„Es sind einmalige Erlebnisse, die man nie wieder vergisst!“ - Auslandssemester in Portugal

Neben dem Studium kann ein Auslandssemester nicht nur die Fremdsprachenkenntnisse verbessern, auch die Erfahrung, im Ausland zu leben, ist ungemein bereichernd. Doch wie sieht Studieren im Ausland aus während einer weltweiten Pandemie? Felix, der am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Betriebswirtschaft/Business Studies studiert, hat von September 2020 bis März 2021 ein Auslandssemester an dem Instituto Superior de Contabilidade e Administracaoin in Porto, Portugal, verbracht. Im Interview berichtet er von seiner Motivation und seinen Erfahrungen.

Wann hat dein Auslandssemester begonnen und wann ging es für dich wieder zurück nach Deutschland?
Mein Auslandssemester startete im Oktober 2020 und ging offiziell bis März 2021. Das Semester endete allerdings schon Anfang Februar.

Warum hast du dich für ein Auslandssemester entschieden?
Ich wollte unbedingt während des Studiums für eine längere Zeit im Ausland leben und ERASMUS war dafür eine super Möglichkeit.

Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Land entschieden?
Ich habe schon vorher gehört, dass Portugal wunderschön sein soll und als Surfer direkt am Meer zu leben hat schon seine Vorteile.

Hattest du Sorge, ein Semester im Ausland zu verbringen, trotz der schwierigen pandemischen Lage?
Tatsächlich nicht. Mir war bewusst, dass es zu Einschränkungen kommen wird, jedoch wollte ich mich davon nicht abhalten lassen. Im Endeffekt zählen die Erfahrungen, welche man dort macht. Rückblickend war es auch definitiv die richtige Entscheidung.

Wie sah die Organisation vorher aus? Wann hast du dich beworben und wie lief der Prozess ab?
Beworben habe ich mich im Januar/Februar, da die Bewerbungsfrist für das Wintersemester in meinem Fall Ende Februar war. Zuerst musste ich alle erforderlichen Unterlagen (Notenspiegel, Lebenslauf, Motivations-schreiben, Nachweis über Englischkenntnisse) im International Faculty Office des FB7 abgeben. Als ich dann die Zusage bekommen habe, gab es noch einige weitere Dokumente wie das Learning Agreement, die ich beiden Hochschulen zukommen lassen musste.

Wie hast du dich auf dein Auslandssemester vorbereitet?
Im Prinzip bestand die Vorbereitung aus intensiver Wohnungssuche.

Was war nach deiner Ankunft die größte Herausforderung für dich? Wie hast du dich gefühlt?
Eine richtige Herausforderung hatte ich eigentlich nicht. Ich habe mich einfach total gefreut, dass ich endlich da war und hab alles auf mich zukommen lassen.

Wie unterscheidet sich die Hochschule von der FH Aachen? Besonders unterscheidet sich die ISCAP von der FH in der Prüfungsform. Wir hatten ein „Continuous Assessment“, sprich man schreibt in der Hälfte des Semesters eine Art Zwischenprüfung und am Ende nochmal eine weitere, welche hier in etwa dem Umfang einer halben Klausur entspricht. Dazu gab es parallel noch Hausarbeiten und Präsentationen, welche auch benotet wurden.

Ist der Unialltag anstrengend oder entspannt?
In der Zeit, in der die Zwischenprüfungen anstanden, war gleichzeitig auch die Abgabephase einiger Hausarbeiten, da haben wir schon viel Zeit mit Lernen verbracht. Nach der Abgabephase wurde der Unialltag auch wieder entspannter.

Wie wurden die Vorlesungen trotz Corona gehändelt?
Bei uns fand alles in Präsenz statt, da wir nicht allzu viele Studierende waren. In der Hochschule herrschte auch eine strenge Maskenpflicht. Hin und wieder wurde aber auch auf Onlinevorlesungen ausgewichen.

Gab es Unterschiede zu der Online-Lehre an der FH Aachen?
Die Onlinevorlesungen, sowie das Lernportal waren sehr ähnlich zu der FH.

Wie unterscheidet sich das Studentenleben in Portugal von dem in Deutschland?
In der Hochschule gab es ein großes Café, welches auch als Mensa fungiert. Dort war es normal, dass man sich nach den Vorlesungen abends noch auf ein Bier getroffen hat. Da viele Studierende Abend-Vorlesungen hatten, war dort besonders spät abends bis 24 Uhr noch viel los. Generell hatte ich das Gefühl, dass die Hochschule kein reiner Ort des Lernens war, sondern gerade deswegen auch einfach ein Ort zum Zusammenkommen. Normalerweise hätte dort jeden Donnerstag spät abends auch eine Party stattgefunden, diese wurde aber aufgrund von Corona gecancelt. Dazu war es ganz cool vor und nach der Uni surfen gehen zu können.

Wie hast du deine Freizeit verbracht?
Je nach Wetterlage war ich die meiste Zeit im Meer surfen und daneben bin ich mit einem Kumpel viel Skaten gegangen. Am Wochenende haben wir häufig die Zeit genutzt, um das Land zu sehen, wie bspw. die Riesenwellen in Nazaré oder haben uns andere Städte angeschaut wie Lissabon.

Wo hast du gewohnt?
Fast direkt in der Innenstadt von Porto.

Wie hast du deinen Aufenthalt finanziert?
Man bekommt eine Erasmus-Förderung, welche nach einem Monat ca. ausgezahlt wurde. Ich habe aber auch etwas Geld vorher angespart.

Was ist rückblickend dein Highlight?
DAS Highlight gab es nicht, da es unzählig viele tolle Momente in dem Semester gab. Eins davon war aber auf jeden Fall Nazaré, als man die Bigwave-Surfer beim Surfen der Monsterwellen sehen konnte.

Was hast du mit zurück nach Deutschland genommen?
Einen Sack voller unvergesslicher Momente und viele neue Freunde.

Würdest du ein Auslandssemester während der Corona-Pandemie empfehlen?
Ja! Trotz der pandemischen Lage konnte man das Beste daraus machen. Auch mit Corona sind das unvergessliche Momente, auf die man sein Leben lang zurückblicken wird.

Was hättest du rückblickend anders gemacht?
Statt einem Semester, zwei Semester dort studiert.

Welche Tipps kannst du anderen Studierenden mit auf den Weg geben?
Wer sich unsicher ist, ob er/sie ins Ausland gehen soll, macht es einfach, egal in welchem Land und unter welchen Bedingungen. Es sind einmalige Erlebnisse, die man nie wieder vergisst! Und wer in Port sein Auslandssemester macht, dem kann ich das Adega Leonor empfehle, dort gibt es leckere und günstigste Drinks.

Wie geht es nach dem Auslandssemester weiter für dich?
Ich fange im September an, meine Bachelorarbeit zu schreiben und hoffe, danach meinen Master in Portugal machen zu können.

Interview: Alina Pochat