Tecnológico de Monterrey, 2025

Auf einen Blick

Wo, wer, wann

  • Vollständiger Name der Gasthochschule: Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey
  • Stadt, Land: Querétaro, Mexiko
  • Homepage der Gasthochschule: tec.mx
  • Zeitraum des Auslandsaufenthalts: 30.07.2025 - 05.12.2025
  • Studiengang  am Fachbereich 8: Master Mechatronics
  • Studiengang  an der Gasthochschule: Vorlesungen aus verschiedenen Disziplinen, Maschinenbau, Mechatronik, Wirtschaft und Mediendesign
  • Autor des Erfahrungsberichts: Jörn Begemann

Bewertungen:

  • Qualität der Studieninhalte: 2.5
  • Studienbedingungen / Ausstattung der Gasthochschule: 1.0
  • Betreuung und Hilfe vor Ort: 1.0
  • Campus: 1.3
  • Verkehrsanbindung zum Campus: 1.7
  • Essensangebot auf dem Campus (Mensa, etc.): 2.3
  • Sportmöglichkeiten: 1.0
  • Freizeitangebote: 1.3
  • Bars / Discos / Nachtleben: 1.7
  • Wohnqualität / -kosten: 1.3
  • Kontakt mit Einheimischen: 1.0

Über die Gasthochschule

  • Was können Sie über die Gasthochschule sagen?

Der Campus der Tec de Monterrey in Querétaro hat sehr viel für die Studierenden zu bieten. Es gibt ein breit gefächertes Sportangebot mit drei Padel, zwei Tennis und einem großen Footballplatz und vielen weitere Sportangebote. Neben den Outdoorplätzen gibt es intern ein Gym, eine große Sporthalle sowie diverse weitere kleine Räume, die für die Kurse benutzt werden. Neben den sportlichen Aktivitäten gibt es zwei Musikräume sowie eine sehr gut ausgestattet Werkstatt, in der vorwiegender Architekten ihre Projekte bauen, man jedoch nach einer Sicherheitsunterweisung und einem begründeten Interesse dort ebenfalls werkeln darf.

Für die Mittagspausen und die allgemeine Essenbeschaffung gibt es leider keine „günstige“ Mensa, stattdessen gibt es einen Foodcourt in dem man von Bowls über Nudeln bis hin zu Tacos alles finden kann. Hier zahlt man so um die 5-8 Euro pro Mahlzeit. 

Da der Campus mehr als nur ein Ort zum Studieren ist, hat dieser meines Wissens 24h und 7 Tage die Woche offen. Das liegt unter anderem auch daran, dass es ein Studentenwohnheim direkt auf dem Campus gibt. Während dieser Öffnungszeiten können unter anderem auch die Sportanlagen benutzt werden, da diese über eine Flutlichtanlage verfügt.

Die Auswahl der Prüfungsmodule findet am Anfang des Semesters über die Website der Tec statt. Die Kurse, welche im online Portal zuvor ersichtlich waren, sind in den aller meisten Fällen hinfällig und bringen meiner Erfahrung nach nur zum groben Einlesen in die Thematik und angebotenen Kurse etwas. Wenn man einen Kurs belegen muss, um sich diesen für sein Studium in Deutschland anrechnen zu lassen, muss man sehr schnell sein und auch etwas Glück haben. Prinzipiell gibt es für die meisten Kurse ein Kontingent für Internationale studierende das zwischen 1 und 6 Personen liegt.

Die Prüfungen sind oft digital zu schreiben und sind vom Niveau her vergleichbar mit einfachen Tests aus Schulzeiten. Jedoch gibt es eine Anwesenheitspflicht in den Kursen und die Mittarbeit im Unterricht zählt zu großen Teilen zur Endnote. Neben den Klausuren und der mündlichen Mittarbeit werden oft umfangreiche Hausaufgaben sowie Projekte gefordert. Auch wenn ein Kurs auf den ersten Blick nach wenig Aufwand aussieht, täuscht es, da diese Projekte umfangreich und viel Aufwand erfordern. Ebenfalls hat die Universität eine offene Haltung zur Benutzung von künstlicher Intelligenz, welche im Vorlesungsalltag eine zentrale Rolle zur Erarbeitung von Inhalten einnimmt.

Die Vorlesungen werden oft in kleinen Gruppen von ca. 15-25 Studierenden durchgeführt. Hierdurch besteht ein enger Kontakt zu den Professoren wodurch die Vorlesungen mehr Dialog als Monolog sind. Meiner Erfahrung nach sind die Professoren sehr offen und hilfsbereit. Insbesondere bei den Austauschstudierenden wird Hilfe bei Fragestellungen oder Unklarheiten, welche z.B. die online lern Plattform, aber auch Fachliche Themen, betreffen geholfen.

Anerkennung von Modulen

  • Welche Kurse wurden Ihnen nach Ihrer Rückkehr an der FH Aachen für Ihr Studium anerkannt? 

