Zwischen Star Wars und Lego-Technik

Girls`& Boys` Day der FH

„So Mädels, Sichtschutz auf und los geht’s. Jetzt machen wir mal richtig Musik hier.“ Andreas Vollmann, Techniker am Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik der FH Aachen, wirft die Schweißmaschine an und lässt ordentlich Funken fliegen. Er betreut die rund zehn Schülerinnen und verbringt den ganzen Morgen mit ihnen in der Werkstatt, denn sie alle sind Teilnehmerinnen des Girls`& Boys` Day der FH. In einer Sache sind sich alle einig: Schweißen und mit Metall Arbeiten ist schon lange nicht mehr nur etwas für Jungs. „Mir macht das so viel Spaß, ich bin schon zum zweiten Mal mit dabei“, so die 13-jährige Wiederholungstäterin Jule, von der Willy-Brand Gesamtschule. Und genau darum geht es schließlich beim Girls`Day: Junge Mädchen für technische Berufe zu begeistern. Und das war, bei den vielen spannenden Angeboten und Workshops, kein Problem.

Wie wäre es beispielsweise, einen eigenen kleinen Roboter zu programmieren? Das durften die Mädels in einem weiteren Workshop einmal selbst ausprobieren und – siehe da – die Erfolgserlebnisse waren groß: Über Schreibtische und den Fußboden krabbelten die kleinen Kerlchen, die sich ohne weiteres für eine Rolle als Lego-Technik-Cyber-Spinne in einem Star Wars-Film qualifizieren würden.

Aber auch im Triebwerklabor des Fachbereichs Luft- und Raumfahrttechnik konnten die jungen Teilnehmerinnen live am Objekt erfahren, wie laut so ein Triebwerk sein kann. Selbstverständlich mussten sie bei diesem Experiment Ohrenschützer tragen.

Anmelden konnten sich Mädchen und Jungen von der fünften bis zur zehnten Klasse. Die Männerquote blieb allerdings extrem niedrig. Von über 100 Teilnehmenden waren nur vier Jungs dabei. Die durften sich die Bibliothek anschauen und somit in ein eher typisches Frauenmetier hineinschnuppern. Zunächst erstellten die neuen kleinen Mitarbeiter an der Ausleihe einen eigenen Bibliotheksausweis und unterstützten das Bibliothekspersonal bei der Verbuchung von Büchern.

„Die grobe Identitätsentwicklung eines jungen Menschen ist circa mit dem zwölften Lebensjahr vollendet“,erklärt die Koordinatorin und Diplom-Sozialpädagogin Miriam Aldenhoven von der FH. „Aus diesem Grund ist es wichtig, die Kinder möglichst frühzeitig mit Themen zu konfrontieren, zu denen sie im Alltag womöglich kaum bis gar keine Berührungspunkte haben.“