Forschung

Eine Zukunft für die Altstadt Monschau.

Projekt zur Erforschung, Sicherung und Weiterentwicklung des historischen Baubestandes.

Gefördert durch die 
Regionale Kulturförderung 
des 

Im Rahmen der Regionalen Kulturförderung des LVR erhielt die FH Aachen die Förderbewilligung für das über zwei Jahre laufende Projekt, das das wertvolle bauliche und technische Erbe der Tuchindustrie in Monschau mittels historischer Bauforschung erfassen wird, um auf dieser Grundlage den akut gefährdeten historischen Baubestand zu sichern und weiterentwickeln zu können. Die Altstadt Monschau besitzt nicht nur eine hohe Zahl an Baudenkmälern, sondern auch einen der umfassendsten erhaltenen Fachwerkbaubestände in der Region. 

Die bewilligten Projektmittel ermöglichen es nun dem Projektteam, den Monschauer Baubestand und seine besondere Typologie der Tuchmacher-Häuser erstmalig historisch sowie denkmalpflegerisch zu untersuchen, einzuordnen und zu bewerten. Die Durchführung des Projektes erfolgt durch Mitarbeitende der FH Aachen mit Unterstützung des LVR – Amt für Denkmalpflege im Rheinland. Als Kooperationspartner sind zudem die Stadt Monschau, das Stadtarchiv Monschau, der Geschichtsverein Monschauer Land, die ISG Monschau – Zukunft mit Geschichte e.V., der Rheinische Verein für Denkmalschutz und Landschaftspflege Euregio Aachen sowie der Arbeitskreis für Hausforschung e.V. eingebunden. 

Ausstellung Bet Olam

AUSSTELLUNG
Auf dem jüdischen Friedhof in Aachen

Bachelorstudierende, Iris Gedig vom Familienbuch Euregio und das Lehrgebiet Geschichte und Theorie der Architektur der FH Aachen organisierten und konzipierten eine Ausstellung zur Vergangenheit und Zukunft des jüdischen Friedhofs in Aachen, Lütticher Straße 39. Sie trägt den Titel „Bet Olam“, was aus dem Hebräischen übersetzt „Haus der Ewigkeit“ bedeutet.

In zwei Räumen des ehemaligen Verwalterhauses des Friedhofs werden 15 ausgesuchte Biografien von Mitgliedern der Aachener Synagogengemeinde präsentiert, die anhand bislang wenig bekannter Archivalien neue Aspekte der Aachener Stadtgeschichte vermitteln. In weiteren Räumen zeigt die Ausstellung die neuesten Ergebnisse zur Entwicklung des Friedhofs und seiner Bauten. Die Bauphasen der Trauerhalle und des Wohnhauses des Friedhofswärters werden anschaulich durch 3D-Modelle, historische Zeichnungen und neue Bauaufnahmen erläutert. Ziel der Ausstellung ist es, auf die wertvolle Bausubstanz des Friedhofs aufmerksam zu machen und Diskussionen zur zukünftigen Nutzung der Bauten anzustoßen.

Die Ausstellung entstand auf Grundlage intensiver Recherche- und Dokumentationstätigkeit zum jüdischen Friedhof.

Besonderer Dank gilt der Jüdischen Gemeinde Aachen, der Stadt Aachen sowie allen Sponsoren für ihre wertvolle Unterstützung.

Die Ausstellungseröffnung fand am Donnerstag, den 03.07.2025, um 15 Uhr statt. 

Bis zum 04. September 2025 kann die Ausstellung immer donnerstags und sonntags zwischen 15:00 und 17:00 besucht werden. 
Ab dem 5. September bis Ende September ist ein Besuch nach Absprache unter der E-Mail-Adresse [email protected] möglich.

