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Viele Wege, eine Richtung
FH Aachen | Arnd Gottschalk
In Simmerath steht das neue Aachener Zentrum für Holzbauforschung der FH Aachen, das im September 2026 offiziell eingeweiht wird. Es eröffnet den Forschenden des Fachbereichs Bauingenieurwesen neue Möglichkeiten, zugleich ist es auch Teil eines umfassenden Projekts, mit dem die Handwerkskammer Aachen, die StädteRegion Aachen, die FH sowie die Berufskollegs Mies-van-der-Rohe in Aachen und Simmerath-Stolberg ihre Kräfte im Bereich der akademischen und beruflichen Bildung bündeln möchten. Die Abschlussveranstaltung des ersten Projektabschnittes zum Aufbau eines Zukunftscampus Berufliche Bildung fand jetzt im Simmerather Bildungszentrum BGZ der Handwerkskammer Aachen statt.
Innovation in die Anwendung bringen
“Wir fühlen uns hier zu Hause”, betonte der Rektor der FH Aachen, Prof. Dr. Thomas Ritz. Er warb dafür, das Bildungssystem durchlässiger zu gestalten. Es gelte, nicht die Unterschiede zwischen akademischer und beruflicher Bildung zu betonen, sondern die Gemeinsamkeiten herauszustellen. In Simmerath sei die Möglichkeit gegeben, Innovation aus Wissenschaft und Forschung direkt in die praktische Anwendung zu bringen. “Hier fängt es an zu brummen”, sagte Thomas Ritz. Marco Herwartz, der Präsident der Handwerkskammer Aachen, meinte: “Wir profitieren alle, wenn wir die Bildungswege durchlässiger gestalten.” Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier betonte, es gelte, die vorhandene Infrastruktur am Standort Simmerath gemeinsam zu nutzen – ein verbessertes Bildungsangebot sei ein wichtiger Beitrag zum regionalen Strukturwandel.
Verknüpfung der Bildungswege
Das Projekt Eifelcampus sieht eine inhaltliche Vernetzung der Akteur:innen, aber auch eine räumliche Verknüpfung vor. Dem BGZ kommt dabei eine bedeutende Rolle als Verknüpfungspunkt zwischen schulischer, akademischer und beruflicher Bildung zu. Es bietet derzeit für die Qualifizierung von Lehrlingen, Fachhandwerker:innen und Meisterschüler:innen 96 Theorie- und 400 Werkstattplätze an. Zukünftig könnte eine Umgestaltung des Bereichs und der Bau neuer Gebäude das Angebot noch attraktiver machen.
Vom Land NRW gefördert
Perspektiven für die Vernetzung der verschiedenen Bildungsbereiche wurden im Rahmen des Projekts “Kooperationsbüro für Zukunftscampus Berufliche Bildung StädteRegion Aachen” entwickelt. Es startete im Februar 2025 und wurde durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) über das ESF/JTF-Förderprogramm „Kooperationsbüros für Zukunftscampus Berufliche Bildung“ mit 337.000 Euro gefördert (Förderquote: 85%). Das ESF/JTF-Förderprogramm soll den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen und Menschen dabei helfen, die Auswirkungen der Transformation zur Klimaneutralität zu bewältigen. Das Projekt war Auslöser für grundlegende Überlegungen zur Aufwertung der beruflichen Bildung in der Region. Dabei wurden Ideen zur Stärkung der Standorte ebenso entwickelt wie Ansätze zur Vernetzung aller beteiligten Bildungseinrichtungen.
FH Aachen | Arnd Gottschalk