Nomadischer Kongress
Nomadischer Kongress II 2026
Auftauchen
Wir brechen erneut auf. Diesmal folgen wir nicht dem Ruf der Tiefe, sondern dem Echo eines Ortes im Übergang. Wir lesen Auszüge aus E. T. A. Hoffmanns Erzählung Die Bergwerke zu Falun von 1819. Darin verlässt ein Seemann das Meer, um Bergmann zu werden. Er folgt einer Verheißung unter Tage, einer romantischen Sehnsucht nach dem Inneren der Welt. In Morschenich, heute Bürgewald, kehrt sich diese Bewegung um: Der Bergbau endet, das Loch bleibt – und beginnt sich zu füllen. Aus dem Abstieg wird ein Auftauchen. Aus dem Bergwerk ein See.
Wir hören der Stimme der sogenannten schwarzen Romantik zu, die von Verwandlung, Hingabe und Verlust erzählt. Zwischen Dorf und Tagebau, zwischen Erinnerung und Möglichkeit suchen wir nach Schlüsseln für die Transformation dieser Region. Welche Bilder helfen uns, Wandel zu begreifen, sowohl für Landschaft als auch für Lebens- und Arbeitswelten? Welche Erzählungen tragen, wenn Infrastrukturen obsolet werden? Was bedeutet Verantwortung an einem Ort, der sich neu erfindet?
Der nomadische Kongress ist ein Raum für gemeinsames Spazieren, Lesen und Denken. Wir werden Teil dieser Landschaft, während der Wind über die Kante streicht und die Spuren vergangener Arbeit sichtbar bleiben. Wir sprechen über Fragmente der modernen Welt, über lernende Planung, über das Verhältnis von Natur, Technik und Geologischer Imagination.
Du bist herzlich eingeladen, mit uns unterwegs zu sein. Wir empfehlen festes Schuhwerk, Offenheit für Umwege, vielleicht eine Regenjacke, ein Butterbrot und eine Flasche Wasser – für den Weg zwischen Tiefe und Horizont. Als Geste der fortlaufenden Transformation, bitten wir euch ein Souvenir eures letzten Urlaubs am Meer mitzubringen und mit uns gemeinsam zu vergraben: eine Muschel.
wann 12.06.2026, 14.00–18.00
wo Bürgewald – im Rahmen der tu! Hambach
Anmeldung
Team
Charlotte Dahmen, RWTH Aachen – Fakultät Architektur/Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens
Isabel Maria Finkenberger, FH Aachen – Fachbereich Architektur/Professur Stadtplanung, Transformation und Prozessgestaltung
Stella Flatten, TU Braunschweig – Fakultät Architektur/Institut für Architekturbezogene Kunst
Jan Kampshoff, Universität Siegen – Neue Architekturschule/Professur Raumkonzeption und Entwerfen
Nomadischer Kongress I 2025
Auf dem Weg zu transformativer und lernender Planungskultur (und einer Architektur des Veränderns)
Wir machen uns gemeinsam auf den Weg. An der Kante angekommen, blicken wir zurück und betrachten gemeinsam die Welt. Wir starren ins tiefe Loch und spüren Verantwortung. Wir werden Teil dieser Welt, während die Spatzen um uns herum kreisen. Der nomadische Kongress bietet einen Raum für diskursive Reflexion. Unser Ziel ist es, in Resonanz mit der Welt zu treten und unsere Rolle bei der Gestaltung unserer Umwelt zu hinterfragen. Vor uns liegt das größte menschengemachte Loch Europas, und hinter uns steht ein verlassenes Dorf. Wir sprechen über Fragmente der modernen Welt, obsolete Infrastrukturen, lernende Planung und transformative Prozesse. Du bist herzlich eingeladen, Teil des nomadischen Kongresses zu werden. Wir empfehlen festes Schuhwerk, vielleicht eine Regenjacke, ein Butterbrot und eine Flasche Wasser für unterwegs.
wann 28.06.2025, 10.00–16.00
wo Bürgewald – im Rahmen der tu! Hambach
Dokumentation BauNetz Campus
Team
Isabel Maria Finkenberger, FH Aachen – Neue Architekturschule/Professur Stadtplanung, Transformation und Prozessgestaltung
Jan Kampshoff, HS Düsseldorf – Peter Behrens School of Architecture/Professur Entwerfen und elementiertes Bauen
Mario Tvrtković, HS Coburg – Fakultät Design+Bauen/Professur Städtebau und Entwerfen
Jan Kampshoff
Jan Kampshoff
Jan Kampshoff