Ein Presseartikel mit dem Titel Beeindruckende jüdische Lebensbilder im “Haus der Ewigkeit” ist am 6. Juli 2025 in der Aachener Zeitung erschienen 

Weitere Infos finden Sie hier

Längsbinderkirchen

FORSCHUNGSPROJEKT
Längsbinderkirchen und versteckte Stahlkonstruktionen im Sakralbau der Hochmoderne. Grundlagenforschung zur Erfassung und zu denkmalpflegerischen Strategien

Ziel des Projektes ist die Erforschung der zwischen 1928 und 1938 sowie in der Nachkriegszeit im deutschsprachigen Raum als versteckte Stahlkonstruktionen errichteten Längsbinderkirchen und Sakralbauten. Charakteristika der Längsbinderkirche sind zum einen das Abtragen der Lasten des Obergadens durch je einen Stahlträger in Längsrichtung der Kirche (Längsbinder) und der dadurch ermöglichte stützenfreie basilikale Raum, zum anderen das versteckte Tragwerk aus Stahl, das hinter Verkleidungen unsichtbar bleibt. Etwa zeitgleich mit dem Aufkommen der Raumidee von Längsbinderkirchen entstanden auch Kirchenbauten mit Stahlkonstruktionen in anderen Raumformen, etwa Basiliken mit Stützen oder Saalkirchen. Allen gemein ist die besondere Konstruktionsweise einer bewusst hinter Verkleidungen verborgenen Stahlskelettkonstruktion, die die Umsetzung der neuen Raum- und Liturgieformen eines christozentrischen Kirchenbaus im Kontext katholischer Bestrebungen zur Liturgiereform ermöglichte. Ein Großteil der bislang circa 50 erfassten Kirchenbauten existiert heute noch.

Ihre Konstruktionsweise ist fast nie erwähnt und den Denkmalpflegebehörden oft nicht bekannt. Zu erwarten ist ein wesentlich umfangreicherer Bestand, der ein vergessenes und zugleich gefährdetes internationales Kulturerbe darstellt. Das geplante Forschungsvorhaben umfasst einen zeitlich und typologisch singulären, gut eingrenzbaren Baubestand, den eine Alleinstellung im Kulturerbe auszeichnet. Erstmals soll der Bestand in seiner Gesamtheit erfasst und die an der Planung beteiligten Architekten und Bauingenieure sowie der Kontext in der Stahlindustrie beleuchtet werden, um auf Grundlage von Bewertungen dieser Bauten neuartige Denkmalbegründungen mit Fokus auf das konstruktive Kulturerbe zu formulieren. Durch die Erfassung von vier Schlüsselbauten mittels digitaler Bauaufnahmen und zerstörungsfreier Untersuchungen ihrer Konstruktionen sollen wertvolle Erkenntnisse zu Architektur und Konstruktion gewonnen werden.

Als Transfer von der Grundlagenforschung in die praktische Denkmalpflege schließen sich hieran die Erfassung der Schäden und die Entwicklung von Strategien zur Erhaltung, Ertüchtigung sowie architektonischen und konstruktiven Weiterentwicklung der Bauten an. Durch den systematischen Vergleich der Bauten und ihrer Konstruktionen eröffnet das Forschungsprojekt mit seinem interdisziplinären Projektteam aus Architekt*innen und Bauingenieur*innen eine völlig neuartige Perspektive auf die Entwicklung des Sakralbaus der Hochmoderne und das Kulturerbe Konstruktion.

Die Untersuchung dieser im Kirchenbau der Moderne und im Kontext damaliger Ideen zur Liturgiereform verbreiteten, heute aber kaum bekannten Konstruktionsweise stellt ein Desiderat der Grundlagenforschung dar, das, vor dem Hintergrund des hohen Umnutzungsdrucks, der auf vielen Sakralbauten lastet, auch von hoher praktischer denkmalpflegerischer Relevanz ist.
 

