Medizintechnik Erfolgsgeschichten
Auf dieser Seite berichten in loser Folge Absolventinnen und Absolventen der Bachelor- und Masterstudiengänge Medizintechnik und Medical Engineering der FH Aachen.
Medizinische Bildgebung als Berufung
Mona Ayary
Mona Ayary, Absolventin des Masterstudiengangs Biomedical Engineering an der FH Aachen, ist heute als Doctoral Researcher am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Köln tätig. Dort forscht sie im Bereich der experimentellen Bildgebung und bildgesteuerten Therapie, insbesondere an MR-gesteuerter Hyperthermie. Mit über fünf Jahren Berufserfahrung vereint sie technische Kompetenz mit medizinischer Innovationskraft – und bleibt ihrer Alma Mater bis heute eng verbunden.
Aktuell unterstützt sie Studierende der FH Aachen bei ihren Praxisprojekten und Abschlussarbeiten und bringt ihr Fachwissen aktiv in die akademische Ausbildung ein. Ihr Wunsch, in der Lehre tätig zu sein, ergibt sich aus einer tiefen Verbundenheit zur Hochschule: „Es würde mir viel bedeuten, der Institution etwas zurückzugeben, die so eine zentrale Rolle in meiner Entwicklung gespielt hat.“
Im Interview mit unserer Redaktion gibt Mona Ayary wertvolle Einblicke und Ratschläge für den wissenschaftlichen Nachwuchs:
Mona Ayary
Wie hat Ihr Studium an unserer Fachhochschule Sie auf Ihre berufliche Laufbahn vorbereitet?
Mein Studium an der Fachhochschule hat mir eine solide theoretische Grundlage in der Medizintechnik vermittelt und gleichzeitig praktische Anwendungen in Laboren und Projekten ermöglicht. Besonders wertvoll war die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis, die mich optimal auf die Herausforderungen im Berufsleben vorbereitet hat.
Können Sie eine konkrete Erfolgsgeschichte aus Ihrer Karriere erzählen, die Ihr Studium an der Fachhochschule ermöglicht hat? Wie hat das Studium direkt zu diesem Erfolg beigetragen?
Durch mein Studium hatte ich die Möglichkeit, am Forschungszentrum Jülich an Projekten mitzuwirken, bei denen ich mit Patientendaten gearbeitet habe. Dies hat mich in die klinische Datenanalyse eingeführt und mir wertvolle Einblicke in die praktische Anwendung medizinischer Bildgebung gegeben. Zudem konnte ich sowohl an der Hardware- als auch an der Softwareentwicklung mitwirken, was mir das nötige Selbstvertrauen gegeben hat, um komplexe technische Herausforderungen in meinem späteren Berufsleben anzugehen. Diese Erfahrungen haben mir viele Türen geöffnet und meine Karriere entscheidend geprägt.
Welche praktischen Erfahrungen haben Sie während des Studiums gesammelt und wie haben diese Ihre berufliche Entwicklung beeinflusst?
Neben den Kursen waren meine Projekte von großer Bedeutung: Im Bereich Zelluläre und Molekulare Biophysik habe ich an einer Dekontaminationsstudie gearbeitet, was mir Unabhängigkeit und Selbstvertrauen vermittelt hat. Mein zweites Projekt befasste sich mit der Quantifizierung von Gehirntumor-Metaboliten mittels MRT unter Verwendung einer selbst entwickelten Python-GUI. Beide Erfahrungen gaben mir fundierte Kenntnisse in experimenteller Forschung und Datenanalyse, die für meine spätere Karriere entscheidend waren.
Welche Ratschläge würden Sie aktuellen und zukünftigen Studierenden der Medizintechnik an unserer Fachhochschule geben?
Ich empfehle, sich aktiv an Projekten und Forschungsarbeiten zu beteiligen und die Möglichkeit zu nutzen, an Konferenzen teilzunehmen. Ein starkes berufliches Netzwerk aufzubauen, ist ebenfalls essenziell – dazu gehören auch Kontakte zu Dozent:innen und Industriepartnern. Zudem sollte man sich frühzeitig spezialisieren und praktische Erfahrungen durch Praktika oder Abschlussarbeiten in Unternehmen sammeln.
Mit ihrem fundierten Wissen, ihrer Begeisterung für Forschung und ihrer Offenheit, Studierende zu unterstützen, verkörpert Mona Ayary das Ideal einer engagierten Wissenschaftlerin – und einer inspirierenden Botschafterin der FH Aachen.
