F&E-Projekte

Klimaneutrale Trocknung von Quarzsand

Wir sind Projektpartner im neu bewilligten Verbundprojekt HySand. Die Vorstudie läuft vom 01.01.2026 bis 30.06.2027 und bildet die Grundlage für ein mögliches Demonstrationsvorhaben im industriellen Maßstab bei den Nivelsteiner Sandwerken in Herzogenrath.

Wir übernehmen zentrale Aufgaben der technischen Analyse und Bewertung, darunter:

  • Simulation und Bewertung des bestehenden heizölbasierten Trocknungsprozesses sowie alternativer wasserstoffbasierter, elektrischer und hybrider Prozessrouten.
  • Thermodynamische und techno-ökonomische Gegenüberstellung der Varianten.
  • Untersuchung optimierter Betriebsweisen und erste Auslegung verfahrenstechnischer Komponenten.

Damit liefert die FH Aachen wesentliche wissenschaftliche Grundlagen für die Entscheidung über das zukünftige Verfahrenskonzept. Eine spätere großtechnische Umsetzung hängt von den Ergebnissen der Vorstudie und den betrieblichen Rahmenbedingungen am Standort der Nivelsteiner Sandwerke ab.

HySand ist Teil des Helmholtz-Clusters Wasserstoff HC-H2. Das Cluster trägt dazu bei, das Rheinische Revier zu einer Modellregion für eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft zu entwickeln. Das Institute for a sustainable Hydrogen Economy (IHE) des Forschungszentrums Jülich koordiniert die Aktivitäten des Clusters. Weitere beteiligte Partner sind das Institute for Advanced Mining Technologies (AMT) der RWTH Aachen und die DTG GmbH Development & Technology aus Niederzier. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert HySand mit 593.000 Euro. Die Ergebnisse der Vorstudie sollen Mitte 2027 vorliegen.
 

Simulation und exergetische Bewertung nachhaltiger energietechnischer Prozesse (SimExPro)

Betreuer: U. Feuerriegel

Im Lehrgebiet Thermische Energietechnik im FB 8 werden energietechnische Aufgabenstellungen aus der Industrie als Projekte in Lehrveran­staltungen, als Praxisprojekte und in Abschlussarbeiten bearbeitet. Dafür erfolgt eine zielgerichtete Ausbildung in den Lehr­veran­staltungen unter Verwendung eines modulares (Software-) Konzepts für die Erstellung energie­technischer Berechnungen und Simulationen. Der Fokus liegt dabei auf der exer­ge­tischen Bewertung (Berechnung der „Umwandlungsverluste“) der Prozesse. Dieses modulare Konzept wird aktuell im Rahmen eines dritten Lehrbuchs im Springer-Verlag bearbeitet, damit es auch über die Grenzen des FB 8 hinaus Anwendung findet. Die praxisnahe Ausbildung und die aktive Mitarbeit an einem Lehrbuch führt zu einer hohen Motivation der Studierenden. Durch ihre Projekte tragen die Studieren­den dazu bei, die für die Energiewende erforderlichen Transformationen in der Region schneller umzusetzen!

  • Diverse laufende studentische Projekte im Rahmen von lehrveranstaltungsbegleitenden Projekten bis Abschlussarbeiten zu den Bereichen der energetischen Optimierung industrieller Prozesse, zur Wertschöpfungskette von Wasserstoff (Elektrolyse, Druckspeicherung, Brennstoffzellen), zur Kraft-Wärme-Kopplung in BHKWs, zum Einsatz von Wärmepumpen und Kältemaschinen bis zur Nutzung von Biogas (als eigene Arbeiten oder als Kooperationen mit Unternehmen). 

 

Untersuchung des MPEMBA-Effekts

Bearbeiter/Betreuer: A. Matthes, U. Feuerriegel

Der MPEMBA-Effekt beschreibt, dass unter bestimmten Bedingungen und sonst identischen Randbedingungen wärmeres Wasser schneller abkühlt und gefriert als kaltes Wasser. Vor mehr als 2300 Jahren berichtete ARISTOTELES erstmals über dieses Phänomen. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde dieser Effekt von dem tansanischen Schüler MPEMBA wiederentdeckt und 1969 publiziert. Bis heute gibt es keine wissenschaftliche Erklärung für diesen Effekt, der sich im Wesentlichen oberhalb des Gefrierpunktes von Wasser abspielt.

In den eigenen Untersuchungen des MPEMBA-Effekts wurden erste Modelle entwickelt, die das Abkühlverhalten von Wasser in offenen Behältern beschreiben. Die Modelle bilanzieren das System basierend auf den Erhaltungsgleichungen für Masse, Energie und Impuls und beschreiben deren Veränderungen über die Wärme- und Stofftransporteffekte am Behälter. Parallel dazu wurden experimentelle Untersuchungen durchgeführt, die den MPEMBA-Effekt bestätigen.

Simulation der unterkritischen Verdampfung von Kohlenwasserstoffen

Kooperationspartner: TGE Gas Engineering GmbH, Bonn. 

Bearbeiter: A. Patt, U. Feuerriegel.
Betreuer: U. Feuerriegel. 