Prof. Dr.-Ing. Anke Fissabre, FH Aachen / Prof. Dr.-Ing. Evelin Rottke, FH Aachen 
Prof. Dr.-Ing. Uta Pottgiesser, TH OWL / Prof. Dr. sc. techn. Klaus Thiele, TU Braunschweig
 

Weiterführende Links: 
https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/525823438?context=projekt&task=showDetail&id=525823438&


https://kulturerbe-konstruktion.de/spp-2255-teilprojekt/versteckte-stahlkonstruktionen-im-sakralbau/

Aktivitäten

POSTERPRÄSENTATION
Jahrestagung der Gesellschaft für Bautechnikgeschichte 

Im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Bautechnikgeschichte 2025 fand am 16. Mai die Posterpräsentation zum Thema “Erfassung und Erhalt von versteckten Stahlskelettkonstruktionen im Kirchenbau” statt. 

https://gesellschaft.bautechnikgeschichte.org/jahrestagung-2025-in-braunschweig/ 

JAHRESTREFFEN 
SPP 2255 Kulturerbe Konstruktion

vom 2. bis 4. April 2025 fand in Bochum das Jahrestreffen des SPP 2255 Kulturerbe Konstruktion statt.

https://kulturerbe-konstruktion.de/jahrestreffen-2025/ 

BAUFORSCHUNG 
In der Kirche Zu den heiligen Schutzengeln in Schaffhausen-Saar


Unter Mitwirkung von Anke Fissabre und Sebastian Hoyer vom Teilprojekt "Versteckte Stahlkonstruktionen im Sakralbau” berichtete die Saarbrücker Zeitung am 17. März 2025 über das einzigartige Forschungsprojekt an der denkmalgeschützten Kirche.
https://kulturerbe-konstruktion.de/news-mit-scanner-und-radar-in-der-kirche/

DAS UNSCHEINBARE UND DAS UNSICHTBARE
Analyse, Beschreibung und Möglichkeiten ihrer Vermittlung

Am 16. Oktober 2024 fand ein Clusterworkshop zum Thema “Das Unsichtbare: Erfassung und Vermittlung” statt. 
Ein weiterer Workshop ist im September 2025 in Hannover geplant.

Der Turm mit zehn Spornen

FORSCHUNGSPROJEKT
Ein in Monthoiron gebauter Entwurf von Leonardo Da Vinci?

Der Turm von Monthoiron, erbaut in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in einem kleinen französischen Dorf zwischen Tours und Poitiers, wirft viele bauhistorische Fragen auf, die im Rahmen der ersten Exkursionskampagne mit Studierenden im September 2015 bearbeitet wurden und Inhalt eines zukünftigen Forschungsprojektes darstellen. Außergewöhnlich sind die äußerst repräsentative Ausstattung des Turmes im Inneren - mit einem ungewöhnlich großen, überkuppelten Raum mit Kamin - sowie sein äußeres Erscheinungsbild - mit umlaufenden, ehemals bis ins Erdreich führenden spornartigen Verstärkungen. Diese sind im gebauten Bestand zwar vermutlich einzigartig, jedoch sind sie in einer Skizze Leonardo da Vincis im Codex Madrid II in ähnlicher Weise wieder zu finden. Obgleich die Verstärkungen auf Verteidigungsfunktionen hinweisen, steht der Turm ohne erkennbaren oder belegbaren militärischen Nutzen im Tal des Flusses Ozon und im Kontext eines weitreichenden Wasserkanalsystems.

Wozu diente der Turm zu seiner Erbauungszeit? Stand er im baulichen Zusammenhang mit anderen Gebäudeteilen des heute noch in unmittelbarer Nähe stehenden Schlosses? Lag dem Turm ein Entwurf Leonardo da Vincis zu Grunde, der nicht weit entfernt, in Amboise, seine letzten Lebensjahre verbrachte und im Dienste des französischen Königs Franz I. Schlossbauten entwarf?