FH Aachen | Ilya Digel
Erfolg durch Disziplin, Leidenschaft und Engagement
Lennart Selzener
Lennart Selzener, erlangte im August 2024 seinen Bachelorabschluss in Medizintechnik mit Auszeichnung. Für seine außergewöhnlichen Leistungen erhielt er die Ehrenplakette der FH Aachen. Bereits während seines Studiums engagierte er sich aktiv als Tutor und studentischer Helfer für die Studiengangsleitung und trug so maßgeblich zur Unterstützung seiner Kommilitoninnen und Kommilitonen bei.
Derzeit setzt Lennart seine akademische Laufbahn an der Universität Maastricht im Masterstudiengang fort, bleibt jedoch weiterhin eng mit der FH Aachen verbunden. Im Interview mit unserer Redaktion gibt er Einblick in seine Studienzeit und teilt wertvolle Tipps für zukünftige Studierende:
Wie hat Ihr Studium an unserer Fachhochschule Sie auf Ihre berufliche Laufbahn vorbereitet?
Durch das Studium in Jülich habe ich ein breites Wissen aus den Ingenieurswissenschaften, den Naturwissenschaften und der Medizin erhalten. Das eröffnet mir viele Möglichkeiten in meiner Berufswahl und erleichtert die interdisziplinäre Arbeit. Durch Wahlpflichtfächer, Praxisprojekt und extracurriculare Kurse war es mir trotzdem möglich, mich entsprechend meiner Interessen zu spezialisieren und die Voraussetzungen für viele verschiedene Master-Studiengänge zu erfüllen.
Welche Aspekte Ihres Studiums an der Fachhochschule fanden Sie besonders wertvoll für Ihre spätere Karriere? Gab es bestimmte Kurse, Projekte oder Praktika, die Ihnen besonders geholfen haben?
Egal in welcher Branche man später arbeitet, im Umgang mit Daten sollte jeder Medizintechniker geübt sein. Besonders die aktive Teilnahme am Praktikum in praktischer Informatik und dem optionalen Python-Kurs in medizinischer Statistik haben mir bei Aufgabenstellungen in meinem Job oder auch bei meinen Abschlussarbeiten sehr weitergeholfen. Probleme, die per Hand Stunden an Arbeit kosten, kann ein simples Skript in Sekunden lösen – diese Möglichkeiten sollte man für sich nutzen.
Haben Sie an Forschungsprojekten, Praktika oder Kooperationen mit Unternehmen teilgenommen?
Durch die gute Vernetzung der Professoren in der Region war es mir und vielen anderen Studierenden möglich, das Praxisprojekt extern in einem Unternehmen durchzuführen. Durch diesen intensiven Kontakt in die Industrie konnte ich meine Fähigkeit, anwendungsorientiert zu arbeiten, deutlich verbessern.
Was sollten Studierende aus Ihrer Sicht unbedingt nutzen oder beachten, um ihre Karrierechancen zu maximieren?
Eine gute Ingenieurin oder ein guter Ingenieur muss Wissen nicht nur haben, sondern es auch kommunizieren und anwenden können. Diese Skills entwickelt man nicht durchs Zuhören, sondern indem man aktiv mit dem Material, den Dozent:innen und anderen Studierenden interagiert. Exkursionen, Praktika, Übungen, Lerngruppen, die Arbeit als studentische Hilfskraft oder auch eigene Projekte sind alles Möglichkeiten, um dies zu tun – und sie sollten genutzt werden.
Mit seinem praxisnahen Ansatz und der klaren Vision für die Zukunft ist Lennart Selzener ein inspirierendes Vorbild für Studierende der Medizintechnik – und ein echtes Aushängeschild der FH Aachen.
Wo Moleküle, Medizin und Machine Learning aufeinandertreffen
Lorena Leguizamon
Lorena Leguizamon, Absolventin des Masterstudiengangs Biomedical Engineering an der FH Aachen, ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie praxisnahe Forschung, interdisziplinäre Interessen und technologische Neugier zu einer erfolgreichen Karriere in der Medizintechnik führen können. Sie schloss ihr Studium im Jahr 2021 ab und verfasste ihre Masterarbeit zum Thema „Interaction of D-peptides with Aβ42 Monomers: Thermodynamics of Binding and Structural Analysis“ – ein Projekt, das ihre Begeisterung für Biophysik und biomedizinische Forschung prägte.
Nach ihrem Abschluss zog Lorena nach München, wo sie mehrere Jahre für ein Medizintechnik-Startup arbeitete, das kardiologische Softwarelösungen mit Machine Learning entwickelt. Zunächst war sie im Bereich Regulatory Affairs tätig, wechselte dann aber in die Entwicklung von Algorithmen zur Segmentierung kardialer Strukturen. Derzeit arbeitet sie als Data Scientist und plant, ihre Karriere durch ein Promotionsstudium oder neue Positionen im Bereich Biomedizin und Softwareentwicklung weiter auszubauen.