Ich hatte bereits vor Antritt meines Auslandssemester alle benötigten Klausuren bestanden und hatte somit keine Pflichtfächer mehr offen. Nach erfolgreichem Abschluss des Auslandssemesters habe ich jedoch einen Transcript of Records mit all meinen besuchten und bestandenen Kursen erhalten. Generell weiß ich jedoch von Kommilitonen, welche sich Fächer haben anrechnen lassen, dass dieses am einfachsten geschieht, wenn man mit dem entsprechenden Professor bzw. dem Prüfungsamt an der FH in Kontakt steht.

Über das Wohnen

  • Was können Sie über die Wohnsituation sagen?

In Querétaro gibt es drei Arten zu wohnen. Die erste ist in einer Gastfamilie, die zweite Option ist, auf dem Campus im Studentenwohnheim und die letzte Möglichkeit ist sich selbst eine Wohnung zu suchen.

Ich selbst habe in einer selbst ausgesuchten Wohnung ca. 15 Fußminuten vom Campus entfernt gewohnt. Diese Wohnung habe ich aus einem der Flyer, welche von der Uni versendet wurde, auf einer externen Website gefunden. Nach Kontaktaufnahme mit der Vermieterin, haben wir einen Vertrag bekommen und mussten im Voraus eine Monatsmiete als Kaution bezahlen. Dies war entgegen den Empfehlungen für Mexico, ließ sich jedoch nicht vermeiden. Bevor wir das Geld überwiesen haben, haben wir den Vertrag kostenlos von dem Anwalt der Tec auf Plausibilität und Richtigkeit überprüfen lassen. Schließlich haben wir (ein weiterer Kommilitone und ich) uns für die Wohnung entschieden. Für unseren dritten Mitbewohner haben wir in der bis dahin bereits erstellten WhatsApp Gruppe aller Studenten, die dieses Semester nach Querétaro fahren, ein online WG-Casting durchgeführt.  Unsere Wohnung liegt in der La Loma 123 Straße, falls du diese auf Google Maps betrachten möchtest. 
Insgesamt waren wir zufrieden mit der Wohnung, mussten jedoch Abstiche bei einer fast nicht funktionierenden Waschmaschine und einem sehr Abgenutzten Mobiliar machen.

Die zweite und mit Abstand teuerste Option ist auf dem Campus zu wohnen. Hier hast du den Vorteil ohne Umwege und lange/ „teure“ Uber Fahrten zu den Vorlesungen zu kommen. Ebenfalls kannst du die Vorzüge des Campus, wie Waschmaschinen und den Foodcourt zurückgreifen. Auf der anderen Seite darfst du keinen Besuch empfangen, teilst dir oft ein Zimmer zu zweit und hast strengere Regularien.

Die dritte Option ist in einer mexikanischen Gastfamilie zu wohnen. Diese liegen oft etwas abseits der Uni und erfordern somit längere Fahrtzeiten mit Uber oder Öffis. Vorteilhaft bei dieser Option ist jedoch, dass die Wäsche gewaschen wird und das Essen im Preis inklusive ist. Weiterhin hat man hier das authentischste Leben in einer mexikanischen Familie welches sich bei den Kommilitonen in einer sehr schnellen und guten Verbesserung der Spanischkenntnisse bemerkbar machte.

Zu den Preisen: Unsere selbst ausgesuchte Wohnung hat ca. 900 Euro was bei drei Bewohnern 300 Euro entspricht, gekostet. Die Campusresidenz schlägt mit ca. 600 Euro für ein Doppel und knapp 1000 für ein Einzelzimmer zu Buche. Die Gastfamilie liegt bei ca. 350 Euro und ist somit die günstigste Option da man Kosten für Lebensmittel nicht mehr bezahlen muss.

Fazit: Wenn ich mich nochmal für eine Wohnsituation entscheiden müsste, würde ich eine Gastfamilie wählen, da es sowohl finanziell sehr attraktiv ist als auch den besten Einblick und den größten Fortschritt bei der Verbesserung der Spanischen Sprache und Kultur mit sich bringt.  

Die Lebenshaltungskosten sind bezogen auf die Lebensmittel in etwa mit deutschen Preisen vergleichbar. Milchprodukte sind etwas teurer als in Deutschland, dafür sind andere Produkte wiederum etwas günstiger. Wenn man probiert sich wie in Deutschland zu ernähren, zahlt man deutlich mehr, da die meisten Produkte dann importiert und somit teurer sind. Kosten für Auswärtsessen sind hingegen deutlich günstiger und man bekommt für 5-10 Euro ein gutes und sättigendes Essen. Vegetarier haben es in Mexico recht schwer, da fast jedes Gericht Fleisch enthält.
Um sich in der Stadt fortzubewegen ist Uber oft das Mittel der Wahl. Günstig und überall verfügbar. Auf die Dauer läppert sich der Preis und man schwenkt auf Laufen um. Da die Stadt jedoch sehr großflächig und auf Autos ausgelegt ist, macht laufen nur begrenzt Spaß und man schwängt erneut zu Uber um. Die Busse kann man auch nutzen, muss jedoch wesentlich mehr Zeit einplanen und auf ein gut funktionierendes Appsystem zur Busplanung verzichten.

