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BA in Hangzhou, China, 05.03.2012 – 17.08.2012

 

 

Auf einen Blick

Was wurde im Ausland durchgeführt? Bachelorarbeit
Firmenstandort, Land: Hangzhou, China
Homepage der Firma: www.bosch.com.cn/new/web/boschinchina/consumer_pt_en.htm
Vorname und Name des Autors: Matthias Regner
Studiengang  an der FH Aachen, Fachbereich: Maschinenbau (B.Eng.), Fachbereich 8
Beginn und Ende des Auslandsaufenthalts: 5. März 2012 – 17. August 2012
In welchem Fachsemester haben Sie das Praxisprojekt bzw. die Bachelorarbeit durchgeführt: 8
Name des Betreuers der Projekt-/Bachelorarbeit an der FH: Prof. Dr. A. Gebhardt

Vorbereitungen

  • Wann haben Sie mit den Vorbereitungen begonnen? Ca. 6 Monate vorher.
  • Wie erfolgte die Kontaktaufnahme zum Arbeitgeber? Email direkt an den Standort in Hangzhou/China.
  • Wie lange dauerte das Bewerbungsverfahren und welche Unterlagen wurden benötigt? Ca. 3 Monate. Bewerbung beinhaltete den tabellarischen Lebenslauf (inklusive Zeugnisse, Nachweise, etc.), ein Motivationsschreiben und einen aktuellen Notenspiegel. Alles natürlich (auch) auf Englisch. Kommt aber ein bisschen darauf an, wen man als Ansprechpartner hat. 
  • Benötigten Sie ein Visum und wenn ja, mussten Sie sich das selbst organisieren oder hat es der Arbeitgeber für Sie beantragt? Für China braucht man natürlich ein Visum. Für einen Praktikanten ist es ein normales F-Visum. Der Vorteil hierbei ist, dass man nicht eine vollkommene ärztliche Untersuchung braucht. Um das Visum beantragen zu können,  braucht man zusätzlich noch ein „Invitation Letter“ von der Firma. Ich habe, und würde dies auch jedem anderen empfehlen, dies zusammen mit einem Visumdienst gemacht (http://www.visum-dienst.de/). Normalerweise müsste man sowohl bei der Beantragung als auch bei der Abholung des Visums persönlich erscheinen. Wenn man es mit einem Visumdienst abwickelt, entfällt das alles. Ich habe damals ein Visum für 90 Tage bekommen, das ich dann natürlich in China verlängern lassen musste. Das stellte aber kein Problem dar, da Bosch Hangzhou wiederum mit einem Visumdienst zusammen arbeitet (in China direkt vor Ort) und der die ganze Arbeit für einen übernimmt. Desweiteren sollte man bei der Beantragung des Visums noch beachten, wie viele „Entries“ man braucht. „Entries“ braucht man, wenn man „Mainland China“ während des Aufenthalts mal verlassen will, auch um nach Hong Kong etc. zu gehen. Außerdem  ist der Nachweis einer  Auslandskrankenversicherung für die Beantragung Pflicht.
  • Nützliche Tipps oder weiterführende Infos zur Vorbereitung: Man sollte rechtzeitig einen Arzt aufsuchen und mit ihm besprechen,  welche Impfungen man braucht. Hepatitis A und B sind eigentlich Pflicht. Desweiteren sollte man über eine Tollwut-Impfung und Malaria Standby-Tabletten nachdenken. Aber das variiert auch ein bisschen, je nachdem, wohin man noch reisen will.

Finanzielles

  • Erhielten Sie Fördermittel zur Finanzierung des Auslandsaufenthalts? Wenn ja, welche? Nein.
  • Erhielten Sie eine Entlohnung vom Arbeitgeber? Ja, ca. 2300 CNY, was je nach Wechselkurs ca. 300 Euro sind.
  • Wie hoch waren ungefähr die Anreisekosten in das Gastland? Je nach Fluggesellschaft um die 800 Euro.
  • Wie hoch sind ungefähr die Lebens- und Wohnkosten im Gastland? Um gut zu leben habe ich ca. 250 Euro drauf gelegt.
  • Mussten Sie eine zusätzliche Krankenversicherung abschließen? Wenn ja, welche und zu welchen Kosten? Irgendwelche Tipps dazu? Ja, ich habe eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Das ist, wie gesagt, auch nötig um das Visum beantragen zu können. Ich hatte die Hanse Merkur gewählt, da die zu diesem Zeitpunkt Testsieger im Preis-Leistung-Verhältnis war. Sie hat für die 6 Monate ca. 180 Euro gekostet.
  • Sind weitere Versicherungen notwendig? Nein.

