Schwerpunkte
Im Master Nuclear Applications bieten wir vier Schwerpunkte an
- Medical Physics
- Nuclear Chemistry
- Nuclear Technology
- Nuclear Waste Management
Jeder dieser Schwerpunkte beinhaltet mehrere Module, die entweder 2,5 oder 5 ECTS entsprechen.
Die Studierenden müssen 20 ECTS innerhalb eines Schwerpunkts erlangen (10 ECTS pro Semester)
- 15 ECTS müssen in einem gewählten Schwerpunkt erreicht werden
- 5 ECTS können auch durch Module eines anderen Schwerpunkts oder anderen Kursen (z.B. Strahlenschutzkurse oder Kurse des Hochschulnetzwerkes Cherne) erreicht werden
- jedes Modul kann nur in einem Schwerpunkt angerechnet werden.
Medical Physics
Medical Physics | Strahlenschutzaspekte und Dosimetrie spielen eine vorherrschende Rolle bei der Verwendung ionisierender Strahlung in der medizinischen Diagnostik und Therapie. Eine große Anzahl der medizinischen Bildgebungsmethoden basieren auf nuklearen Effekten, z.B. SPECT, PET und MRT, und eine wachsende Anzahl der Patienten erhalten eine Krebsbehandlung durch verschiedene Arten der Strahlentherapie. Die gesetzlichen Anforderungen verlangen von Experten der Medizinphysik, dass sie die Bestrahlung und die dosimetrische Kontrolle dieser diagnostischen und therapeutischen Verfahren durchführen. In Kombination mit Grundkenntnissen in Medizinphysik, medizinischen Bildgebungsgeräten und Anatomie, die normalerweise durch ein Bachelor-Studium in Biomedizintechnik abgedeckt werden, erhalten unsere Studenten die Voraussetzungen für die spätere Anerkennung als Medizinphysik-Experten. Die tatsächliche Anerkennung ist abhängig vom Bundesland, wobei das Studium durch eine mehrjährige Übungszeit in einem Strahlentherapielabor und zum Teil auch zusätzlichen Kursen ergänzt werden muss.
Nuclear Chemistry
Eine Schlüsseldisziplin bei vielen Anwendungen von nuklearen Technologien ist die Nuklearchemie. Wann immer radioaktive Materialien gehandhabt und umgewandelt werden müssen, sind Nuklearchemiker beteiligt. Sie sind in allen Phasen des Kernbrennstoffkreislaufs zu finden: Trennung und Anreicherung von Uran sowie die Brennstoffproduktion. In Kernkraftwerken steuern sie chemische Aspekte der Kühlkreisläufe, die Brennstoffintegrität und die Abwässer. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung aller Abfallformen und ihrer Lagerung sowie bei der Stilllegung kerntechnischer Anlagen. In der Radioökologie detektieren und quantifizieren sie natürliche und künstliche Radionuklide in der Umwelt mit radioanalytischen Methoden. Für Radiotracer-Anwendungen entwickeln sie Radionuklide und radioaktiv markierte Verbindungen. Ein Spezialgebiet ist die Entwicklung und Herstellung von Radiopharmazeutika für die medizinische Diagnostik und Therapie.
Nuclear Technology
Verschiedene moderne Technologien beruhen auf dem Einsatz nuklearer Methoden. Dieser Schwerpunkt konzentriert sich auf diese Techniken und deckt eine breite Palette typischer Anwendungen ab. Dies schließt z.B. Detektorentwicklung und -charakterisierung für Industrie- und Grundlagenforschung für verschiedene Anwendungen ein. Hier sind spezielle Kenntnisse über die Wechselwirkung von Strahlung mit Materialien erforderlich. Dazu gehört auch der Strahlenschutz, für den immer Spezialisten benötigt werden, da der Schutz vor den Gefahren durch nukleare Strahlung äußerst wichtig ist. Auch die Entwicklung und Verwendung verschiedener Beschleunigersysteme, wiederum in Industrie und Forschung, ist eine typische Aufgabe auf dem Gebiet der nuklearen Technologie. Ein modernes Anliegen der Menschheit ist der wachsende Energiebedarf. Hier muss die Forschung zur Weiterentwicklung von Kernreaktorkonzepten der nächsten Generation, auch unter Sicherheits- und Abfallentsorgungsaspekten, dringend von Experten für Kerntechnologien durchgeführt werden. Ebenso ist die Stilllegung kerntechnischer Anlagen und die Entsorgung nuklearer Abfälle eine sich schnell entwickelnde Aufgabe, bei der hochqualifizierte Fachkräfte benötigt werden.
Nuclear Waste Management
Der Schwerpunkt macht die Studierenden mit allen Aspekten der Entsorgung nuklearer Abfälle vertraut. Das umfasst nicht nur die Planung und den Betrieb von Zwischen- und Endlagern. Die Studierenden werden auch mit den Sicherheitsaspekten und Prozessen der Abfallentsorgungstechnologie sowie mit der internationalen und nationalen Gesetzgebung in Bezug auf Transport, Lagerung und Entsorgung radioaktiver Abfälle vertraut gemacht. Dieses Schwerpunktfeld wird in enger Zusammenarbeit mit einigen Firmen aus dem Entsorgungsbereich durchgeführt, z.B. BGZ - Gesellschaft für Zwischenlagerung, JEN - Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen, WTI GNS-Gruppe, Brenk Systemplanung GmBH, NUKEM Technologies, Eckert & Ziegler und Bilfinger Noell GmbH. Auf diesem Weg soll u.a. eine bedarfsorientierte und praxisnahe Ausbildung gewährleistet werden.