In Kooperation mit dem Fachgebiet der Vermessungskunde der Bauingenieur*innen untersuchten wir diese Fragen vor Ort, indem wir zahlreiche Renaissanceschlösser besichtigten und in ihrer inneren Organisation verglichen, die Umgebung des Schlosses mit dem Wassersystem kartierten und den Turm mit neuartiger 3-D-Vermessungstechnik, Tachymeter und von Hand aufnahmen.  

Forschungsprojekt gefördert durch die K2 Kommission der FH Aachen (2015).

Die Entdeckung eines Architekten: FH-Studierende begeben sich auf die Spuren des Architekten Leonardo da Vinci - Hochschulmagazin “DIMENSIONEN” - Ausgabe 2017/1
Turm mit Geschichte: Spurensuche mit modernen Forschungsmethoden - FH Aachen Presseabteilung - 02.11.2015

Publikationen:
Der Turm mit zehn Spornen - Ein in Monthoiron gebauter Entwurf von Leonardo Da Vinci? - INSITU: Zeitschrift für Architekturgeschichte. (2018), H. 1, S. 65-82

Exkursion 2024

Im Rahmen der Exkursionswoche unseres Fachbereichs nahm eine Gruppe von Bachelorstudierenden an einer Bauaufnahme-Kampagne in Monthoiron, Frankreich teil. Nachdem bereits in den letzten Jahren der spektakuläre Turm von Monthoiron aus dem 16. Jahrhundert erforscht worden war, untersuchten die Studierenden diesmal die dazugehörigen Wirtschaftsbauten des Schlosses. Die Bauten wurden zuerst von Bewuchs befreit und dann mit Laserscanner und Drohne aufgenommen. Außerdem besichtigten die Studierenden zahlreiche andere Schlösser in der Region.

Am 20.05.2024 berichtete die la Nouvelle République in einem Zeitungsartikel mit dem Titel “Étude sur l’architecture du château de Monthoiron” über das Projekt.

Jüdischer Friedhof in Aachen

DOKUMENTATIONS- UND FORSCHUNGSPROJEKT
Jüdischer Friedhof an der Lütticher Straße in Aachen

Der noch heute genutzte alte jüdische Friedhof in Aachen ist ein stadthistorisch sehr bedeutendes Zeugnis und Baudenkmal. Seine baulichen Anlagen bestehen aus der Trauerhalle, dem ehemaligen Wohnhaus für den Friedhofswärter und der Umfassungsmauer mit Toreingang. Die ältesten Grabmäler stammen noch aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Neben der historischen Bedeutung der hier beerdigten jüdischen Familien oder Einzelpersonen ist auch die ikonografische und formale Gestaltung der teilweise sehr repräsentativen Grabmäler von Relevanz. Sie reicht vom Historismus über den Jugendstil bis zur klassischen Moderne.

Das Inventarisations- und Forschungsprojekt umfasst die Bauaufnahme und -untersuchung der Friedhofsbauten, die fotografische Erfassung, Beschreibung und Kartierung der Grabmäler sowie ihre visuelle Dokumentation in Form von maßstäblichen 3D-Modellen. Zudem werden der Zustand und die Schäden zur Vorbereitung denkmalpflegerischer Maßnahmen festgehalten. Viele kaum noch lesbare Inschriften von Grabmälern können auf Grundlage der digitalen Erfassung visuell rekonstruiert werden. Die Erfassung in einer GIS-basierten Datenbank bildet die Voraussetzung für die interdisziplinäre Verknüpfung historisch-biografischer, epigrafischer, kunsthistorischer oder denkmalpflegerischer Fragestellungen.   

Das Projekt ist abgeschlossen und wurde durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW finanziell gefördert.

In Zusammenarbeit mit dem Familienbuch Euregio unter der Leitung von Iris Gedig entstand ein virtueller Rundgang über den Friedhof.