Vor Ort

  • Welche Formalitäten waren nach der Ankunft zu erledigen? Alle Anmeldungen bei der Polizei etc. wurden von Bosch Power Tools übernommen. Bosch organisiert bei der örtlichen Bank noch ein Bankkonto, auf welches man auch sein monatliches Gehalt bekommt. Dieses muss man selber anmelden, was aber kein Problem darstellt.
  • Wie gestaltete sich die Wohnungssuche (half Ihnen der Arbeitgeber bei der Vermittlung einer Unterkunft oder gibt es evtl. hilfreiche Vermittlungsstellen)? Wir haben dort in einer Gated-Community in WGs gewohnt. Wir waren im Schnitt so um die 15-20 ausländische Praktikanten, die sich (meistens in 3er WGs jeweils zusammen eine Wohnung  geteilt haben). Man kann aber auch auf die Wohnung von Bosch Power Tools verzichten und sich selber eine Wohnung suchen (man bekommt dann 2000 CNY mehr im Monat). Wenn man aber keine Kontakte nach China hat und/oder nicht sehr gut chinesisch spricht, ist davon meiner Ansicht nach abzuraten. Außerdem ist es nett, dass man bei den WGs von Bosch Power Tools direkt in eine Gruppe mit netten, aufgeschlossenen Praktikanten kommt.
  • Wo sollte man am besten wohnen? In einer Wohnung von Bosch Power Tools.
  • Wie sind die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort? Ganz gut. Um diese Gated Community herum gibt es mehrere kleinere Supermärkte, Imbisse, Straßenimbisse, wo man das nötigste kaufen kann. Auch  kann man relativ billig mit dem Taxi in nahegelegene Supermärkte fahren (3 Euro). In solchen findet man auch Imported Products, also westliche Produkte (Preise sind dementsprechend).
  • Was ist billig bzw. teuer im Gastland? Billig ist Taxifahren, essen gehen, ausgehen, reisen. Teuer sind westliche Produkte, die importiert werden müssen. Egal ob es Lebensmittel, Elektronik (Luxussteuer) oder Kleidung ist (solang diese original ist).
  • Wie weit wohnten Sie von der Firma entfernt und wie gestaltete sich der tägliche Weg zur Arbeitsstelle? Wir konnten zu Fuß zur Firma gehen oder  mit dem Rad fahren. Je nach Wetter sind wir aber auch teilweise mit dem „Taxi“ gefahren (15 CNY, also nicht einmal 2 Euro für 7 Personen).
  • Was können Sie über den Firmenstandort sagen? Welche Freizeitmöglichkeiten / Ausflugsmöglichkeiten / touristische Attraktionen gibt es vor Ort? Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das sagt: „Im Himmel gibt es das Paradies, auf Erden Hangzhou und Suzhou.“ Daran ist wirklich was. Hangzhou ist eine ausgesprochen grüne Stadt. Vor allem ist sie durch den West Lake und die Teeplantagen bekannt. Somit kann man schon sehr viele Ausflüge innerhalb von Hangzhou machen. Desweiteren ist Shanghai nicht weit entfernt, mit dem Zug ca. 1 Stunde, und die Zugfahrt auch nicht wirklich teuer (ca. 10 Euro). Das Reisen ist in China insgesamt nicht so teuer. Das Teuerste sind hierbei die Flüge (mit dem Zug ist es deutlich billiger, dafür sind die Entfernungen teilweise arg groß). Für Hostels zahlt man dann aber nicht mehr wirklich viel (Shanghai/Peking ca. 15 Euro die Nacht). China hat außer den Großstädten auch viel tolle Natur zu bieten.
  • Gibt es besondere Gebräuche/Sitten bei den Einheimischen und was ist ein absolutes Tabu? Es ist sicherlich kein Zufall, dass es über dieses Thema komplette Bücher gibt. Tabus fangen beim Schneuzen an, gehen über die richtige Annahme von Visitenkarten und hören bei absoluten Tabuthemen auf wie zum Beispiel Politik. Ich habe mich versucht anfangs darüber schlau zu machen. Am besten ist aber auch hier „learning by doing“. Man sollte sich am Anfang vielleicht etwas mehr zurück halten und schauen, wie es die anderen so machen. Das ist schon mal ein guter Ansatz. Mit der Zeit bekommt man aber den Dreh raus.

