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Energiemarkt – smart, flexibel, dynamisch

Beim 10. Energiewirtschaftstag der FH Aachen und der Stiftung Energiewirtschaft diskutieren Studierende, Wissenschaftler:innen und Wirtschaftsvertreter:innen über aktuelle Themen

“Das Thema Energiewirtschaft ist wie ein großer Würfel – man kann von verschiedenen Seiten aus darauf schauen”, sagt Prof. Dr. Jörg Borchert. Gemeinsam mit seinem Team hat er zum 10. Mal den Energiewirtschaftstag organisiert. Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter:innen aus Wirtschaft, Forschung und Politik sowie an Doktoranden und interessierte Studierende, ausgerichtet wird sie von der FH Aachen und der Stiftung Energieinformatik.

Thema ist Flexibilitätsmanagement

In diesem Jahr stand die Tagung unter dem Titel “Ökonomie und Technologie des Flexibilitätsmanagements in der Energiewirtschaft” – und da kommen die verschiedenen Seiten des Würfels ins Spiel. Da sind auf der einen Seite weltumspannende Entwicklungen, etwa die Folgen des Klimawandels, die Abkehr von fossilen Brennstoffen oder die Auswirkungen des Kriegs im Mittleren Osten. All diese Faktoren haben Auswirkungen auf die Energiewirtschaft, auf Preise und Verfügbarkeit von Ressourcen ebenso wie auf Energiebedarfe und Verbrauch. Auf der anderen Seite stehen die Interessen der Endverbraucher:innen – vor allem Versorgungssicherheit und eine verlässliche Preisgestaltung. Dazwischen bewegen sich unterschiedliche Marktteilnehmer, von Kraftwerks- und Netzbetreibern über Energiebroker bis hin zu den Stadtwerken vor Ort. 

"Sehr dynamisches Umfeld"

“Durch die aktuellen Transformationsprozesse bewegen wir uns in einem sehr dynamischen Umfeld”, betont Jörg Borchert – man könnte auch sagen: Der Würfel rollt. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, wie der Energiemarkt so flexibel gestaltet werden kann, dass die Marktteilnehmer ihre unterschiedlichen Ziele erreichen können. Als Beispiel nennt der FH-Professor das Thema Smart-Metering. “Wir haben in Deutschland eine Abdeckung von ein bis drei Prozent – andere Länder sind bei nahezu 100 Prozent”, erläutert er. Die Idee hinter Smart-Metering ist, den Energieverbrauch und die Stromeinspeisung über intelligente, vernetzte Zähler zu erfassen und zu steuern. Damit verbunden ist die Idee dynamischer Preissysteme, bei denen sich die Kosten an der Verfügbarkeit orientieren.

Thema ist in Studiengängen verankert

Eine wichtige Rolle beim Umbau des Energiemarkts spielt die Digitalisierung. “Wir haben es mit einem Berg an Daten zu tun”, sagt Jörg Borchert. Bei der Verarbeitung dieser Daten habe sich der Einsatz von KI-Tools und maschinellem Lernen in der Branche etabliert. Auch in ihrem Studienangebot bedient die FH Aachen diese Schnittstelle, etwa im Bachelorstudiengang “Wirtschaftsingenieurwesen – Nachhaltige Energiesysteme” und im Masterstudiengang “Energiewirtschaft und Informatik”. 

Dank an die Stiftung

Für die Studierenden bietet die Tagung die Gelegenheit, mit Vertreter:innen aus Wirtschaft und Wissenschaft in den Austausch zu kommen und gemeinsam über aktuelle Themen der Energiewirtschaft zu diskutieren. Rund 100 Gäste waren zur Tagung in den Brainergy-Park in Jülich gekommen. Für den Dekan des Fachbereichs Energietechnik, Prof. Dr. Daniel Goldbach, ist auch die interdisziplinäre Vernetzung ein wichtiger Punkt: “Energie ist ein übergreifendes Campusthema.” Mit dem Solar-Institut Jülich, dem NOWUM-Energy und dem Institut für Datengetriebene Technologien seien gleich drei Institute beim Energiewirtschaftstag vertreten. Der Dank des Organisationsteams gilt der Stiftung Energieinformatik, die nicht nur Lehre und Forschung in diesem Bereich seit Jahren fördert, sondern auch die Tagung unterstützt.