Im folgenden Interview gibt Lorena Einblick in ihre Studienerfahrungen an der FH Aachen und teilt wertvolle Ratschläge für Studierende.
Lorena Leguizamon
Welche praktischen Erfahrungen haben Sie während des Studiums gesammelt und wie haben diese Ihre berufliche Entwicklung beeinflusst?
My fascination with biophysics and biochemistry solidified during my studies at FH Aachen, particularly through the inspiring guidance of Professor Digel. This led me to focus my master's thesis on biophysical studies of protein interactions. The project involved molecular simulations in collaboration with the FZJ, providing invaluable practical experience in Python programming and managing complex experiments and simulations on high-performance workstations. These skills have been directly applicable in my subsequent career as a software engineer.
Welche Ratschläge würden Sie aktuellen und zukünftigen Studierenden der Medizintechnik an unserer Fachhochschule geben?
• Maximize practical experience: Actively seek internships and choose a master's thesis that offers hands-on application of your knowledge.
• Build a strong network: Networking is crucial for career development. Invest time in connecting with peers, professors and industry professionals.
• Utilize your time effectively: Prepare for classes independently to grasp the fundamentals, then leverage your professors' expertise to delve deeper into your specific areas of interest.
Wie haben sich die während des Studiums erworbenen Soft Skills in Ihrem Berufsleben ausgezahlt?
My remote internship during the pandemic at a local company's R&D department provided a unique opportunity to refine my professional skills. The remote setting demanded a goal-oriented work style, which strengthened my autonomy and time management. Regular, focused communication with my supervisor, despite the remote nature of the work, improved my communication skills. Successfully navigating the challenges of remote work and delivering valuable results to the team sharpened my problem-solving abilities – particularly in adapting to unexpected obstacles and finding creative solutions – and solidified my ability to work independently and effectively.
Dennis Della Corte
Von Jülich nach Utah – Mit Daten, Herz und Vision an die Forschungsspitze
Dennis Della Corte
Dr. Dennis Della Corte, heute Associate Professor am Department of Physics & Astronomy der Brigham Young University (USA), begann seine akademische Erfolgsgeschichte unter anderem an der FH Aachen, wo er den Masterstudiengang Biomedical Engineering absolvierte. Sein außergewöhnlicher Werdegang, der sich von biomedizinischer Technik über Data Science bis hin zur Protein- und Medikamentenforschung erstreckt, zeigt eindrucksvoll, wie weit ein Studium an der FH Aachen führen kann.
Im Sommer letzten Jahres kehrte Dr. Della Corte für eine inspirierende Gastvorlesung an den Campus Jülich zurück. Dort sprach er über seine aktuellen Projekte an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz, Biophysik und Wirkstoffforschung, die er in seinem Labor an der BYU gemeinsam mit dem Consortium of Molecular Design (CMOD) vorantreibt.
Im Gespräch mit unserer Redaktion teilte er seine Erfahrungen aus dem Studium und erzählte von entscheidenden Stationen seiner Karriere.
Welche Aspekte Ihres Studiums an der Fachhochschule fanden Sie besonders wertvoll für Ihre spätere Karriere? Gab es bestimmte Kurse, Projekte oder Praktika, die Ihnen besonders geholfen haben?
The external internships were highly valuable. I collaborated with a research group at Aachen University, where I designed a Bayesian optimization algorithm to identify solutions in a high-dimensional parameter space for an artificial heart project. This experience deepened my expertise in modeling, a skill I now apply regularly across various projects.
Können Sie eine konkrete Erfolgsgeschichte aus Ihrer Karriere erzählen, die Ihr Studium an der Fachhochschule ermöglicht hat? Wie hat das Studium direkt zu diesem Erfolg beigetragen?
I wrote my Master’s thesis in collaboration with the Department of Informatics while working as an IT Project Manager at Bayer AG. Although unpublished due to confidentiality, the thesis laid the foundation for an enterprise data management system. This concept evolved into a product that later became a market leader in laboratory data management solutions. For several years, I collaborated with the company that commercialized this idea, allowing me to build a strong professional network, culminating in an exit as this start-up was acquired by BRUKER.
Heute leitet Dr. Della Corte ein internationales Forschungsteam an der BYU und arbeitet an der Entwicklung intelligenter Biosensoren, der automatisierten Pathologie und der virtuellen Medikamentenentwicklung mithilfe modernster Algorithmen. Seine beeindruckende Publikationsliste, u. a. in Nature Communications, belegt die Relevanz seiner Arbeit für Medizin und Wissenschaft weltweit. Sein Rat an heutige Studierende: „Träumen darf man groß – aber aufwachen sollte man zur richtigen Zeit“. Ein Motto, das seine außergewöhnliche Laufbahn bestens beschreibt.