Rescue Copter

Zuwendungsgeber: BMVI
Förderkennzeichen: 45UAS1023A
Fördersumme FH Aachen: 60.000,- €
Projektdauer: 6 Monate (Juni-Dezember 2019)
Betreuende Professoren: Prof. Dr.-Ing. Stephan Kallweit (FB8), Prof. Dr.-Ing. Peter Dahmann (FB6)
Wissenschaftliche Bearbeiter: Tobias Müller, Lukas Hildebrand, Malte Holch
Kooperationspartner:  P3 telehealthcare und die Stadt Aachen

Im Projekt "RescueCopter" entwickeln Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachbereiche Maschinenbau und Mechatronik sowie Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen ein unbemanntes Flugsystem zur Unterstützung der Rettungskette bei medizinischen Notfällen. Dabei arbeiten sie eng mit der "umlaut telehealthcare GmbH" und dem Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Europa der Stadt Aachen zusammen. Das Projekt "RescueCopter" wird im Rahmen des Ideen- und Förderaufrufs zum Thema unbemannte Luftfahrtanwendungen und individuelle Luftmobilitätslösungen (UAS, Flugtaxis) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Bei medizinischen Notfällen zählt jede Sekunde. Rettungswagen benötigen bis zum Eintreffen an der Unfallstelle manchmal bis zu 10 Minuten. Bis dahin vergehen wertvolle Minuten, in denen Ersthelfer lebensrettende Maßnahmen ergreifen können. Zur gezielten Hilfe fehlt jedoch das Equipment. Der "RescueCopter" soll entsprechend Einsatzorte in kurzer Zeit erreichen und den Ersthelfern Ausrüstungsgegenstände liefern, um Patienten möglichst schnell und gut versorgen zu können.

Forscherinnen und Forscher der FH Aachen arbeiten dazu an der Entwicklung eines "Multikopters", der im Ernstfall schnell und sicher Hilfsmaterialien an den Unfallort fliegen soll. Gemeinsam mit der "umlaut telehealthcare GmbH", der Stadt Aachen und mit Unterstützung der Berufsfeuerwehr Aachen wird so ein Konzept entwickelt, in Folge dessen der RescueCopter nach Eingang eines Notrufs je nach Bedarf mit lebensrettenden Medikamenten, Verbandsmaterial oder einem Defibrillator zum Einsatzort geschickt wird. Geprüft wird der Anwendungsfall, dass ein sich in der Nähe befindlicher speziell geschulter Ersthelfer per App alarmiert wird, um dem Patienten mit den gelieferten Materialien schon kurz nach dem Notfallgeschehen wichtige Hilfe zukommen lassen zu können. Zusätzlich sollen im "RescueCopter" Kommunikationsstrukturen integriert werden, die es speziell geschulten Ersthelfern erlauben, störungsfrei mit einem Telenotarzt zu kommunizieren und so konkrete Anweisungen zur Erstversorgung der Patientin oder des Patienten zu erhalten.

Das Projekt fügt sich in die "Urban Air Mobility" – Initiative ein, in die die Stadt Aachen im Verbund der MAHHL-Städte (Maastricht, Aachen, Hasselt, Heeren, Lüttich) im September 2018 eintrat. Die Initiative der Europäischen Innovationspartnerschaft "Smart Cities and Communities" (EIP-SCC) zielt darauf ab, mit praktischen Anwendungsstudien von Drohnen- und Luftfahrttechnologien deren konsequente Umsetzung zu untersuchen und sinnvolle Einsatzzwecke zu beschleunigen. Mit der Entwicklung des "RescueCopters" schaffen die Projektpartnerinnen und Projektpartner einen konkreten Anwendungsfall im Aachener Raum, der mit der Verbesserung der Rettungskette einen gesellschaftlichen Mehrwert schafft und der zudem auch das Potential hat, in andere Regionen übertragen zu werden.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt im Rahmen des Förderaufrufes "Unbemannte Luftfahrtanwendungen und individuelle Luftmobilitätslösungen" Unternehmen, Start-Ups, Wissenschaftler und Kommunen, um innovativen Anwendungen den Weg aus dem Labor in den Luftraum zu bereiten. Bislang werden über 30 Studien, Pilotprojekte und mehrjährige Forschungsvorhaben gefördert. Insgesamt werden im Haushalt des BMVI für die Jahre 2019 bis 2022 hierfür 29 Millionen Euro bereitgestellt.

06.03.2020 | Von: Team Pressestelle | "Medizinisches Equipment an den Unfallort fliegen"  

Rettungsdrohne "Rescue Copter"
Rettungsdrohne bringt Defibrillator
Rescue Copter
Schema Rettungsablauf
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