Über den Arbeitgeber

  • Beschreiben Sie kurz das Unternehmen! Bosch Power Tools (China) Co., Ltd. ist einer der größten Power Tools Standorte weltweit. Es gibt hier fünf Produktionshallen und ein Gebäude für administrative Aufgaben. Insgesamt arbeiten an diesem Standort mehr als 3.000 Mitarbeiter. Die Produktion gliedert sich hier in Bosch Professional, Skil und Accessories.
  • In welcher Abteilung arbeiteten Sie? Meine Abteilung hieß „Manufacturing“ im Plant 2, welche für die Skil Produktion zuständig ist.
  • Gab es irgendwelche erwähnenswerte Besonderheiten? Man sollte sich darauf einstellen, dass man primär mit chinesischen Kollegen zu tun hat.
  • Thema Ihrer Bachelorarbeit: Process Improvement of the Motor Production at Bosch Power Tools (China) Co., Ltd.
  • Wurde das Thema der Projektarbeit/Bachelorarbeit vom Unternehmen vorgegeben oder konnten Sie es selber wählen? Bei meiner Bewerbung wurden mir fünf Themen vorgeschlagen, woraus ich mir dann selber eines wählen konnte.
  • Wie viele Stunden betrug Ihre durchschnittliche Arbeitszeit? Prinzipiell war es eine 40-Stunden-Woche, aber es kam auch immer wieder vor, dass ich Überstunden gemacht habe. Dies geschieht auf freiwilliger Basis, da Überstunden für Praktikanten nicht ausgeglichen werden, weder finanziell noch zeitlich.
  • Sonstige Anmerkungen zum Praxisprojekt / zur Bachelorarbeit: Durchhaltevermögen ist bei sowas das A und O. Anfangs hatte ich doch mehr Probleme, mich zu Recht zu finden, als ich dachte. Dies lag sicherlich auch daran, dass ich in meiner Abteilung der erste und einzige Europäer war. Anfangs war somit die erste große Aufgabe, sich das Zusammenarbeiten zu ermöglichen, und dann konnte mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden. Somit ist es sicherlich sinnvoll, mehr Zeit für das Praxisprojekt und die Bachelorarbeit einzuplanen als die in Summe 20 Wochen.

Schlussbetrachtungen - Fazit

  • Wie bewerten Sie Ihren Auslandsaufenthalt insgesamt? Es war eine der besten Erfahrungen meines Lebens und ich wurde es ohne zu zögern wieder machen. Wer Interesse an einer vollkommen neuen und anderen Kultur hat und sich vorstellen kann, in Asien zu arbeiten, sollte dies wirklich machen.
  • Was waren die Höhen- und Tiefpunkte des Aufenthalts?
    Tiefpunkt: Anfangs war es, wie gesagt, etwas schwierig, in das Arbeiten rein zu kommen. Das hatte mir am Anfang etwas zu schaffen gemacht, aber mit Durchhaltevermögen lässt sich sowas auf jeden Fall meistern.
    Höhepunkte: Es ist schwierig für mich, dies alles in Worte zu fassen. Ich hatte unglaublich viel Spaß in China, habe super viele unglaublich nette Leute getroffen, interessante Orte besucht und eine neue Kultur kennen gelernt. Highlights des Aufenthalts waren sicherlich aber auch die Reisen nach Shanghai und Beijing. Die Städte sind in ihrem Aufbau komplett verschieden, aber unglaublich interessant und faszinierend.
  • Was wird unvergessen bleiben? Abends am „Bund“ in Shanghai im Sommer sitzen, zu Abend essen und auf das Lichtermeer der Stadt zu schauen.
  • Welchen Rat möchten Sie anderen Studierenden mit auf den Weg geben, die ihr Praxisprojekt bzw. die Bachelorarbeit im Ausland durchführen möchten? Bei uns hieß es immer „In China kann man nicht Deutschland erwarten.“, und das ist vollkommen richtig. Es ist anders und vielleicht auch nicht unbedingt leichter. Aber diese vielen tollen Erfahrungen kann dir danach kein Mensch mehr nehmen. Ich bin in dieser Zeit in positiver Art und Weise so sehr gewachsen, wie ich es in Deutschland nie geschafft hätte.

Kontakt

  • Dürfen interessierte Studenten Sie kontaktieren?  Ja.
  • Kontakt am besten: per E-mail (siehe Adresse unten)

Fotos

Shanghai: The Bund
Beijing: Chinesische Mauer
Beijing: Night Market
Hangzhou: Westlake
Hangzhou: Arbeitskollegen

E-Mail Adresse

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