Die Ergebnisse der Forschungen wurden in einer Monografie zum Friedhof publiziert, die von vielen weiteren Autorinnen und Autoren bearbeitete Fachbeiträge und über 100 Biografien enthält:

Dux, H. (Hrsg.): Der jüdische Friedhof Aachen Lütticher Straße, Aachen 2022.
514 Seiten – Fachbeiträge, vollständige Friedhofsbelegung und über 100 Biografien.
ISBN 978-3-87519-266-7

Zusätzlich erschien:

Fissabre, Anke; Wetter, Verena (2024): Die farbige Gestaltung der Trauerhalle des Malers Max Lazarus auf dem jüdischen Friedhof an der Lütticher Straße in Aachen.
In: Denkmalpflege im Rheinland. Münster: Aschendorff. 41 (2024), H. 3, S. 27–35.
ISSN 0177-2619 | Online-Zugriff

Schloss Lichtenburg

Neue Homepage für Schloss Lichtenburg

Seit 2025 finden Sie auf der Homepage zu Schloss Lichtenburg Ankündigungen für Veranstaltungen und Ausstellungen sowie Informationen zur Historie und Zukunft, zu den Forschungsprojekten und dem gemeinsam erstellen virtuellen Rundgang durch das Schloss.

Die Webseite wurde durch eine finanzielle Förderung des Landes Sachsen-Anhalt (Kulturförderung und Digitalisierungsmaßnahmen im Kulturbereich) ermöglicht und mit weiteren Mitteln der FH Aachen, der Stadt Annaburg sowie des Fördervereins Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg e.V. umgesetzt. 


Kooperationspartner sind: 

  • Bundesanstalt for Immobilien 
  • Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
  • Stadt Annaburg
  • Förderverein Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg e. V.
  • Freundeskreis zur Weiterentwicklung der KZ-Gedenkstätte Lichtenburg e.V.
  • FH Aachen 
  • Landkreis Wittenberg
  • Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
  • Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V.

Kolloquium VISIONEN FÜR DIE LICHTENBURG 2.0 in Prettin 2026

Die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin und die FH Aachen wollen unter dem Titel ‚Visionen für die Lichtenburg 2.0‘ im Rahmen eines partizipativen Prozesses die Zukunft der Gedenkstätte in den Blick nehmen. Den Raum für verschiedene Perspektiven zu öffnen und miteinander ins Gespräch zu kommen, steht dabei im Fokus: Wie könnte die Gedenkstätte Lichtenburg in den nächsten Jahren aussehen? Die Masterstudierenden des Fachbereichs Architektur der FH Aachen haben sich im Jahr 2023/2024 intensiv mit dem Schloss Lichtenburg und der Gedenkstätte auseinandergesetzt. Im Mai 2024 wurden in einem Workshop vor Ort konkrete Entwürfe zu den Themenkomplexen Zellenbau, Schlosskirche und Freiräume erarbeitet. Im September 2024 ist die daraus entstandene Ausstellung "Visionen für die Lichtenburg 2.0 - Zukunftsperspektiven für die KZ-Gedenkstätte" in der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin eröffnet worden. Dazu fand am 18. April 2026 ein Kolloquium mit verschiedenen Vorträgen in der Gedenkstätte statt. 

Hier das Programm des Kolloquiums

Das Projekt findet in Kooperation mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben statt und wird durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.

Forschungsprojekt

Programmatische Residenzlandschaft Kursachsens
Kurfürstliche Ordnung und musterhafte Landeskultivierung am Beispiel des Renaissanceschlosses Lichtenburg

Forschungsprojekt gefördert durch die K2 Kommission der FH Aachen (2017).

