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Hilfe bringt der 3-D-Drucker

FH-Projekt entwickelt günstige Handprothesen


„Unsere Vision ist es, mithilfe von kostengünstigen und qualitativ hochwertigen Prothesen, die Lebensqualität von Menschen in Not zu steigern“ – so stellt sich das Team des Projekts „AMaPro“ vor, das mit FH-Absolvent Karim Abbas gegründet wurde. AMaPro steht für „Additive Manufactured Prothesis“. Das Team nimmt es sich seit der Gründung 2015 zum Ziel, mithilfe eines additiven Verfahrens – besser bekannt als 3-D-Druck – kostengünstige Handprothesen herzustellen. Doch nicht nur das sei ein Ziel, erklärt Karim Abbas, der seine Bachelorarbeit zu diesem Thema am Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik schrieb. Wichtig sei vor allem, nachhaltig zu agieren. Es sollen nicht nur Handprothesen vor Ort verkauft werden, sondern vor allem eine Anleitung zur eigenen Herstellung gegeben werden. Dies geschehe über die Bereitstellung eines 3-Druckers sowie durch Schulungen, erklärt Karim Abbas.


Sebastian Laux ist Projektleiter von AMaPro und erklärt: „Unserer Auffassung nach, sollte niemand wegen fehlender Gliedmaßen sozial ausgegrenzt werden“. Das Projekt ist Teil des Vereins „enactus Aachen e.V.“. Die Studierendenorganisation widmet sich ehrenamtlich weltweit Projekten, die es ermöglichen, den Lebensstandard und die Lebensqualität von hilfsbedürftigen Menschen zu verbessern. In Aachen hat das Team rund 100 aktive Mitglieder. Auch Nina Schilling, Vorstandsmitglied von enactus Aachen, unterstreicht die Intention des Vereins: „Bei enactus geht es darum, Menschen in Entwicklungsländern zu helfen und vor allem auf ihre Rückmeldungen einzugehen.“ So geschah es auch im AMaPro-Projekt in der insgesamt vierjährigen Projektphase.

Beim Start von AMaPro, setzte sich Karim Abbas zum Ziel, eine funktionale Handprothese drucken zu können. Zwei Jahre später reiste das enactus-Team rund um AMAPro nach Casablanca in Marokko. Im Gepäck dabei: ein 3-D-Drucker, der dem Projektpartner vor Ort überreicht wurde. Mithilfe mehrerer Schulungen konnten nun vor Ort kostengünstige Prothesen gefertigt werden. Was sich in Marokko jedoch herausstellte –  insbesondere bei Kindern bis 16 Jahren war das Interesse an einer kosmetischen Handprothese viel größer als an einer funktionalen Prothese. „Die Menschen entwickeln nach einer Amputation schnell Trickbewegungen für den Alltag. Ihr Grundproblem ist dann nicht mehr die fehlende Funktionalität, sondern viel mehr die Stigmatisierung in der Gesellschaft“, erklärt Sebastian Laux.

Zurück aus Marokko setzte das Team das Feedback in Taten um: Zur Herstellung einer kosmetischen Prothese scannten sie zunächst Hände verschiedener Altersklassen. Anhand dieser Daten war es nun möglich, verschiedene Handprothesen zu drucken. Eine kosmetische Prothese hat mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 28 US Dollar einen erschwinglichen Preis im Vergleich zu herkömmlichen Handprothesen, so das Team. Die Lebensdauer einer solchen Handprothese betrage etwa zwei Jahre.

Aktuell beteiligen sich bei AMaPro neun Studierende aus allen möglichen Studienrichtungen – so etwa aus Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Chemie, Wirtschaftswissenschaften und Geographie. An dem Projekt können Studierende aller Aachener Hochschulen mitwirken. Bei Interesse kann man sich unter enactus.de/aachen/blog/project/amapro/ informieren.