Über die Reise

  • Was gibt's zur An- und Abreise zu sagen?

Sowohl bei meiner Hin- als auch Rückreise bin ich von Frankfurt aus über die USA nach Mexico City geflogen. Von Mexico City aus gibt es dann eine sehr komfortable Buslinie namens Primera Plus, welche für ca. 35 Euro nach Querétaro fährt. In Querétaro angekommen empfehle ich mit dem Uber zur Wohnung zu fahren. Dies wird in den meisten Fällen nicht teurer als 10-20 Euro sein. 

Zu den Flugpreisen: Je nachdem, ob man direkt oder mit Zwischenstopp fliegt, variieren die Preise. Mein Hin- und Rückflug bei United Airlines haben zusammen ca. 900 Euro gekostet.

Über die Stadt und Freizeitangebote am Studienort

  • Was gibt's über den Studienort zu sagen?

Der Stadtkern von Querétaro ist sehr schön und bietet viele Interessante Besichtigung und Aktivitätsmöglichkeiten. Neben Museen, traditionellen Märkten und leckeren Restaurants gibt es jede Menge Bars, in denen man die Zeit gemeinsam genießen kann. An den Festtagen wie dem „dia de los muertos“ gibt es große Paraden mit prächtigen Kostümen. Zusammengefasst ist in der Stadt immer was los und man findet alles, was man sich an Aktivitäten wünschen kann. Ein besonderes Ereignis, dass man nicht auslassen sollte, sind die Social Dance Abende in der „The Hub“ Mall oder der etwas außerhalb gelegener Brauerei „Hercules“.

Sonstiges

Da das Semester an der Tec in drei Blöcke aufgeteilt ist, hat man jeweils eine Woche „Semesterferien“ dazwischen. Diese Zeit ist perfekt, um mit seinen neuen Kommilitonen durch Mexico zu reisen und das Land weiter kennen zu lernen. Meine persönliche Empfehlung ist „Puerto Escondido“. Das ist ein kleiner Ort im Süden Mexicos mit einem unvergesslichen Flair. Die Ecke um Yucatán lohnt sich meines Erachtens, wenn man die Cenoten und einige Maya Städte anschauen möchte. Der Bundesstaat Quintana Roo ist für die weißen Küsten um Tulum und Cancún bekannt, leider jedoch vollkommen überlaufen und eher etwas für Personen, die einen Urlaub in abgezäunten privaten Hotelkomplexen machen möchten.

Zur Sicherheit: Ich persönlich habe keine negativen Erfahrungen bezüglich der Sicherheit gemacht. Es gibt jedoch ein paar Verhaltensvorschläge, an die man sich halten sollte, um den größten Gefahren aus dem Weg zu gehen. Es gibt einige Kommilitonen, die leider ausgeraubt wurden (meistens von der Polizei in Quintana Roo). Generell würde ich mich jedoch nicht von den in den Medien oft überspitzten Nachrichten abhalten lassen, nach Mexico für ein unvergessliches Auslandssemester zu reisen.

Tipps

  • Welche besonderen Tipps möchten Sie zukünftigen Bewerbern mitgeben?

Ich kann jedem nur empfehlen ein Auslandssemester zu machen, da man unvergessliche Erlebnisse erlebt. Selbst wenn man sich denkt, dass man ein halbes Jahr an Zeit „verliert“, weil man mit seinem regulären Studium nicht so vorankommt, wie man es sich evtl. wünscht, gewinnt man super viel Erfahrung und Selbstständigkeit durch das Auslandssemester. Bei anfänglichen Fragen kann man sich immer an die entsprechenden Personen der Hochschule wenden und bekommt strukturierte und sehr nützliche Tipps und Auskünfte. Die Finanzierung des Auslandssemesters kann man durch Stipendien unterstützen. Auch hier ist die FH ein guter Ansprechpartner, um Informationen und Hilfe einzuholen. Ansonsten kann ich nur empfehlen offen und motiviert ins Auslandssemester zu starten da man mit dieser Einstellung garantiert eine unvergessliche Zeit erleben wird.
 

Schlussbetrachtungen - Fazit

  • Was hat Ihnen der Auslandsaufenthalt persönlich gebracht?

Ich persönlich habe sehr viele neue Erfahrungen gesammelt. Neben der spanischen Sprache, Kultur und Lebensweise habe ich viele neue internationale Freunde kennengelernt. Ebenfalls hat es mir sehr gut gefallen an einem modernen Campus zu studieren und ein mir bisher unbekanntes Studienmodell auszuprobieren.

Fotos vom Auslandssemester