Publikationen:
Residenzarchitektur des Kurfürstenpaares August und Anna von Sachsen als Ausdruck musterhafter Landeskultivierung – Das Renaissanceschloss Lichtenburg - Mitteilungen der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Neue Folge, Stadt und Hof. 2 (2013). S. 40-59

Projekt und Workshop in Prettin 2022

Die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin und die FH Aachen wollen im Rahmen eines partizipativen und transdisziplinären Prozesses eine zukunftsweisende und innovative Nutzungskonzeption für das Schloss Lichtenburg entwickeln, die der herausragenden Bedeutung des Schlosses mit seiner über 700-jährigen wechselvollen Geschichte angemessen Rechnung trägt.
Das Projekt findet in Kooperation mit einem externen Planungsbüro und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) statt und wird durch letztere und durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert. Grundvoraussetzung für die Konzeptentwicklung ist ein behutsamer Umgang mit den denkmalgeschützten Bestandsbauten und den verschiedenen sich überlagernden Zeitschichten.

Im Rahmen des partizipativen Prozesses fand Ende April 2022 eine Workshop-Woche mit den Masterstudierenden des Fachbereichs Architektur der FH Aachen in Prettin statt, in der sich die Studierenden intensiv mit den baulichen Zeugnissen der verschiedenen Zeitschichten auseinandersetzten und erste Nutzungsszenarien entwickelten. Den Abschluss der Workshop-Woche bildete eine öffentliche Veranstaltung in der Gedenkstätte, in der sie die entwickelten Szenarien mit den lokalen Entscheidungsträgern sowie den interessierten Besucherinnen und Besuchern vor Ort diskutierten.

Am 21.9.22 wurden die von den Masterstudierenden erarbeiteten Analysen und Ergebnisse des Entwurfsprojektes der Öffentlichkeit präsentiert und in der Schlosskirche ausgestellt. Die Präsentation und die Ausstellung stand im Kontext von Impulsvorträgen und weiterführender Workshoparbeit des partizipativen Prozesses. Bis zum 18.11.22 sind die studentischen Arbeiten in der Kirche von Schloss Lichtenburg ausgestellt.

 

 

Presse:
Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin:
Schloss Lichtenburg - Ein Brennglas der Geschichte

BImA:
Kooperationsprojekt „Visionen für die Lichtenburg“ erfolgreich gestartet

FH Aachen:
Neue Ideen für das Schloss Lichtenburg

Mitteldeutschen Zeitung:
Idee Handwerkerakademie als eine Nutzungsvariante für die Lichtenburg in Prettin
Es soll wieder Leben ins alte Schloss Lichtenburg in Prettin

Architekturblatt:
Neue Ideen für Schloss Lichtenburg: Studierende zeigen ihre Entwürfe

EINLADUNG ÖFFENTLICHKEITSVERANSTALTUNG
Visionen für die Lichtenburg

Zeit: 21. September 2022, 16:00 bis 19:30 Uhr
Ort: Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
Prettiner Landstraße 4, 06925 Annaburg / OT Prettin

Das Projekt „Visionen für die Lichtenburg“ hat die Entwicklung einer zukunftsweisenden und innovativen Nutzungskonzeption zum Ziel. Dabei sollen im Rahmen eines partizipativen und transdisziplinären Prozesses alle relevanten und mit dem Schloss verbundenen Akteur:innen und Strukturen berücksichtigt werden. Darüber hinaus gilt es, die Schlossanlage Lichtenburg mit angemessenen neuen Nutzungseinheiten und möglichen baulichen Ergänzungen so zu entwickeln, dass die historische Vielfalt der Anlage sichtbar bleibt und sich gleichzeitig in einer angemessenen Nutzungs- und Akteur:innenvielfalt abbildet.

Die gesellschaftlichen Transformationsprozesse – insbesondere im ländlichen Raum – sollen ebenso wie die Forderungen des europäischen Green Deal als Chance für einen modellhaften Ausbau der Gesamtanlage des Schlosses begriffen werden. Im Rahmen des Prozesses sollen Finanzierungsoptionen eruiert werden, die auf der Grundlage stabiler Trägerschaften zukunftsfähige Entwicklungsprozesse garantieren.

