Forschungspreis 2026
Preisgeldstifter des Forschungspreises 2026
Der Forschungspreis in Höhe von 10.000 Euro wird von der Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen gestiftet und bei herausragender Erfüllung der Nachhaltigkeitskriterien zusätzlich mit weiteren 10.000 Euro aus dem Nachhaltigkeitsfonds der FH Aachen unterstützt.
Forschungspreis 2026 für Prof.in Dr. Petra Siegert
Ausgezeichnet wird ihr Forschungsprojekt zu biobasierten Lipopeptide aus nachhaltiger Produktion. Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen stiftet das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Zusätzliche Förderung aus dem Nachhaltigkeitsfonds.
Seit 2018 wird der Forschungspreis der FH Aachen für herausragende Leistungen in der Forschung vergeben. In diesem Jahr wird Prof. Dr. Petra Siegert (Fachbereich Chemie und Biotechnologie / Institut für Nano- und Biotechnologien) für ihr Projekt „Neue biobasierte Lipopeptide aus nachhaltiger Produktion (LipoPep)“ ausgezeichnet. Dotiert ist der Preis mit 10.000 Euro, die von der Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen gestiftet werden. Hinzu kommt in diesem Jahr eine Förderung in gleicher Höhe aus dem Nachhaltigkeitsfonds der FH Aachen.
Baustein zur Stärkung der Region
“An der FH Aachen wird exzellent geforscht. Das ist ein entscheidender Baustein zur Stärkung der Region”, sagte Dr. Christian Burmester, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Isabel Kuperjans, Prorektorin für Forschung, Innovation und Transfer der FH, überreichte er den Preis an Petra Siegert.
Drei Projekte in der Endrunde
Drei Projekte waren in die Endrunde gekommen – neben Prof. Siegert waren Prof. Dr. Jörg Laumann (Steigerung der Biegesteifigkeit und Ertüchtigung beulgefährdeter Bauteile im Stahlbrückenbau mittels Klebeverbindungen “KlebVerstärk” und “KleVerStaB”) und Prof. Dr. Jörg Wollert (Gamifizierung manueller Tätigkeit in Produktionsumgebungen – “GamiPro”) im Rennen. Erstmals wurde die Auszeichnung im Rahmen des neuen Veranstaltungsformats „FH Aachen im Dialog“ vergeben, wie in den Vorjahren wurden alle drei Projekte mit Videos vorgestellt.
Vollständig biobasiert
Beim Projekt “LipoPep” geht es um die Frage, wie sich Kosmetik und Reinigungsprodukte nachhaltiger herstellen lassen. Gemeinsam mit ihrem Team arbeitet die Preisträgerin daran, Tenside nicht länger auf Erdölbasis, sondern biotechnologisch aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. “Wir entwickeln ein Verfahren, das auf Enzymen basiert und vollständig biobasiert ist”, erklärt Petra Siegert. Im Fokus stehen sogenannte Lipopeptide, die nicht nur nachhaltig hergestellt werden können, sondern zudem besonders mild und hautverträglich sind.
Umsetzung ist gewährleistet
Herzstück des Projekts sind maßgeschneiderte Biokatalysatoren, also Enzyme, die chemische Reaktionen gezielt steuern. Diese werden im Labor entwickelt und optimiert, um neue Synthesewege für die Lipopeptide zu erschließen. Dabei setzt das Team gezielt auf nachwachsende Rohstoffe wie Pflanzenöle. Ziel ist es, den bisherigen chemischen Herstellungsprozess durch eine umweltfreundlichere Alternative zu ersetzen. Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit den Projektpartnern – zu denen unter anderem die TH Köln sowie die weltweit agierenden Chemieunternehmen BASF und Henkel gehören – patentiert und inzwischen von einem Industrieunternehmen übernommen. Damit passt das Projekt ausgezeichnet zum Motto der Veranstaltung – “von der Vision zur Innovation”.
FH Aachen │ Sascha Halabut
FH Aachen │ Sascha Halabut
Förderung aus dem Nachhaltigkeitsfonds
Weil das Projekt neben der wissenschaftlichen Bedeutung auch die Nachhaltigkeitskriterien der FH in herausragender Weise erfüllt, wird das Preisgeld der Bürgerstiftung um weitere 10.000 Euro aus dem Nachhaltigkeitsfonds der Hochschule aufgestockt. Übergeben wurde dieser Preis von Carolina Getto, Leiterin Alumnimanagement und Fundraising.
Ehrung für Gisela Engeln-Müllges
Die Entscheidung, wer den Forschungspreis erhält, wurde von einer Jury getroffen, der auch die Ende Januar verstorbene Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Engeln-Müllges angehörte. Zu Ehren ihrer ehemaligen Prorektorin wird die FH den Preis ab dem kommenden Jahr “Engeln-Müllges-Innovationspreis” nennen.
Hintergrundinformationen zum Projekt von Prof.in Siegert
Im Forschungsprojekt von Prof. Dr. Petra Siegert werden neue biobasierte Lipopeptide aus nachhaltiger Produktion untersucht.
Was haben Sonnenblumen, Enzyme und Shampoo gemeinsam? Im Forschungsprojekt „LipoPep“ geht es genau um diese Verbindung und um die Frage, wie sich alltägliche Produkte nachhaltiger herstellen lassen. Prof. Dr. Petra Siegert vom Fachbereich Chemie und Biotechnologie der FH Aachen und ihr Team arbeiten daran, Tenside nicht länger auf Erdölbasis, sondern biotechnologisch aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren.
Nachhaltige Alternativen zu erdölbasierten Tensiden
Tenside sind zentrale Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetika. Bislang werden sie meist aus fossilen Rohstoffen gewonnen – ein energieintensiver Prozess mit begrenzter Zukunft. „Wir entwickeln ein Verfahren, das auf Enzymen basiert und vollständig biobasiert ist“, erklärt Petra Siegert. Im Fokus stehen sogenannte Lipopeptide, die nicht nur nachhaltig hergestellt werden können, sondern zudem besonders mild und hautverträglich sind.
Enzyme als Schlüssel zur grünen Chemie
Herzstück des Projekts sind maßgeschneiderte Biokatalysatoren, also Enzyme, die chemische Reaktionen gezielt steuern. Diese werden im Labor entwickelt und optimiert, um neue Synthesewege für die Lipopeptide zu erschließen. Dabei setzt das Team gezielt auf nachwachsende Rohstoffe wie Pflanzenöle. Ziel ist es, den bisherigen chemischen Herstellungsprozess durch eine umweltfreundlichere Alternative zu ersetzen.
Vom Labor in die Anwendung
Was zunächst als explorativer Ansatz begann, entwickelte sich schneller als erwartet zu einem Erfolg: „Wir waren selbst überrascht, wie gut das biotechnologisch funktioniert hat“, sagt Siegert. Die vielversprechendsten Ergebnisse wurden gemeinsam mit den Projektpartner – zu denen unter anderem die TH Köln, sowie die weltweit agierenden Chemieunternehmen BASF und Henkel gehören – patentiert und inzwischen von einem Industrieunternehmen übernommen. Ein deutliches Signal dafür, dass die Forschung das Potenzial hat, den Weg in die industrielle Anwendung zu finden.
Video der Forschungspreisträgerin 2026
Bildergalerie
Aus dem Newsroom
- Prof. Dr. Petra Siegert erhält den Forschungspreis der FH Aachen (Meldung vom 22.04.2026)