsicherheit umzugehen und sich ein breites Kompetenzspektrum aneignen. Genau das leistet eine solche Projektarbeit.