Was ist Bioengineering?

Bedeutung der Biowissenschaften. Die Biowissenschaften und daran angrenzende Disziplinen entwickeln sich zu einem der wichtigsten Innovationsbereiche im 21. Jahrhundert. Dies spiegelt sich auch wider in der Gründung der vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Kompetenzplattform Bioengineering (kurz KOPF) der Fachhochschulen Aachen und Bonn-Rhein-Sieg.

Bioengineering ist weder Biotechnologie noch biomedizinische Technik, oder gar Medizintechnik. Bioengineering ist eine selbständige Disziplin, die angesiedelt ist zwischen Ingenieur- und Naturwissenschaften, Biologie und Medizin. Der Fakt, dass es sich bei dem Begriff für die Disziplin um eine englische Vokabel handelt, ist dabei zweitrangig und sollte auch nicht geändert werden. Die Disziplin ist nun mal hauptsächlich zunächst im englischsprachigen Raum entstanden und durch Pioniere wie Y.C.Fung, Shu Chien, Richard Skalak, Dough Lauffenburger und viele andere entwickelt worden. Auch die besonders in den Vereinigten Staaten zu beobachtende Hinwendung der Disziplin zu Zellen und Molekülen ist nicht verwunderlich und hebt besonders die Biomedizintechnik vom Bioengineering ab. Die Biotechnologie hingegen ist weltweit eine Disziplin der biologischen Verfahrenstechnik und mit der chemischen Verfahrenstechnik stärker verwandt als mit dem Bioengineering. Beide Bereiche finden vielfältige Anwendung in Medizin, Naturwissenschaften und Technik und sind dennoch unter dem Dach der Kompetenzplattform Bioengineering vereinigt.

Definition: Bioengineering ist die Anwendung von Prinzipien der Ingenieur- und Naturwissenschaften auf Gewebe, Zellen und Moleküle. Eng verwandt mit dem Bioengineering ist die Biotechnologie, die sich mit der Umsetzung biologischer Kenntnisse für industrielle Verfahren beschäftigt. Beide Bereiche finden vielfältige Anwendung in Medizin, Naturwissenschaften und Technik.

Warum die Gründung einer Kompetenzplattform? Die Zusammenarbeit der Wissenschaftler in der Kompetenzplattform Bioengineering soll diese Disziplin in Deutschland stärken:

  • Durch die Bündelung vorhandener Kompetenzen wird die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Wissenschaftler erhöht.
  • Die strukturelle Vereinigung zu einer Kompetenzplattform soll ein Zentrum schaffen, das ein attraktiver und wissenschaftlich starker Partner für die Industrie sowie die umliegenden Hochschulen ist.
  • Wissenschaftliche Synergieeffekte werden durch die Bündelung von Know-how erreicht.
  • Die Infrastruktur wird durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen der Partner entscheidend verbessert.

Herausragende Position. Bereits jetzt nehmen die Standorte Jülich und Rheinbach innerhalb der vom BMBF geförderten "BioRegion Rheinland" eine herausgehobene Position in der Biotechnologie Nordrhein-Westfalens ein, gekennzeichnet durch eine einmalige Bündelung von Forschung, Umsetzung durch junge Biotechnologiefirmen und Entwicklung eines modernen Lehrangebotes an den beteiligten Hochschulen. Die eingerichtete Kompetenzplattform soll somit nicht nur die Qualität von Forschung und Entwicklung, sondern auch die Aktualität der Lehre steigern.

Integriertes Lehrangebot. Die Fachhochschulen Aachen, Campus Jülich, und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben parallel zur Forschung ein entsprechendes Lehrangebot zu bieten. Die Lehrinhalte können durch das Einbinden in die Kompetenzplattform laufend an die aktuellen Erkenntnisse in der Forschung angepasst werden. Dies ermöglicht es, den Studierenden eine auf die sich ändernden Anforderungen des Arbeitsmarktes zugeschnittene Ausbildung zu bieten.

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