KleVerStaB
Anwendung der Klebetechnik für die Verstärkung von Stahl-Brücken
| Projektleitung | Prof. Dr. J. Laumann, IBB - Institut für Baustoffe und Baukonstruktionen, FB 2 - Bauingenieurwesen |
| Förderlinie | DATIpilot des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) |
| Projektvolumen | 329.545,69 € |
| Forschungsschwerpunkt | Energie und nachhaltiges Bauen |
| Projektpartner | NEUERO RAILTEC GmbH |
| Projektlaufzeit | Oktober 2024 bis März 2026 |
Worum geht es hier?
Die Straßenverkehrsdichte, insbesondere der Anteil des Schwerlastverkehrs, sowie die daraus resultierende Belastung von Brücken haben in den letzten Jahrzehnten in einem bislang nicht absehbaren Ausmaß zugenommen. Diese Entwicklung führt insbesondere bei älteren Stahlbrücken zu einer erhöhten Gefahr des Versagens durch Plattenbeulen oder Ermüdungserscheinungen. Derzeit werden die Steifen vorwiegend mittels Schweißtechnik realisiert. Aufgrund des Wärmeeintrags, der damit verbundenen Gefügeänderung und der Kerbwirkung ist das Schweißen jedoch nur eingeschränkt für Sanierungsmaßnahmen geeignet. In diesem Zusammenhang bietet die Fügetechnik Kleben eine vielversprechende Alternative, da sie das Material der zu verbindenden Bauteile nicht beeinträchtigt. Ziel des Projekts ist es, Klebeverbindungen als eine effektive Alternative zu traditionellen Schweiß- und Schraubverbindungen bei der Sanierung von Stahlbrücken zu entwickeln. Insbesondere bei Querschnitten, die einem erhöhten Risiko von Beulen ausgesetzt sind. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Dauerhaftigkeit und Ermüdungssicherheit der Klebeverbindungen.
Was war Ihre Motivation, sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen? Woher stammt die Idee?
Die Idee für das vorliegende Projekt basiert auf dem abgeschlossenen ZIM-Kooperationsprojekt „KlebVerstärk – Steigerung der Biegesteifigkeit und Ertüchtigung beulgefährdeter Bauteile im Stahlbrückenbau mittels Klebeverbindungen“. In diesem Projekt wurde eine Bruchbedingung zur Tragfähigkeitsauslegung von Klebschichten entwickelt, die eine konservative und sichere Tragfähigkeitsprognose für Klebeverbindungen liefert. Um die Fügetechnik Kleben erfolgreich in der Praxis anzuwenden, müssen insbesondere die Themen Dauerhaftigkeit und Ermüdungssicherheit weiter untersucht werden.
Auf Basis dieser Erkenntnisse wird ein Bemessungs- und Ausführungsverfahren entwickelt, das eine zuverlässige Anwendung der Klebeverbindungen im Stahlbrückenbau ermöglicht.
Welchen Nutzen bringt dieses Projekt für die Gesellschaft und/oder im Sinne der Nachhaltigkeit?
Viele Brücken in Deutschland weisen bereits erhebliche Mängel auf. Die damit verbundenen Nutzungseinschränkungen verursachen erhebliche volkswirtschaftliche Schäden. Das Aufkleben von Steifen stellt eine effektive Lösung zur Verstärkung beulgefährdeter Querschnitte dar und ermöglicht eine einfache Ertüchtigung, um die Nachteile des Schweißens zu umgehen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist die Verlängerung der Lebensdauer bestehender Stahlbrücken, wodurch eine nachhaltigere Nutzung und eine Reduzierung der Neubaukosten erreicht werden können.
Wer macht noch mit?
Das Projekt wird in Kooperation mit der NEUERO RAILTEC GmbH durchgeführt.