Öffentliche Vorstellung Nutzungsszenarien – Zielsetzung
Am 29. April wurden zum Auftakt des partizipativen Prozesses in einer öffentlichen Veranstaltung erste studentische Nutzungskonzepte für die Lichtenburg präsentiert und breit diskutiert. In einem Akteur:innenworkshop am 28. Juni wurden Nutzungsbausteine gesammelt, strukturiert und hinsichtlich ihrer jeweiligen Potenziale und Anforderungen fachlich eingeordnet.
Die öffentliche Vorstellung und Diskussion von Nutzungsszenarien mit Bürger:innen und externen Expert:innen zielt nun darauf ab, über Zukunftsbilder Ziele und Standards in einem dialogischen Prozess zu präzisieren.

Am 21. September werden zudem die Entwürfe der Masterstudierenden in der Schlosskirche der Öffentlichkeit präsentiert.

Ablauf
16:00 Begrüßung und Vorstellung Ablauf
16:15 Vorstellung studentische Entwürfe
16:30 Impulse
Dr. René Hartmann, Wüstenrot Stiftung
Ulrike Rothe, IBA Thüringen
17:00 Vorstellung Nutzungsszenarien
17:15 Pause
17:30 Arbeitsgruppenphase
18:45 Vorstellung Ergebnisse Arbeitsgruppen und Schlussrunde
19:30 Ende der Veranstaltung

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin.

Hier können Sie die Einladung zur Veranstaltung herunterladen.

Style rocaille

FORSCHUNGSPROJEKT
Die Übertragung des Style Rocaille vom Schiffbau auf Architektur.
Genese und Gestaltungsprinzipien des frühen Rokoko in den 
französischen bâtiments particuliers, 1715-1735

Laufzeit bis 2021

Prof. Dr.-Ing. Anke Fissabre
Dr. phil. Dr.-Ing. Thomas Wilke 
Fachbereich Architektur
Fachgebiet Geschichte und Theorie

 

Das von der DFG bis 2021 geförderte Forschungsprojekt untersucht die Übertragungswege des Style rocaille vom Schiffbau auf die Architektur des frühen Rokoko in Frankreich.

Um die fachlich-personellen und motivischen Beziehungen zwischen der barocken Schiffsarchitektur und den frühen Rokoko-Entwürfen in Frankreich aufzuzeigen, werden die Biografie und der zeichnerische Nachlass des Künstlers François-Antoine Vassé dokumentiert.
Vassé entwarf Schiffsdekorationen für das Arsenal von Toulon und die französische Marine sowie Innendekorationen großer Architekturprojekte für Auftraggeber aus Marinekreisen, wie etwa den Admiral von Frankreich. In seinen Zeichnungen führt Vassé das für den style rocaille typische Muschelmotiv in asymmetrischer architektonischer Fassung in die Baukunst ein.

Bauuntersuchungen an Schlüsselbauten des französischen Rokoko sollen neben der motivischen auch eine Übertragung der zeichnerischen Entwurfsverfahren und der handwerklichen Herstellungstechniken aus dem Schiffbau auf die Architektur nachweisen. Hierdurch eröffnet das Forschungsprojekt eine völlig neuartige Perspektive auf eine Neubegründung der Entstehung des Rokokostils.

DFG Projektbeschreibung
CFP Studientag Rocaille FH Aachen

Studientag am 22.11.2019

FH Aachen │ Université des sciences appliquées

22. November 2019

Gefördert durch die DFG und die FH Aachen

 

Vorträge │ conférences

Uta Coburger, Mannheim – Die Kabinettsbibliothek der Kurfürstin Elisabeth Auguste im Schloss Mannheim

Michaël Decrossas, Paris – Le rôle de l'estampe dans l’émergence des ornements rocailles

Oliver Domeisen, London – Rocaille as a Line of Beauty – Ephemeral Caprice or Eternal Metamorph?

