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Innovationen schnell in die Bau-Praxis bringen
IHK Aachen | Heike Lachmann
10 Jahre Aachen Building Experts e.V. (ABE): 2016 wurde das Innovationsnetzwerk der Bau- und Immobilienwirtschaft von 33 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen, heute sind 170 Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland aktiv, um Innovationen schneller in die Praxis zu bringen, den Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern und den Austausch an den vielen Schnittstellen der Wertschöpfungskette zu stärken. Die FH Aachen ist seit der ABE-Gründung ein wesentlicher Akteur.
Enge Kooperation mit der Wirtschaft
Der Rektor der FH Aachen, Prof. Dr. Thomas Ritz, ist ebenso Mitglied des ABE-Vorstands wie Prof. Dr. Nina Kopmann, Expertin für Nachhaltige Gebäudeenergiesysteme am Fachbereich Bauingenieurwesen. Der Verein hat seinen Sitz im FH-Gebäude Bayernallee 9, zudem war er – genauso wie viele Mitgliedsunternehmen – eine treibende Kraft bei der Entwicklung und Ausgestaltung des FH-Studiengangs Smart Building Engineering (SBE). Durch die enge Kooperation ist sichergestellt, dass die FH-Aktivitäten in Lehre und Forschung direkt in der Bau-Praxis ankommen.
Herausforderungen für die Baubranche
Gegründet wurde ABE auf Initiative von Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft gemeinsam mit der IHK Aachen, der Handwerkskammer Aachen, der FH Aachen und der RWTH Aachen University. Von Beginn an standen die großen Herausforderungen der Branche im Mittelpunkt: Digitalisierung, nachhaltiges Bauen, Fachkräftesicherung und die bessere Zusammenarbeit aller Beteiligten im Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden, um die Produktivität zu steigern. Was damals vielfach noch als Zukunftsthema galt, bestimmt heute den Alltag der Branche. “Die Herausforderungen, vor denen die Bau- und Immobilienwirtschaft steht, haben sich in den vergangenen zehn Jahren nicht grundlegend verändert – sie sind aber deutlich konkreter geworden”, sagt ABE-Vorstandsvorsitzender Volker Christmann. “Unser Anspruch war und ist es, Unternehmen, Wissenschaft und innovative Köpfe zusammenzubringen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und Innovationen in die Anwendung zu bringen.”
ABE | Manuela Wetzel
Studiengang Smart Building Engineering
Zu den bedeutenden Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre zählt die Mitwirkung des Netzwerks an der Einführung des Studiengangs Smart Building Engineering an der FH Aachen. Gemeinsam mit Unternehmen aus dem Netzwerk wurden Inhalte entwickelt, die den Anforderungen des digitalen Planens und Bauens Rechnung tragen. Die zugehörige Stiftung wird bis heute von ABE-Mitgliedsunternehmen getragen. Dr. Hans-Jürgen Krause, 1. stellvertretender Vorstandsvorsitzender, sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Branche: “Digitales Planen und Bauen gehört heute selbstverständlich zu den Anforderungen an Ingenieurinnen und Ingenieure. Deshalb war es uns wichtig, diese Kompetenzen frühzeitig in der akademischen Ausbildung zu verankern.”
Wissenstransfer und Vernetzung
Die Themen, mit denen sich ABE beschäftigt, haben sich parallel zu den Entwicklungen der Branche weiterentwickelt. Digitalisierung, Building Information Modeling (BIM), Smart Building, Künstliche Intelligenz (KI), Vorfertigung, Automatisierung sowie nachhaltiges und zirkuläres Bauen gehören heute ebenso zum Portfolio wie Fragen der seriellen und elementierten Bauweisen, der Energie- und Wärmewende und Fragen des Bestandes, die das Bauen im Bestand einschließen, aber auch deutlich darüber hinaus gehen. In Seminaren, Wissenstransfer- und Vernetzungsveranstaltungen, Innovationsgruppen und Arbeitskreisen werden Trends und zukünftige Entwicklungen bearbeitet und gemeinsam mit Expert:innen aus Unternehmen und Hochschulen für die Praxis vorangetrieben. Allein 2025 organisierte ABE 67 Veranstaltungen mit insgesamt 2000 Teilnehmenden.
Gemeinsame Veranstaltung am 3. Dezember
Das Institut für Smart Building Engineering (ISBE) der FH Aachen und ABE bieten am Donnerstag, 3. Dezember 2026, eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema Digitalisierung im Bauwesen an. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie neue gesetzliche Anforderungen das Monitoring von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen verändern. Fachleute aus Wissenschaft und Praxis geben Einblicke in aktuelle gesetzliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Gebäude-Monitoring und technische Gebäudeplanung. Ergänzt wird das Programm durch Impulse zur oberflächennahen Geothermie, Geothermiesonden und Absorber-Systemen. Den Abschluss bildet der Besuch eines Prüfstands, der die theoretischen Inhalte praxisnah erlebbar macht.
IHK Aachen | Heike Lachmann