Bei der unterkritischen Verdampfung in waagerechten, dampfbeheizten Rohren durchläuft das zu verdampfende Medium unterschiedliche Bereiche: Den einphasigen Wärmeübergang bis zum Erreichen des Sättigungszustands, die Verdampfung einschließlich der Phänomene des Strömungssiedens unterkühlter Flüssigkeiten, des Strömungssiedens gesättigter Flüssigkeiten und möglicherweise den kritischen Siedezustand und den Wärmeübergang nach der Siedekrise. Die Berechnung der Stoffwerte des zu verdampfenden Fluid stellt eine weiterer Herausforderung dar.

In dieser Aufgabenstellung wurde die Methode der Diskretisierung verwendet wird, um die Differentialgleichungen in ein algebraisches Gleichungssystem umzuwandeln und anschließend numerisch zu lösen.

Untersuchung des Wärmeübergangs bei der Tauchkühlung

Bearbeiter: A. Ruland, A. Eckert., W. Kaiser,
P. Schumacher
Betreuer: U. Feuerriegel 

Ziel des Projekts ist die Untersuchung des Wärmeübergangs beim Sieden, insbesondere beim Filmsieden sowie beim Blasensieden und konvektiven Sieden. Dafür soll anhand von Messungen der zeitliche Verlauf des Wärmeübergangskoeffizienten bei der Abkühlung einer auf bis zu 900 °C erwärmten Nickelkugel in Wasser in den unterschiedlichen Siedebereichen ermittelt werden. Weiterhin soll die Simulation des instationären Abkühlverhaltens bei der Tauchkühlung in den unterschiedlichen Siedebereichen erfolgen.

Eindampfung von hochviskosen Fruchtzubereitungen

Kooperationspartner: Zentis GmbH & Co. KG, Aachen.
Bearbeiter: G. Wersch.
Betreuer: U. Feuerriegel, J. Becker.

Der Entzug von Wasser aus Fruchtzubereitungen durch Eindampfung dient zur Haltbarmachung und Herstellung konzentrierter Produkte. Die Eindampfung von Fruchtzubereitungen kann mit verschiedenen Verdampfern und meist unter Vakuum erfolgen, wobei diskontinuierliche oder kontinuierliche Verfahren möglich sind, die sich auch auf die Qualitäten der sehr temperaturempfindlichen Produkte auswirken. Im Rahmen dieses Projekts wurden ausgewählte Verfahren anhand der Massen- und Energiebilanzen und der Investitionskosten miteinander verglichen.

Optimierung des dynamischen Verhaltens von dampfbeheizten Kohlenwasserstoff-Verdampfern im instationären Betrieb

Kooperationspartner: TGE Gas Engineering GmbH, Bonn. 
Bearbeiter: S. Wittenhorst.
Betreuer: U. Feuerriegel, U. Hoffmann.
Veröffentlichung: Wittenhorst, S.; Feuerriegel, U.; Hoffmann, U.; Ecker, M.: Untersuchung des dynamischen Verhaltens von dampfbeheizten Kohlenwasserstoff-Verdampfern. Posterbeitrag auf der ProcessNet-Jahrestagung 2010, Aachen, September 2010.

Im Rahmen dieses F&E-Projektes wurde das dynamische Verhalten eines Ethylen-Verdampfers simuliert. Dazu wurden die Standard-Softwareprogramme MS Excel und LabVIEW verwendet und kombiniert. Die Simulation gibt das dynamische Verhalten des Wärmeübertragers realistisch wieder und ermöglicht zusätzlich die regelungstechnische Optimierung des Wärmeübertragers (Feedforward-Regelung), u. a. zur Untersuchung von Betriebs- und Störungsszenarien.

Dynamische Simulation des axialen Temperaturverlaufs von elektrisch beheizten Rohrreaktoren und Vergleich mit Infrarotmessungen

Kooperationspartner: Prof. Dr.-Ing. U. Kunz, Institut für Chemische Verfahrenstechnik, Technische Universtität Clausthal.
Bearbeiter: S. Wittenhorst. 
Betreuer: U. Feuerriegel, U. Kunz (TU Clausthal).
Veröffentlichung: Feuerriegel, U.; Kunz, U.; Wittenhorst, S.: Infrared imaging and simulation of temperature profiles in directly electrically-heated tubular reactors. Vortrag auf dem 5. Internationalen Infrarotforum infraR&D 2009, Fulda, Juni 2009.

Die direkte elektrische Beheizung ist die einfachste Möglichkeit, ein durchströmtes Rohr zu beheizen. Besondere Vorteile: Die Wärme wird relativ gleichmäßig über die gesamte Oberfläche zugeführt, verringerte Totzeiten, keine Wärmeträgermedien, einfacher Aufbau der Anlage, gute Regelbarkeit der Heizleistung. Die stationäre und dynamische Simulation des elektrisch beheizten Strömungsrohrs erfolgte in Excel-VBA, basierend auf einer Finite-Differenzen-Methode. Zur Überprüfung der Simulationen wurden Messungen mit einer Infrarotkamera durchgeführt. Anwendungen ergeben sich u.a. in der Reaktionstechnik

Zentrifugentrocknung

F&E-Projekt mit dem Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, Prof. Dr.-Ing. Urs A. Peuker.

Extraktionstechnik

Aufbau einer Extraktionsanlage, Durchführung von Versuchen und Optimierungen (u.a. MEAB Chemietechnik GmbH).