Anke Fissabre, Aachen – Einführung │ Introduction und Projektzwischenbericht │ rapport d'étape du projet

Micaela Kranich, Stuttgart – Rocaille und Bild. Die bedeutungsvolle Wech-selbeziehung zwischen Ornament und Gemälde am Beispiel einiger deutscher Schlossräume des 18. Jahrhunderts

Carl Magnusson, Lausanne – La première moitié du XVIIIe siècle est-elle la période des rocailles et des ailes de chauve-souris ? Enjeux d’une construction historiographique

Markus Neuwirth, Innsbruck – Gefährliche Felsen, gefährliche Meeresschnecken

Jan Pieper, Aachen – Das barocke Schiffsheck als Architekturprospekt (Arbeitstitel)

Nicolas Trotin, Paris – Le Rocaille à l’église. L’ornement au service du décor liturgique dans les églises haut-normandes (diocèses de Rouen, d’Évreux et de Lisieux) au XVIIIe siècle

Thomas Wilke, Aachen – Einführung │ Introduction und Projektzwischenbericht │ rapport d'étape du projet

 

Organisation │ organisation

Anke Fissabre, Thomas Wilke

FH Aachen, Fachbereich 1 Architektur

Lehrgebiet Geschichte und Theorie der Architektur

 

Rückfragen │ demandes d’information

t.wilkefh-aachen.de

Sakralität und Moderne

AUSSTELLUNG 2019
BAUHAUS IM WESTEN? - Die Ära Rudolf Schwarz an der 
Aachener Kunstgewerbeschule 1927-1934

Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Gründung des Bauhauses in Weimar 1919 dokumentiert die Ausstellung erstmalig auf der Grundlage zahlreicher Originalquellen und Archivdokumente die Aachener Kunstgewerbeschule, die unter der Leitung von Rudolf Schwarz zwischen 1927 und 1934 insbesondere auf dem Gebiet der sakralen Kunst und Architektur herausragende Werke hervorbrachte. Am authentischen Ort ihres bedeutendsten Gesamtkunstwerkes, der Kirche St. Fronleichnam in Aachen, werden anhand zahlreicher Reproduktionen von Originalfotografien und -texten erstmals die programmatischen Ideen der Schule, ihre Arbeitsweisen, Lehrer*innen, Schüler*innen und Werke vorgestellt. Ähnlich wie die Kölner Werkschulen stand die Schule nicht nur in der Tradition der kunstgewerblichen Handwerksausbildung, sondern vertrat in dieser Phase äußerst innovative Gestaltungsideen und Ausbildungsmethoden. Durch die Bauhaus-Moderne beeinflusst beschritt die Schule weit westlich von Dessau dennoch eigene Wege - gerade in Abgrenzung zum Bauhaus - und beeinflusste wesentlich die Entwicklung der "Sakralen Moderne", die im Bauhaus nicht vertreten war. Einen besonderen Fokus legt die Ausstellung auf den Architekten und Bauhaus-Kritiker Rudolf Schwarz: auf die Frage nach dem Aachener kulturpolitischen Umfeld, das ihn zum Direktor nach Aachen berief, auf die Umstände seiner Entlassung und die seiner Mitarbeiter sowie auf seine explizite Abgrenzung von den funktionalistischen Gestaltungsideen des Bauhauses. Zudem werden die Aachener Frühwerke von Rudolf Schwarz in Zusammenarbeit mit Hans Schwippert und anderen Mitarbeitern anschaulich in Architekturmodellen präsentiert. Die Ausstellung ist im Rahmen der LVR-Veranstaltungen "Bauhaus 100 im Westen" zeitgleich mit einer Ausstellung zum Architekten Otto Bartning im Freilichtmuseum Kommern geplant.

Die Ausstellung wurde zunächst vom 8. September  bis zum 6. Oktober 2019 in der Kirche St. Fronleichnam aufgebaut. Danach wurde sie vom 9. Oktober bis zum 29. November 2019 in der Katholischen Hochschule (KatHO) gezeigt.

Dr. Bettina Frindt, Prof. Dr. Anke Fissabre, FH Aachen

 

Weitere Informationen finden Sie hier.