Solidarität mit der Ukraine

Gemeinsame Erklärung von Land und Hochschulen in Nordrhein-Westfalen

 

***English version below***

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat sich heute mit Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulen und weiterer Wissenschaftseinrichtungen, der Studierenden, der Universitätskliniken sowie der Studierendenwerke zur aktuellen Situation rund um den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und dessen Auswirkungen auf Wissenschaft und Forschung ausgetauscht.

Alle Beteiligten haben sich dabei auf eine gemeinsame Erklärung verständigt: Die Hochschulen im Land sowie die außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes sind dazu aufgerufen, bestehende wissenschaftliche Kooperationen und Beziehungen mit Russland und russischen Einrichtungen kritisch zu prüfen und bis auf Weiteres ruhen zu lassen. Die Entscheidung steht im Einklang mit Erklärungen unter anderem des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Allianz der Wissenschaftsorganisationen.

"Der russische Angriff auf die Ukraine ist eine tiefgreifende Zäsur in Europa. Dieser eklatante Bruch des Völkerrechts lässt sich durch nichts rechtfertigen. Freiheit und Frieden sind unabdingbare Voraussetzungen für wissenschaftlichen Austausch und Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Hochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen haben wir uns deshalb heute darauf verständigt, wissenschaftliche Aktivitäten und Kooperationen mit russischen Einrichtungen ruhen zu lassen. Wir alle bedauern diesen Schritt sehr – er ist aber aktuell ohne wirkliche Alternative", sagt Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft, die Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenzen der Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) sowie Kunst- und Musikhochschulen, Vertreter der Kanzlerkonferenzen der Universitäten, der HAWs sowie Kunst- und Musikhochschulen, die Sprecher der Dekane der Medizinischen Fakultäten, die Vertreter der Universitätskliniken, der Vorstand der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft, die Sprecher der Studierendenwerke sowie die Koordination des Landes-ASten-Treffens fassten gemeinsam folgende Erklärung:

"Der völkerrechtswidrige russische Angriff auf die Ukraine schockiert uns und macht uns fassungs-, aber nicht sprachlos. Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Menschen in der Ukraine. Ihnen gilt unsere Solidarität, unser Beistand und unsere Unterstützung. Wir denken an all jene, die um Familie, Freunde und Heimat bangen. Unter ihnen sind unsere Kommilitoninnen und Kommilitonen, unsere Kolleginnen und Kollegen. Die Wissenschaftsgemeinschaft in der Ukraine ist stark betroffen, viele Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befinden sich in Lebensgefahr oder sind auf der Flucht. Gemeinsam wollen wir den wertvollen Austausch in Kunst und Wissenschaft mit der Ukraine so gut es geht aufrechterhalten. Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen wissen, dass sie hier in Nordrhein-Westfalen jederzeit willkommen sind.

Der wissenschaftliche Austausch Nordrhein-Westfalens mit Russland war über viele Jahre wertvoll und bereichernd. Der von dem russischen Präsidenten Putin begonnene Krieg kann nicht folgenlos bleiben.

Die Hochschulen im Land sowie die außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes sind dazu aufgerufen, bestehende wissenschaftliche Kooperationen und Beziehungen mit Russland und russischen Einrichtungen kritisch zu prüfen und bis auf Weiteres ruhen zu lassen.

Neue Projekte werden zum aktuellen Zeitpunkt nicht begonnen. Dieser Schritt ist notwendig und fällt dennoch schwer. Wir wissen um diejenigen Russinnen und Russen – in Russland wie auch hier in Deutschland –, die den von dem russischen Präsidenten begonnenen Krieg gegen die Ukraine nicht unterstützen. Ihnen und insbesondere denjenigen Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich mutig gegen den Krieg ausgesprochen haben, gilt unsere Sympathie und Achtung."

 

Solidarity with Ukraine

Joint Declaration by the State of North Rhine-Westphalia and its Universities

Today, the Ministry of Culture and Science of the state of North Rhine-Westphalia met with representatives of universities and other scientific institutions, students, university hospitals as well as student welfare services ("Studierendenwerke") to discuss the current situation surrounding Russia's war of aggression against Ukraine and its impact on science and research.

All parties involved agreed on a joint declaration: the universities in the state as well as the non-university research institutions of the state are called upon to critically examine existing scientific co-operations and relationships with Russia and Russian institutions and to suspend them until further notice. The decision is in line with declarations by the Federal Ministry of Education and Research and the Alliance of Science Organisations, among others.

"The Russian attack on Ukraine is a profound watershed moment in Europe. This blatant breach of international law cannot be justified by anything. Freedom and peace are indispensable preconditions for scientific exchange and cooperation. Together with representatives of the higher education sector in North Rhine-Westphalia, we have therefore come to an agreement today to suspend scientific activities and cooperation with Russian institutions. We all regret this step very much - but it is currently without any real alternative," says Science Minister Isabel Pfeiffer-Poensgen.

The Ministry of Culture and Science, the chairpersons of the State Rectors' Conferences of the universities, universities of applied sciences (HAW) as well as colleges of art and music, representatives of the Chancellors' Conferences of the universities, of the HAWs as well as colleges of art and music, the spokespersons of the deans of the medical faculties, the representatives of the university hospitals, the board of the Johannes Rau Research Association, the spokespersons of the student welfare services as well as the coordination of the Landes-ASten meeting jointly made the following statement:

"The Russian attack on Ukraine, which is contrary to international law, has shocked us and has left us stunned, but not speechless. Our thoughts are with the people affected in Ukraine. They have our solidarity, our support, and our assistance. We are thinking of all those who fear for their family, friends and homeland. Among them are our fellow students and colleagues. The scientific community in Ukraine has been severely affected, many students and scientists are in peril of their lives or are on the run. Together, we want to maintain the valuable exchange in art and science with Ukraine as best we can. Students and scientists should know that they are always welcome here in North Rhine-Westphalia.

For many years, North Rhine-Westphalia's scientific exchange with Russia has been valuable and rewarding. The war started by Russian President Putin cannot remain without consequences.

The universities in the state as well as the state's non-university research institutions are called upon to critically examine existing scientific co-operations and relationships with Russia and Russian institutions and to suspend them until further notice.

No new projects will be started at this time. This step is necessary and yet it is difficult. We are aware of those Russians - in Russia as well as here in Germany - who do not support the war against Ukraine that was started by the Russian president. Our sympathy and respect is with them, and especially with those students and scientists who have courageously come out against the war."